Buchara ist eine der ältesten Städte in Usbekistan. Die UNESCO erklärte Buchara zum Weltkulturerbe, als „das vollständigste Beispiel einer mittelalterlichen Stadt in Zentralasien mit einem weitgehend intakten städtischen Gefüge.“

Geschichte
Die Region um Buchara (Buxoro), Sogdien war Anfangs Teil des Achämenidenreiches (Altpersiches Reich), das von Alexander dem Großen beendet wurde. Es folgte eine unruhige Phase, in der kleine Fürstentümer und Stadtstaaten diesen Teil der Seidenstraße beherrschten. In den folgenden 2 Jahrhunderten kam es immer wieder zu Kämpfen mit den iranischen Hunnen und den Kök-Türken. Schließlich übernahmen die Araber die Macht und trieben in Sogdien und im Sassanidenreich die Islamisierung voran. 865 kamen die persischen Samaniden an die Macht und Buxoro wurde die Hauptstadt Transoxaniens und Chorasans.
Die Herrschaft der Samaniden wurde von den türkischen Karachaniden beendet, mussten sich später aber den Großseldschuken unterordnen.
Nach einer weiteren Phase wechselnder Herrscher zerstörte Dschingis Khan die Stadt. 1238 bis 1241 kam es zum Tarabi Aufstand, dem Zehntausende Menschen zum Opfer fielen. Während der Herrschaft der Timuriden, mit Samarkand als Hauptstadt fiel Buxoro in die Bedeutungslosigkeit. Erst unter den Scheibaniden mit dem Usbeken-Khanat, erlebte Buxoro einen neue Blüte, die aber mit den Dschaniden wieder verschwand.

1920 wurde bei schweren Kämpfen mit der Roten Armee, 75% der Stadt zerstört. In der Usbekischen Sozialistischen Sowjetrepublik war die 1945 wiedereröffnete Miri-Arab Madrasa die einzige islamische Bildungsstätte der Sowjetunion. 1991 wurde Usbekistan ein unabhängiger Staat.
Buchara besitzt mehr als 140 Baudenkmäler aus verschiedenen Epochen.
Geführter Stadtrundgang
Unser Stadtrundgang beginnt beim ältesten Gebäude der Stadt aus dem 10. Jahrhundert, dem Mausoleum der Samaniden.
Samaniden Mausoleum
Begleitet werden wir von unserer kompetenten Touristenführerin Gulchekhra Faiziyeva.
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Mehr InformationenDas Mausoleum ist gleichzeitig das älteste erhaltenen Bauwerk Zentralasiens, das vor 907 erbaut wurde. Architektonisch ist es die Fortsetzung der zoroastrischen Feuertempel. Es bestimmte maßgeblich den Baustil der folgenden Gebäude.
Es wird vermutet, dass es sich dabei um das älteste islamische Kuppelgrab überhaupt handelt.

Chashmai-Ayyub-Mausoleum
Nördlich des Samaniden Mausoleums, am Rande des Parks, liegt das Chasmai-Ayyub-Mausuleum (Hiobsbrunnen-Mausoleum), vermutlich aus der Timuridenzeit. Im Inneren befindet sich ein Brunnen.

Der Legende nach soll Hiob mit einem Stab die Quelle aus dem Fels geschlagen haben. Angeblich besitzt das Wasser Heilkräfte. Gegenüber dem Mausoleum wurde 1998 eine Gedenkstätte und Bibliothek für Ismail al Buchari, einem bedeutenden islamischen Gelehrten, der in Samarkand bestattet ist, errichtet.

Bolo-Hovuz-Moschee
Unsere nächste Station ist die Bolo-Hovuz-Moschee. Sie befindet sich gegenüber der Ark-Zitadelle auf der Westseite des Registan, dem ursprünglichen Hauptplatz der Stadt.

Der Teich vor der Moschee diente ursprünglich der Wasserversorgung der Bevölkerung. Er ist älter als die Moschee und heißt Bolo Hovuz, Kinderteich. Die Moschee wurde 1712 errichtet, ein kleines Minarett daneben 1917.
Die Moschee verfügt über eine 10 m tiefe Vorhalle, die als Sommermoschee genutzt wurde. Kunstvoll verzierte Säulen mit Stalaktiten Kapitellen und eine reichhaltig verzierte Kassettendecke zeichnen dieses Gebäude aus.

Das innere der Moschee ist blau ausgeleuchtet, ebenso wie viele Gebäude im Islam über blaue Dekorationen verfügen. Das Blau des Himmels und des Meeres ist im Islam die Farbe der Unergründlichkeit und der Unendlichkeit.
Ark-Zitadelle
Wir überqueren den Registan und betreten die Ark-Zitadelle, eine mächtige Festung. Direkt hinter dem Eingang befindet sich das Verlies.

Der Zindon, das ehemalige Gefängnis ist allerdings ein eigenes Gebäude nordöstlich der Ark-Zitadelle. Im Laufe der Geschichte wurde das Gebäude mehrfach zerstört und wieder aufgebaut, zuletzt unter den Scheibaniden.

Am Ende des Aufgangs befindet sich die Djami-Moschee, die Freitagsmoschee. Sie wurde 1712 erbaut. Auch hier finden wir wieder kunstvoll gestaltete Säulen und Decken. Danach betreten wir den Thronsaal, von dessen Überdachung aber nur noch ein kleiner Teil erhalten ist.

So präsentiert er sich als großer Innenhof mit von Säulen getragenen Vordächern. Eine Treppe, die von einem kleinen steinernen Löwen bewacht wird, führt in die ehemalige Schatzkammer.

Im ehemaligen Palast ist heute ein Museum für Landeskunde untergebracht. Neben Alltagsgegenständen werden Waffen, Malereien und Gemälde gezeigt. Von der Plattform vor dem Palast hat man einen sehr schönen Ausblick über den Registan, auf dem ein einsames Kamel, Touristen eine Runde tragen darf.

Zurück auf dem Registan bestaunen wir noch einmal die mächtigen Mauern der Zitadelle, bevor wir weiter ins Zentrum von Buchara gehen.

Bitte lesen Sie weiter > Geführter Stadtrundgang in Buchara – Teil2
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