Vor dem Besuch der Hazrati Imam Moschee wollen wir uns noch ein wenig in der Altstadt von Taschkent umsehen. Nur wenig ist von der historischen Bausubstanz die den Orient so anschaulich wiedergibt nach dem Erdbeben von 1966 übrig geblieben.

Altstadt
Wir betreten das Viertel über die Tarix Straße, die von einem kleinen Kanal durchzogen wird. Hohe Lehmwände bilden schmale Häuserschluchten in den Nebengassen und verhindern einen Blick in die Innenhöfe.

Dank unserer Fremdenführerin Nargiz haben wir die Gelegenheit einen Blick in manche Innenhöfe zu werfen, die sehr unterschiedlich gestaltet sind, aber gut über die individuellen Bedürfnisse der Bewohner Auskunft geben.

Im Ersten treffen wir auf eine Dame, die eine glücklichen Hand bei ihren Pflanzen beweist. Doch auch die Tiere scheinen ihr am Herzen zu liegen. Neben einem Hund und Hühnern können wir in einem Verschlag sogar eine Ziege entdecken. Im nächsten Innenhof steht ein Bett, so dass man während der warmen Jahreszeit im Freien schlafen kann.

Hier bereichern Schildkröten das Leben. Auch im nächsten Innenhof steht ein Bett im Innenhof, dazu sorgt ein Obstbaum für Schatten. Jeder schafft sich hier ein kleines eigenes Paradies.

Khazrati Imam Komplex
Bald erreichen wir das Mausoleum, dass vom 926 n. Chr. verstorbenen Imam Abu Bakr Kaffal Schaschi gebaut wurde. Es wurde 1542 n. Chr. für ihn und einige seiner Schüler errichtet. Gläubige Moslems kommen noch heute hierher um in Notsituationen Hilfe zu erbitten.

Nun kommen wir zum moslemischen Zentrum Zentralasiens, dem Khazrati Imam Komplex. Der besteht zum einen aus der Barak-khan Medrese , die ursprünglich auch als Mausoleum erbaut wurde.
Barak-khan (Nauruz-Akhmed), ein Urenkel von Ulugh Beg, dem Timuriden Fürst aus Sarmakand, der sich als Astronom einen Namen gemacht hat, baute das Gebäude in eine Medrese um. In der Sowjet Zeit wurden sämtliche Medressen (Koranschulen) geschlossen. Heute sind nur zehn staatliche wieder erlaubt.

Das nebenan errichtete Imam Al Bukhari Islamic Institute ist eine Art Hochschule für Islamische Wissenschaften. Dazu ist zu bemerken, dass der radikale Islam in Usbekistan schwer bekämpft wird. Das Land verfolgt eine säkularisierte Linie. Aufgrund der sowjetischen Geschichte sind viele Bewohner ohne Religion. Die Barak-khan Medresse wurde als Verkaufsfläche für heimische Handwerker umgestaltet.

In der Mitte des Komplexes befindet sich das Bibliotheksgebäude der Muyi Muborak Medresse. In ihr befindet sich das wertvollste Stück der Anlage, die älteste Niederschrift des Korans aus dem 7. Jahrhundert.

Da wir aber nicht filmen dürfen, haben wir auf einen Besuch verzichtet. Auch in der Hazrati Imam Moschee wird uns das Filmen verwehrt, so dass wir das Gebäude nur von außen sehen können.

Wir fahren weiter zur Neuen weißen Moschee. Eigentlich heißt sie Minor Moschee, nach dem Stadtteil in dem sie erbaut wurde. Sie ist die größte Moschee Zentralasiens, Leider dürfen wir auch dieses wunderschöne architektonische Gebäude innen nicht filmen. Sie hat eine Grundfläche von 17.799 m².
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Mehr InformationenErdbeben Denkmal
Nächste Station ist das Erdbeben Denkmal zur Erinnerung an die Menschen, die Taschkent wieder aufgebaut hatten. Sein stalinistisches Erscheinungsbild erinnert sehr stark an die Sowjetunion.

Das Relief im Hintergrund stellt auch die Hilfe der sowjetischen Bruderstaaten dar. Gut gefallen hat uns der zersprungene Steinquader, auf dem Datum und Uhrzeit des Bebens dargestellt ist. 100.000 Menschen verloren ihre Wohnung.

Usbekistan nutzte aber die Gelegenheit ein modernes Stadtzentrum zu errichten und den Wohnraum mit Sowjetischer Hilfe in drei Jahren wieder herzustellen. Auch eine Metro wurde ab 1968 geplant und 1977 eröffnet. Zwischenzeitlich sind zwei weitere Linien hinzugekommen.
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