Auf dem Weg nach Angkor Thom passierten wir den ca. 1000 Jahre alten
Ta Keo Tempel – Prasat Keo – Kristalltempel
Der Ta Keo Tempel wurde von König König Jayavarman V. und König Suryavarman I. errichtet, aber nie fertiggestellt
Er war bis zu diesem Zeitpunkt das monumentalste Bauwerk der Khmer und sollte als Staatstempel dienen. Doch ein Blitzeinschlag wurde als böses Omen gewertet und deshalb der Bau eingestellt. Bis auf wenige Reliefs ist der Tempel quasi im Rohbau geblieben.

Suryavarman I. soll den Tempel dem Gelehrten Yogisvara Pandita überlassen haben, der sich aber als nicht würdig befand, die oberste Terassenstufe zu bewohnen.
Ta Keo ist der erste Tempel der vollständig aus Sandstein erbaut wurde. Der Sandstein musste aus dem 30 km entfernten Bergland herantransportiert werden.
Spean Thma (Thma Brücke)
Wenige hundert Meter weiter überquert die Straße den Siem Reap River. Lange rätselten die Archäologen, wie das mächtige Reich der Khmer so schnell zerfallen konnte. In der Zwischenzeit scheint das Rätsel gelöst zu sein.

Das Ende des Khmer-Reiches
Der Verfall begann wohl schon unter König Suryavarman II. der als einer der größten Herrscher der Khmer galt. Er war auch der Erbauer des Tempels Angkor Wat, der als Staatstempel errichtet wurde. Doch die religiöse Ausrichtung ging zu Vishnu. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die stärker Shiva verehrten. Nach seinem Tod folgt einige Jahre der Wirren. Neben Thronstreitigkeiten eroberten die Cham die Hauptstadt der Khmer, indem sie überraschend die Wasserstraßen und den Tonle Sap See benutzten.
Erst 10 Jahre später konnte Jayavarman VII. wieder den Thron besteigen, nachdem er die Cham bezwungen hatte. Die Streitigkeiten mit den Cham gingen noch einige Jahre weiter, doch in der Zwischenzeit startete Jayavarman VII. ein gigantisches Tempelbauprogramm. Außerdem ließ er sich einen neuen Regierungssitz bauen, Angkor Thom.
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Jayavarman VII. war Buddhist im Gegensatz zu seinen Vorgängern, die Hinduisten waren. Vermutlich hatten auch seine Unterstützer und Anhänger den Glauben gewechselt, sodass er gezwungen war neue Tempel zu errichten. Doch das hatte seinen Preis. Im Tempel waren nicht nur Mönche, sondern auch Tänzerinnen, Bedienstete, Wachleute, Handwerker usw. Letztendlich waren in Angkor hunderttausende Menschen in den Tempeln beschäftigt und mussten von der restlichen Bevölkerung mitversorgt werden.
Als dann ein meteorologischer Doppelschlag erfolgte, einige Jahre Dürre, dann einige Jahre übermäßiger Regenfall, reichten die Ressourcen nicht mehr aus und die Bevölkerung begann die Region zu verlassen. Hinzu kam, dass während der Trockenzeit die Khmer den Siem Reap River in ein künstliches Bett zwangen, das östlich von Angkor Thom verlief um die südlichen Landesteile mit genügend Wasser zu versorgen. Als die Regenjahre kamen, konnte der Kanal die Fluten nicht mehr aufnehmen und das Kanalsystem zerstörte sich selbst. Dies bedeutete das Ende von Angkor.
Die Spean Thma ist das Symbol für diesen Untergang. Hier lassen sich die unterschiedlichen Wasserpegel erkennen.
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