Bibi-Chanum-Moschee
Timur Lenk prägte das Stadtbild von Samarkand wie kein zweiter, also ist es nicht verwunderlich, dass er die Bibi-Chanum-Moschee erbauen ließ. Mit dem Befehl zum Bau der Moschee im Jahre 1399, wollte Timur damit in Samarkand ein Zeichen seiner Macht Ausdruck verleihen.

Während der Folgejahre war Timur meist auf Feldzügen unterwegs. Vermutlich hatte seine Hauptfrau Sara-Molk Chanum während seiner Abwesenheit die Bauaufsicht.

Sie ließ gegenüber der Moschee zur gleichen Zeit eine Madrasa erbauen, von der heute nur ein Kuppelbau erhalten ist. Dieser wird als das Mausoleum der Bibi Chanum bezeichnet.
Hier sehen Sie das 4K UHD Video
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenDie Bezeichnung Bibi steht im Persischen eher als Bezeichnung für eine verehrungswürdige Frau, also eher für eine bereits ältere Frau, die Sara-Molk Chanum zu dem Zeitpunkt bereits war. Die Legende machte daraus eine junge verliebte Frau, die Ihrem Mann die Moschee zum Geschenk machte.

Vom Vorplatz der Mosche hat man auch einen guten Blick auf die Hazrat Khizr Moschee, vor der sich das Grab des Präsidenten befindet. Hazrat Khizr war ein volksnaher moslemischer Heiliger.

Als Timur die Moschee 1404 kurz vor ihrer Fertigstellung das erste mal sah war er von ihr enttäuscht und ließ zahlreiche Veränderungen vornehmen. Diese Veränderungen beeinträchtigten die Statik des Bauwerks. Trotz reichlicher Nachbesserungen zugunsten der Statik fielen bereits nach wenigen Jahren erste Ziegel aus der Kuppel.

Im Laufe der Jahrhunderte verfiel die Moschee immer mehr und wurde als Depot für Baumaterial von der einheimischen Bevölkerung verwendet.
Anfang des 20. Jahrhunderts begannen die Russen mit ersten Sicherungsmaßnahmen, aber erst Ende des Jahrhunderts ließ die Usbekische Regierung das Bauwerk umfänglich restaurieren.

Heute erstrahlt es fast wieder in altem Glanz und beeindruckt durch die Kunstfertigkeit der Architekten und Handwerker, aber auch durch ihre unglaublichen Dimensionen. Sowohl das Eingangstor als auch der Kuppelbau der Moschee sind über 40 m hoch.

In der Moschee ist ein altes Bild ausgestellt, das die Ruinen in ihrem erbärmlichen Zustand vor der Restaurierung zeigt.
Siyob Basar

Direkt neben der Moschee führt ein breites dreischiffiges Tor zum Siyob Basar. Er ist der größte Basar in Samarkand und bietet alle erdenklichen Lebensmittel und Waren für den täglichen Gebrauch an.

Eindrucksvoll ist das schöne, frische und getrocknete Obst , so wie das angebotene Gemüse.

Bekannt ist aber auch das Fladenbrot, das hier Naan genannt wird. Es wird in einem Tandur über offenem Feuer gebacken. Dieselbe Herstellungsmethode haben wir bereits in Osch, in Ösgön und in Karakol gesehen. Die offenen Backweise verleiht dem Brot seinen typischen Geschmack.
Bitte lesen Sie auch > Mit dem Hochgeschwindigkeitszug von Samarkand nach Taschkent
Pin it – für später merken

Text, Fotos und Video: Copyright © myVideoMedia