Das Ulugh Beg Observatorium in Samarkand ist der sichtbare Beweis, wie weit Zentralasien der westlichen Welt wissenschaftlich voraus war.

Ulugh Beg war einer der Enkel des Gründers des Timuriden-Reichs Timur-Lenk. Sein Vater Shah-Ruchs setzte sich bei den Unruhen um die Thronnachfolge durch und machte Herat zur neuen Hauptstadt. Deshalb setzte er Ulugh Beg als Stadthalter in Samarkand ein.
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Mehr InformationenNachdem Ulug Beg bereits die Ulugh-Beg-Madrasa errichten lies und dort 70 Gelehrte versammelt hatte, lies er das Observatorium erbauen. Im Inneren befand sich ein gemauerter Sextant mit einem Radius von 36 m. Das Gebäude war rund, dreistöckig und 30 m hoch.

Er errechnete zusammen mit den Gelehrten Dschamschid Masʿud al-Kaschi und Qadi Zada die Ekliptik, d. h. den Winkel zwischen dem Kreis der jährlichen Bahn der Sonne und der Äquatorebene.
Außerdem erstellten sie zwischen 1420 und 1437 einen Sternenkatalog mit 1018 Sternen. Dieser Sternenkatalog wurde in seiner Genauigkeit erst in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts von Tycho Brahe übertroffen.

Nach der Ermordung Ulugh Begs und der Zerstörung des Observatorium konnte der Astronom Ali al-Quschdschi mit einer Kopie der Sterntafel entkommen und sie nach Täbris bringen. So kam das Wissen über Istanbul nach Europa.
Ulugh Beg wurde im Oktober 1449 von seinem Sohn Abd al-Latif als Herrscher abgesetzt und vermutlich in seinem Auftrag ermordet. Ulugh Beg war die Wissenschaft sehr wichtig. Deshalb nahm er es mit der Herrschaft und der Religion nicht so genau. Dies war der Geistlichkeit, den Sufis und Derwischen ein Dorn im Auge. Deshalb stiftete der Hodschas (Religionsgelehrter) Ubaidullah Ahrar den Sohn von Ulugh Beg zu seinen Taten an.
Nach der Absetzung wurde Ulugh Beg auf Pilgerreise geschickt, unterwegs festgenommen und hingerichtet. Das Observatorium wurde zerstört.
Ulugh Beg ist der tragische Held von Samarkand. Weil er erkannte, dass das Wissen aufgrund der Beweise der Wissenschaft wichtiger waren als der Glaube, musste er mit seinem Leben bezahlen und wurde praktisch zum Märtyrer der Wissenschaft.
Abu I-Chair Khan, der Gründer des Usbeken-Khanats aus Buchara übernahm die Macht im Timuriden-Reich.

Der unterirdische Teil des Observatoriums wurde 1908 vom russischen Archäologen Vassily Lavrentyevich Vyatkin wiederentdeckt und ausgegraben.
Heute befindet sich neben den restaurierten Teilen des Observatoriums ein kleines Museum, mit Modellen, Schrifttafeln und Fotos. Eine Grafik zeigt Ptolemäus, Ticho Brahe, Riccioli, Landgraf Wilhelm IV. von Hessen-Kassel, Jan Geveliy und Ulugh Beg zusammen mit Urania an einem Tisch sitzen.

Beim Verlassen des Museums trafen wir die deutsch-österreichische Reisegruppe wieder, die wir bereits im Safari Yurt Camp am Aydarkul kennengelernt haben. Sie halfen liebenswürdiger Weise Ursula mit einem Medikament gegen ihre Magenprobleme aus.

Von der Plattform des Observatoriums hat man einen herrlichen Überblick über fast alle Sehenswürdigkeiten von Samarkand.

Rechts sieht man die riesige Bibi-Chanum-Moschee und das Bibi-Chanum Mausoleum, links daneben die Madrasas vom Registon Platz.
Im Vordergrund der Schutthügel der zerstörten Stadt Afrasiab. Im linken Teil darauf das Shohizinda Ensemble mit seinen Kuppeln.Es gehört zu den bekanntesten Nekropolen in Zentralasien.
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