Von der Marina di Venezia aus wollen wir einige Inseln in der Lagune erkunden. Zuerst nehmen wir das Boot vom Pier in Punta Sabbioni zur Insel San Francesco del Deserto. nahe der Insel Burano.
San Francesco del Deserto
Die Insel war bereits in römischer Zeit besiedelt, wurde aber später, um 650 n. Chr., bei steigendem Wasserstand aufgegeben. Erst im 13. Jahrhundert wurde sie wieder neu besiedelt.

Nach seiner Rückkehr aus dem Heiligen Land gründete der Hl. Franziskus 1220 hier eine Einsiedelei. Darauf ist das heutige Kloster zurückzuführen, das vom Orden der Francescani Minori erbaut wurde. Sie errichteten das Kloster mit zwei Kreuzgängen.
Da es auf der Insel kein Trinkwasser gibt, wurde unter den Kreuzgängen ein Wasserreservoir gebaut, in dem das Regenwasser gesammelt wird. Wer genau hinschaut erkennt die geneigte Bodenabdeckung in den Innenhöfen.

1420 wurde die Insel wegen der klimatischen Bedingungen erneut verlassen und erhielt daraufhin den Namen San Francesco del Deserto. Nach über 30 Jahren kehren die Mönche wieder zurück. Diesmal sind es die Frati Minori Osservanti. Im 17. Jahrhundert dient die Insel als Lazarettinsel für Pestkranke.
Am Beginn des 19. Jahrhunderts eroberte Napoleon das Gebiet, das Kloster wurde geschlossen und die Mönche mussten die Insel erneut verlassen. Die Kirchenglocken wurden zu Kanonen verarbeitet. Das nächste halbe Jahrhundert diente die Insel als Pulvermagazin. 1856 kehrten die Mönche auf Wunsch der Österreicher wieder auf die Insel zurück.

Heute leben noch 5 Mönche im Kloster. An Wochenenden werden Seminare zur Stärkung der inneren Besinnung angeboten. Vom Klostergarten aus kann man in der Ferne den Flughafen von Venedig und die Insel Burano sehen.

Es gibt keine öffentliche Fährverbindung zur Insel San Francesco del Deserto. Nur im Rahmen von organisierten Führungen oder mit Privatbooten kann man sie erreichen. Einige geführte Touren nutzen die typischen venezianischen Boote in der Lagune, genannt Baragozzo.

Zurück beim Boot fahren wir in Richtung Burano, gehen aber noch nicht an Land, sondern umrunden sie und fahren weiter zur Insel Torcello.
Torcello
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Mehr InformationenDurch einen schmalen Kanal erreichen wir die Vaporetto – Anlegestelle und gehen zu Fuß weiter.

Vor uns liegt die Teufelsbrücke, Ponte del Diavolo, ein pittoreskes Bauwerk ohne Geländer. Über die Entstehung des Namens gibt es unterschiedliche Versionen, wahr ist vermutlich keine.
Wir gehen den Kanal entlang, bis er im linken Winkel abbiegt. Wir gehen geradeaus über die Brücke, Ponte del Santa Maria. Die schönen alten Häuser und Palazzi bieten unzählige Fotomotive.

Der Weg verbreitert sich zu einem Platz vor der katholischen Kirche der Heiligen Fosca.

Daneben befindet sich die Kirche der heiligen Maria Assunta, eine Basilika Minor.

Auf dem Vorplatz werden in einer Ecke römische, byzantinische und venezianische Grabungsfunde ausgestellt. Hier sehen wir auch Attila’s Thron. Jedoch hat der Hunnenkönig nie darauf gesessen, sondern er diente als Thronsessel und Richterstuhl.

Vermutlich war auch die Insel Torcello bereits im 1. Jahrhundert besiedelt. Ab dem 6. Jahrhundert gewann es als Bischofssitz und zentraler Handelsknoten in der Lagune immer mehr an Bedeutung. Im 10. Jahrhundert hatte Torcello vermutlich 10.000 bis 20.000 Einwohner und war bedeutender als Venedig.
Zahlreiche Kathedralen, Kirch, Klöster und Kapellen waren ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur. Allerdings gab es auch bereits ein Hospiz.
Neben dem Handel spielte die Glasherstellung eine bedeutende Rolle.
Ab dem 12. Jahrhundert versumpfte die Insel und Malaria breitete sich aus. Die Einwohner verließen die Insel in Richtung Venedig und Murano. Der Ort sank zur Bedeutungslosigkeit herab. Von 12 Pfarren und 16 Klöstern blieben lediglich die beiden oben genannten erhalten. Heute leben noch 20 Einwohner auf der Insel.

Wieder zurück auf dem Boot setzen wir unseren Ausflug fort. Nächste Station ist Burano.
Bitte lesen Sie weiter > Burano und Trattoria Ai Cacciatori
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Hinweis: Der Besuch erfolgte auf Einladung von Marina di Venezia in Zusammenarbeit mit Visit Cavallino. Vielen Dank an Massimo Battaglio und Miki Barone! Alle Eindrücke und Meinungen sind unsere eigenen.
Text, Fotos und Video: Copyright © myVideoMedia
Video Soundtracks:
Watching Seabirds Soar (Harmony) by DoKashiteru (c) copyright 2010 Licensed under a Creative Commons Attribution (3.0) license. http://dig.ccmixter.org/files/DoKashiteru/24925 Ft: Snowflake
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