Als wir morgens das Deck betreten sind bereits die ersten Versorgungsschiffe unterwegs. Betonschiffe bringen frisches Wasser oder entsorgen das Abwasser.

Kurze Zeit zeigt sich auch die Sonne etwas zaghaft, sodass wir zumindest den blauen Himmel sehen können.
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Hang Sung Sot
Nach dem Frühstück setzt sich das Schiff in Bewegung und steuert einen Landungssteg der Hang Sung Sot Höhle auf der kleinen Insel Bo Hon an.

Diese Höhle ist zwar nicht die größte der Welt, aber sie zählt zu den größten. Sie ist in zwei Hallen unterteilt, wobei die kleiner eher als Vorraum dient.

Die große Halle hat eine Höhe von 30 m und ist in der Länge 500 m begehbar.

Bizarre Felsformationen und Berge bilden eine einzigartige Höhlenlandschaft. In typisch asiatischer Art ist sie bunt ausgeleuchtet.

Zurück nach Ha Long

Auf der Rückfahrt nehmen wir eine etwas weiter nördliche Route. Die Felsen sind kleiner, aber dennoch zahlreich vorhanden.

Das Wetter hat sich wieder etwas verschlechtert, sodass die Felsen im Dunst eine mystische Landschaft bilden.
Reiseführer Chuong
In einer ruhigen Minute finden wir Zeit uns mit unserem Reiseführer Vu Hoang Chuong zu unterhalten. Als wir ihn auf den Vietnam Krieg ansprechen erzählt er uns, dass er damals noch ein kleines Kind gewesen sei. Sein Vater wurde von einem Granatsplitter tödlich getroffen und seine Mutter schwer verletzt.
Sie lebt seither von einer kleinen Kriegsopfer Rente. Er selbst ist dann bei Pflegeeltern aufgewachsen. Später holte in sein Onkel nach Hongkong, wo er in dessen Hotel arbeiten konnte.

Da er aber nicht als Flüchtling anerkannt wurde, musste er nach vier Jahren das Land wieder verlassen.
Seither versucht er durch Fortbildung beruflich Fuß zu fassen. Zur Zeit arbeitet er in der Touristenbranche. Es schmerzt zu hören, dass die Wunden des Krieges noch immer nicht verheilt sind.
Ha Long

Die Ha Long Bucht wird von einer riesige Hängeseilbrücke überspannt, die Ha Long mit Bach Dang verbindet.
Davor entstehen riesige Pfeiler, die es demnächst ermöglichen die Bucht mit einer Seilbahn zu überqueren. An der Endstation hat man dann eine herrlichen Aussichtspunkt auf die Bucht.

Am anderen Ende entsteht ein Freizeitpark. Ein Riesenrad steht bereits. Alles deutet darauf hin, dass hier der Tourismus erst am Anfang steht. Die Prognosen weisen darauf hin, dass der Tourismus in Südost-Asien bis 2025 nochmals um 50% wachsen wird.
Wir machen uns auf den Rückweg nach Hanoi, das wir nach 4 Stunden wieder erreichen.
Fazit
Die Ha Long Bucht zählt zweifelsfrei zu den schönsten Naturlandschaften auf diesem Planeten. Ein Besuch ist zwingend bei einer Vietnam-Reise.
Wären wir besser informiert gewesen, hätten wir hier aber mindestens 4 Tage mit einer Übernachtung auch auf der Insel Cát Bà verbracht. Die Chancen dann auch Sonnenschein hier zu erleben wären wohl deutlich besser gewesen.
Kritik, dass viel zu viele Touristenschiffe unterwegs sind oder dass in Vietnam alles Betrug ist, ist immer wieder zu lesen. Dies muss man deutlich von der Hand weisen. Erstens, man ist nicht alleine auf dieser Welt und zweitens finden wir die Schiffe in der Bucht durchaus malerisch.
Solange die Natur die Touristen verkraftet, ist der Tourismus in Ordnung. Die Chance, dass einst Boote mit Elektroantrieb unterwegs sein werden steigen von Jahr zu Jahr. Und Segel haben sie ja bereits.

Wer eine Tour ab Hanoi und zurück, 24 Stunden auf dem Schiff mit einer Übernachtung, der gesamten Verpflegung und allen Eintrittsgeldern für $ 70.- bucht, darf sich nicht wundern, dass er dann keine 5-Sterne-Suite auf dem Boot vorfindet.
Der sollte sich mal erkundigen, was die Mannschaft auf dem Schiff oder der Fahrer des Shuttles verdient.
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