Das Kriegsrestemuseum (War Remnants Museum) ist eines der populärsten Museen in Vietnam. In unserer Jugend haben die Bilder des Vietnamkriegs das Tagesgeschehen beherrscht. Allerdings waren die Bilder damals größtenteils von den Amerikanern gefiltert und die Kommentare von ihrer Politik beeinflusst. Hier hat man nun die Möglichkeit einen Blick auf diesen Krieg aus vietnamesischer Sicht zu werfen.

Neben Kriegsgerät der Amerikaner gibt es eine umfangreiche Sammlung von Bildern, die die Kriegsverbrechen der Amerikaner und ihrer südvietnamesischen Verbündeten zeigen.
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Mehr InformationenAußenbereich

Im Außenbereich des Museums sind verschiedene Geschütze, Panzer, Hubschrauber und Flugzeuge ausgestellt. Dazwischen wird immer wieder nicht explodierte und entschärfte Munition ausgestellt. Die Ausstellung vermittelt einen kleinen Eindruck mit welchem technischen Aufwand die USA versuchten diesen Krieg zu gewinnen.

Tiger-Käfige
Der Nachbau eines Foltergefängnisses, von denen es in Südvietnam mehrere gab, erlaubt einen Einblick in die Folterpraktiken während des Krieges. Die bekanntesten Gefängnisse sind Con Dao (Con Son) und Phu Quoc. Meist bereits von den Franzosen erbaut, wurden sie während des Vietnamkrieges mit amerikanischer Unterstützung ausgebaut und von den Südvietnamesen betrieben.
Die Zellen waren extrem klein und in der Regel mit fünf Gefangenen belegt, die mit Stahlklammern an den Beinen fixiert wurden. Dadurch war die Bewegungsfreiheit so eingeschränkt, dass die Gefangenen sich nicht ausstrecken, sondern nur gekrümmt kauern konnten.

Aber es gab noch eine Steigerung. Flache Eisenkäfige, die mit Stacheldraht umwickelt waren. Bei jeder Bewegung verletzte sich der Gefangene selbst. Sie wurden im Freien aufgestellt und waren tagsüber voll der Sonne und nachts der Kälte ausgesetzt. Oft wurden sie bei Kälte mit Wasser übergossen. Das wurde dann Tigerwäsche genannt.

200.000 Gefangene wurden so gehalten, davon starben 20.000. Viele, die überlebten, hatten verkrüppelte Hände und Beine, so dass sie sich nur noch kriechend fortbewegen konnten.

In einem Raum wurde die letzte Guillotine von Vietnam gezeigt. Der letzte Mensch, der durch diese starb war Hoang Le Kha, dessen richtiger Name Hoang Le Can lautete. Er war Sekretär des Distrikt-Parteikommitees von Duong Minh Chau. Er starb am 3. März 1960 im Alter von 43 Jahren durch die Regierung von Ngo Dinh Diem.
Museumsgebäude
In diesem Teil werden Fotos von Kriegsverbrechen der Amerikaner und Südvietnamesen dokumentiert. Viele Fotos stammen von dem japanischen Vietnamkriegsjournalisten Bunyo Ishikawa, der viele Bilder seiner Sammlung 1998 dem Museum stiftete.

Neben vielen Opfern werden vor allem die Kriegsverbrechen der Tiger Force, der Task Force Baker von My Lai und die Entlaubungsaktion mit Agent Orange, sowie die Bombardierungen mit Napalm, hervorgehoben.
Agent Orange wirkt bis heute nach und verstümmelte Neugeborenen und frühzeitige Todesfälle sind die Folge. Skandalös ist bis heute, dass die Untersuchungen dieser Vorfälle weitgehend verschleppt oder ganz unterdrückt wurden.
Verurteilt wurde so gut wie keiner der Täter. Der Hauptverantwortliche von My Lai kam mit 44 Monaten Hausarrest davon. Zu vernünftigen Entschädigungszahlungen konnte sich die USA bisher auch nicht durchringen.
Zusammenfassung
Das Museum legt ein umfassendes Zeugnis der Geschehnisse im Vietnamkrieg ab. Unvorstellbare Gräueltaten wurden begangen und anschließend verschleiert. Die USA haben damit ihren Anspruch auf die moralische Instanz in dieser Welt, den sie sich nach dem 2. Weltkrieg erworben haben, endgültig wieder verspielt.

Fairerweise muss man aber auch bemerken, dass Nordvietnam, bzw. der Vietkong auch Kriegsverbrechen begangen haben, die hier natürlich nicht erwähnt werden.
Diese Verbrechen hatten aber auch bei weitem nicht den Umfang der Kriegsverbrechen, die die Amerikaner hier im Land begangen haben. Deshalb kann man diese Ausstellung auf keinen Fall als Propaganda abtun.
Tief erschüttert über so viel menschliches Leid verlassen wir das Kriegsrestemuseum, um auch wieder auf andere Gedanken zu kommen.
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