Der vorgeschichtliche Höhlenpark Serinyà im Gebiet Reclau, nur wenige Kilometer nördlich von Banyoles, ist ein Interpretationszentrum der Solutré-Kultur (18.000 – 15.000 v.Chr.), eine der fortschrittlichsten Kulturen der ersten Homo Sapiens in Westeuropa.
Auf dem Gelände liegen auch die vorgeschichtlichen Höhlen von Reclau. Deshalb widmet sich der Höhlenpark gleichzeitig der Darstellung aller altsteinzeitlichen Kulturen, die in dieser Höhlengruppe gelebt haben, vom Mittelpaläolithikum (250.000 – 200.000 v.Chr.) bis zum Magdalenien (15.000 – 9.000 v.Chr.).
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Mehr InformationenIn einem Ausstellungsraum zeigen zwei große Wandgemälde Momentaufnahmen aus dem Leben der Jäger und Sammler und Reproduktionen von Artefakten geben einen Einblick in ihre materielle Kultur.
Zur Einstimmung auf unsere Erkundungstour sehen wir ein Video mit einer Einführung in die vorgeschichtliche Vergangenheit, speziell die paläolithische Geschichte der Höhlen.
Vorgeschichtlichen Höhlen von Reclau
Die Archäologin Neus Coromina führte uns fachkundig durch die Höhlen. Die in den Höhlen gefunden Spuren – Essensreste, Früchte, Samen, Knochen – lassen auf drei verschieden Menschenarten schließen, die diese Höhlen benutzt haben. Der Homo Erectus, der Neandertaler und der Homo Sapiens.

Die Höhlen waren nie dauerhafter Wohnsitz der Menschen, die zu jener Zeit noch Jäger und Sammler und damit Nomaden waren. Sie dienten nur kurzzeitig auf den Wanderungen als Unterschlupf.
Später wurde darin Getreide gelagert und die Höhlen auch als Unterstand fürs Vieh genutzt. Zuletzt wurden sie zur menschlichen Grabstätte.
Im wesentlichen sind es drei Höhlen, die von Bedeutung sind.
Arbreda Höhle
In ihr werden heute noch Ausgrabungen durchgeführt. Die Arbreda Höhle ist die bedeutendste Höhle, denn sie wurde sowohl von Neandertaler zwischen den Jahren 90.000 und 39.000 und als auch später durch den modernen Menschen von etwa 39.000 bis 16.000 genutzt.

Der Sand wird gesiebt, denn auch kleinste Splitter geben Auskunft, ob früher in der Höhle gearbeitet wurde. Die Höhle hat nicht mehr ihre ursprüngliche Form, da ein großer Teil der Decke eingestürzt ist.
Mollet Höhle
Die Mollet Höhle hat ihre ursprüngliche Form recht gut beibehalten, obwohl ein Teil ihrer äußeren Spitze verloren ist. Es ist die Höhle mit den ältesten Spuren. Man fand den Zahn eines Kindes, der über 200.000 Jahre alt ist. Es ist das früheste Beispiel menschlicher Spuren in Katalonien.

Die gefunden Überreste einer Feuerstelle deuten darauf hin, dass diese Menschen bereits das Feuer kontrollieren konnten.
Aber auch die Überreste von Großwild sind hier gefunden worden. Hyäne, Bär, Elefant, Nashorn, Luchs, Pferd, Damhirsch, Reh, Stier, Bison, Esel, Kaninchen und weitere lassen sich nachweisen.
Reclau Viver Höhle
Die Reclau Viver Höhle ist in Bezug auf die Originalform, die am besten erhaltene Höhle. Sie besteht aus zwei Räumen, die durch einen Gang verbunden sind. Im zweiten Raum ist das Höhlendach vermutlich vor 15.000 Jahren eingestürzt. Hier fand man eine Halskette aus Meeresmuscheln.

Im Anschluss an die Führung durften wir uns, unter Anleitung von Neus Coromina, in Bogenschießen (symbolische Vorbereitung auf das Mittagessen) und Höhlenmalerei üben.

Danach zeigte sie uns die Herstellung neolithischer Werkzeuge. Aus einem Knochenstück wurde mithilfe eines Geweihs ein Messer produziert.
Ein Gemisch aus Harz und Bienenwachs diente als paläolithischer Klebstoff. Geweihe eigneten sich auch besonders gut zur Herstellung von Werkzeugen für das Feld.

Staunen mussten wir, als uns Neus erzählte, dass sie an der Herstellung einer Nähnadel in einem Praktikum einen ganzen Sommer gearbeitet hatte. Hierzu wurde das Horn an einem Stein in seine gewünschte Form geschliffen. Aufgrund der langwierigen Herstellungszeit waren Nadeln damals ein kostbares Gut.
Besonders schwierig gestaltete sich das Entzünden eines Feuers mit Feuerstein, Fasern eines getrockneten Baumschwammes und Sägespänen. Vermutlich war der Schwamm zu feucht. Jedoch Neus gab nicht auf und nach 30 Minuten loderte das Feuer.

Als Abschluss gab es Steinzeitliches Mittagessen.

Fleisch und Scampi, auf steinzeitliche Art gegart, begleitet von Beeren, Nüssen und Eiern.

To cut the meat, we could test the knife that our guide had produced before. The wine and cheese, however, were younger date. It tasted excellent.
Der Höhlenpark wurde 2008 zum Kulturgut von Nationalem Interesse erklärt.
Es war ein interessanter Ausflug in die Vergangenheit. Ein Besuch im vorgeschichtlichen Höhlenpark Serinyà Familien ist auch für Familien mit Kindern sehr zu empfehlen.
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Hinweis: Wir danken dem Tourismusbüro Costa Brava Girona Tourist Board Costa Brava Girona und Consell Comarcal Pla de l’Estany für die Organisation und das Sponsoring. Alle Eindrücke und Meinungen sind unsere eigenen und wurden davon nicht beeinflusst!
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