Die Tempelstadt My Son liegt ca. 50 km südwestlich der Stadt Hoi An in der Provinz Quảng Nam. Zwischen dem 4. und 13. Jahrhundert war My Son das religiöse und kulturelle Zentrum des Champa Königreiches.
In einem Zeitraum von zehn Jahrhunderten bauten die Cham hier mehr als 70 Turm-Tempel. Mit der Verdrängung der Cham in Richtung Süden gerieten die Anlagen in Vergessenheit.

Der Name My Son bedeutet „schöner Berg“. Die Tempelstadt mit einer Fläche von 142 ha liegt in einem bewaldeten Kessel, eingebettet in eine wunderschöne Landschaft mit kristallklaren Bächen. Sie ist nur über einen schmales Tal zugänglich.
Ab dem 10. Jahrhundert waren die Anlagen nur den umliegenden Bewohnern bekannt. Im frühen 20. Jahrhundert wurde die Tempelstadt von französischen Archäologen wiederentdeckt und dokumentiert.

Während des Vietnam-Krieges diente das Tal als Rückzugsort für den Vietkong. Bei Bombardierungen durch die Amerikaner wurden ca. 50 Tempel völlig zerstört.
Das gesamte Gebiet ist noch immer dicht von Bombenkratern übersät. Spuren in den noch vorhandenen Tempeln und Stelen zeugen noch heute von den Gewehrsalven während der Eroberung des Geländes.
Hier sehen Sie das 4K UHD Video
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenSeit 2002 werden Wiederaufbauarbeiten von der UNESCO, aber auch von privaten deutschen Spendern, gefördert. Die Tempel sind aus gebranntem Ziegelstein mit Steinsäulen gebaut und mit Sandstein-Reliefs verziert. Auf den Reliefs sind Szenen aus der Hindu-Mythologie dargestellt.
Der berühmteste Turm war 24 m hoch und mit Skulpturen von Löwen und Elefanten verziert. Unsere kompetente Reiseführerin Pham Thi Thu Ba macht uns auf viele Details aufmerksam und gibt uns einen exzellenten Einblick in die Kultur der Cham.

Aber die Rekonstruktion gestaltet sich als außergewöhnlich schwierig. Bis heute ist nicht bekannt ist, wie die Cham ihre Ziegel herstellten. Die Fugenlose Bauweise der Cham erfordert extrem glatte Oberflächen.
Versuche die Ziegel per Hand herzustellen scheiterten. So entschloss man sich die neuen Ziegel mit modernen Trennschneidemaschinen zuzuschneiden. Die Verwendung von Mörtel führte in diesem Klima zu Moosbewuchs, sodass man mittlerweile davon absieht.

Die Tempel waren von der hinduistischen Kultur geprägt. Ab dem 9 Jahrhundert tendierten die Cham immer mehr zum Buddhismus, so dass die Tempelstadt auch an Symbolkraft verloren.

Die Tempelstadt My Son ist seit 1999 von der UNESCO als Weltkulturerbe geschützt.

Der Ort übt auf uns auch heute noch einen mystischen und spirituellen Einfuß aus, auch wenn noch viel an Restaurationen durchzuführen sind.
Bitte lesen Sie auch:
- Mit dem Auto von Hoi An nach My Son
- Traditionelle Cham Tänze in My Son
- Mit dem Boot von My Son nach Hoi An
Pin it – für später merken

Text, Fotos und Video: Copyright © myVideoMedia