Bei schönem Wetter und gutgelaunt machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Schließlich haben wir uns bereits bei der Ankunft in Avila am Bahnhof erkundigt, ob auch wirklich ein Zug von Avila nach Toledo fährt. Die Antwort war positiv. Außerdem haben wir ja auch schon eine Menge Erfahrung mit Bahnreisen in Spanien gesammelt, allerdings nur mit den Hochgeschwindigkeitszügen von RENFE.
Am Bahnhof angekommen wollten wir ein Ticket bis Toledo lösen. Die Antwort war leider:“Das gibt es nicht“. Etwas ratlos sahen wir uns an und bohrten dann bei dem ansonsten sehr freundlichen Bahnbeamten weiter nach. Schließlich erfuhren wir, dass wir lediglich ein Ticket bis Madrid kaufen können. Also lösten wir eines bis Madrid.
Warum das so ist wissen wir bis heute nicht, wir können es höchstens erahnen. Die Regionalbahn und RENFE sind unterschiedliche Gesellschaften und offensichtlich gibt es keine Kooperation.
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Nun ja, wir sitzen im Zug und erfreuen uns an der schönen Landschaft. Schnell wird klar, dass die Landschaft steil ansteigt. Der Zug windet sich die Hänge der Sierra de Gredos, die zum spanischen Zentralmassiv gehört, hinauf.
Die Landschaft wird immer karger und gibt teilweise den Blick frei auf tief eingeschnittene Täler. Hier ist nur noch Viehzucht verbreitet. An den südlichen Abhängen sind größere Waldgebiete zu finden.
Die Strecke führt über La Canada, Navalperal de Pinares, La Estacion und Zarzalejo nach San Lorenzo de El Escorial, von wo aus uns die Stecke nach Madrid bereits vertraut ist.
Nach dem Scheitelpunkt der Strecke fährt die Bahn nur unwesentlich nach unten. Wir haben die Meseta (Hochland von Kastilien), die zentrale Hochebene erreicht.
Umsteigen in Madrid
Wir haben gehofft mit dem Zug bis Madrid Atocha, Madrids südlicher Bahnhof, fahren zu können, doch in Madrid Chamartin, dem nördlichen Bahnhof von Madrid, ist Endstation. Also müssen wir mit der Metro fahren. Wir denken kein Problem, aber…
Als wir endlich die Warteschlange vor einem Ticketautomat überwunden haben, werfen wir das das Geld ein und wählen ein Ticket. Aber nichts passiert! Ein Angestellter des Bahnhofs versucht sein Glück um uns zu helfen. Es passiert wieder nichts! Also muss er einen Beamten mit einem Schlüssel rufen.
Nach einer weiteren gefühlten Ewigkeit erscheint dieser, öffnet den Automat und pickt das Geld aus dem Gestänge. Wir dürfen einen weiteren Versuch starten und diesmal klappt es auch. Wir gehen zu Metro und fahren bis Atocha.
Wieder versuchen wir an einem Automat ein Ticket nach Toledo zu lösen. Doch der Automat akzeptiert weder Visa noch Eurocard. Also müssen wir zum Schalter gehen. Doch Ticket bekommen wir erst einmal auch keines. Erst müssen wir eine Nummer ziehen und warten, bis diese aufgerufen wird.
Von Madrid nach Toledo
Endlich haben wir ein Ticket und sitzen im Hochgeschwindigkeitszug nach Toledo. Die Fahrt führt über flaches Gelände und dauert lediglich 20 min. Endlich können wir wieder entspannen. Die Fahrt durch Madrid hat uns 2,5 Stunden gekostet.
Bahnhof von Toledo – Estación de Toledo
Am Bahnhof angekommen fällt uns sofort das Bahnhofgebäude im Mudejar-Stil ins Auge. Das Gebäude wurde 1919 nach Plänen des Architekten D. Narciso Clavería y Palacios erbaut.
Anlässlich der Einweihung der Hochgeschwindigkeitsverbindung nach Madrid wurde er 2005 restauriert. Die Empfangshalle war einst ein königlicher Wartesaal. Der als Denkmal klassifizierte Bahnhof zählt zu den Kulturgütern.
Der Bahnhof liegt ca. 2 km östlich der Stadt. Vom Bahnhofsvorplatz kann man mit Bussen in die Stadt fahren. Da wir sehr viel Gepäck haben, nehmen wir ein Taxi zum Hotel.
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