Braga, die heute drittgrößte Stadt Portugals, ist über 2000 Jahre alt und war bereits bei den Römern bekannt. Während der Zeit der Völkerwanderung war Braga die wichtigste Stadt der Sueben, einer Stammesgruppe germanischer Völker. Später übernahmen mehrfach die Mauren de Kontrolle.
Im Laufe der Jahre wurden in Braga sehr viele Kirchen gebaut und die Stadt bezeichnet sich selbst als die religiöse Hauptstadt Portugals. on der UNESCO bekam Braga die Auszeichnung City of Media Arts.
Wir fahren mit der Bahn von Porto nach Braga und gehen zu Fuß die kurze Strecke bis zum Palacete Cunha Reis. Es galt im 18 Jahrhundert als das bedeutendste Gebäude im Außenbereich von Braga.
Musik von Johannes Kayser
Schräg gegenüber befindet sich der Arco da Porta Nova, ein Triumphbogen, der den westlichen Eingang zur Stadt darstellte. Traditionell diente er der symbolischen Übergabe der Schlüssel zur Stadt an bedeutende Persönlichkeiten. 773 erhielt der Bogen sein barockes Aussehen.

Die Kathedrale von Braga ist die älteste Kathedrale in Portugal und zählt zu den bedeutendsten Kulturbauwerken des Landes. Sie wurde auf den Fundamenten eines römischen Tempels errichtet und ist von einer Reihe kleiner Kirchen und Kapellen umgeben. Diesmal betreten wir aber nur den Kreuzgang und einige Nebenräume, nicht aber das Kirchenschiff, in der es zwei bedeutende Orgeln zu sehen gibt. Allerdings sollten wir später in Coimbra noch eine vergleichbare Orgel sehen.

Statt dessen gehen wir weiter in Richtung Zentrum Braga’s zum Largo Carlos Amarante. Auf dem Platz befindet sich ein überdimensionaler Schriftzug mit dem Namen der Stadt und im Mittelpunkt ein Brunnen, der Fonte Seiscentista.

Sehenswert sind auch die Kirchen Igreja de Sta. Cruz und die Igreja de São Marcos. Letztgenannte ist in ein ehemaliges Krankenhaus integriert.

In der R. de São Marcos passieren wir das Casa dos Crivos, ein ehemalige Wohnhaus und eines der letzten Gebäude mit einer Holzgitterfassade aus der Spätrenaissance.

Vom Praça da República zweigen sternförmig einige wichtige Straßen ab, wie die Av. Central und die Av. da Liberdade.

In dieser weitläufigen bepflanzten Straße befindet sich auch das Theatro Circo und der Palácio do Raio. Der Palast wurde von João Duarte de Faria, einem Ritter des Ordens Christi in Auftrag gegeben und im spätbarocken Stil errichtet.

Bom Jesus do Monte ist eine Wallfahrtskirche vor den Toren von Braga. Sie ist seit 2019 UNESCO Weltkulturerbe.

Mit einem Bus erreichen wir die Talstation einer Standseilbahn mit Wasserausgleichssystem. Sie ist seit 1882 in Betrieb und verkehrt seit damals unfallfrei. Die Wagen der Seilbahn verfügen unterhalb des Bodens über große Wasserbehälter, die in der Bergstation gefüllt werden und in der Talstation wieder entleert werden. Durch das Gewicht des Wassers wird der zu Tal fahrende Wagen den Berg hinabgedrückt, während er den andern Wagen, der über ein Seil gekoppelt ist, den Berg hinaufzieht.

Von der Plattform auf dem Berg hat man eine wunderbaren Rundumblick auf die Stadt.

Am Ende des Ausflugs unterläuft uns allerdings ein Fehler. Wir fahren mit der Standseilbahn ins Tal und wollen zu Fuß die herrliche Treppe, die zur Kirche führt, von dort aus photographieren. Dort stellen wir fest, dass der Aufstieg zu dieser Treppe aber weit höher ist, als wir gedacht haben. Aus Zeitgründen ist diese aber nicht mehr möglich, da wir an diesem Tag auch noch Guimarães besuchen wollen. Es wäre geschickter gewesen zu Fuß die Treppe, die als Pilgerweg ausgebaut ist, hinabzulaufen und nicht mit der Standseilbahn zu fahren.
Fotogalerie von unserem Besuch in Braga
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