Die Küstenstadt Hoi An liegt am Ufer des Flusses Thu Bon in Zentral-Vietnam, etwa 30 km südlich von Da Nang. Der Name Hoi An bedeutet soviel wie „friedlicher Versammlungsort“. Hoi An war einst der größte Handelshafen in Südostasien. Nicht zuletzt wegen der gut erhaltenen alten Gebäude, Tempel und Pagoden bezeichnet man Hoi An heute oft als als lebendiges Museum.

Geschichte
Hoi An wurde im 4. Jahrhundert von den Cham gegründet.
Das Volk der Cham
Die Cham waren ursprünglich den malaiisch-polynesischen Volksgruppen zugeordnet. Ab dem 3. Jahrhundert bildeten sich im südlichen Vietnam verschiedene Zentren heraus. Als erstes traten die Lin-yi in Erscheinung, die vermutlich im heutigen Hue ihr Reich Campa regierten. Ihr Hauptgewerbe war der Sklavenhandel. Nach verschiedenen Attacken auf die nördlichen Vietnamesen und Chinesen, kam es im 4. Jahrhundert zu einer Strafexpedition.
Danach wurde ein neues Zentrum in der heutigen Provinz Quảng Nam namens Indrapura in der Nähe von Da Nang gegründet. In My Son wurden erste Tempel gebaut. Neben der hinduistischen Religion setzte sich immer mehr der Islam durch. Nach weiteren Streitigkeiten mit Vietnamesen und Chinesen wurden die Cham um das Jahr 1000 weiter in den Süden vertrieben.
Die neue Hauptstadt wurde nach Qui Nhon verlegt. Die Streitigkeiten setzten sich fort, zusätzlich mischten sich aber auch die Khmer ein. Kurzfristig konnten die Cham sogar Angkor erobern, wurden dann aber vernichtend geschlagen. Erst mit dem Niedergang des Khmer-Reiches erholten sich die Cham wieder. Die kriegerischen Auseinandersetzungen mit den Vietnamesen gingen aber weiter. Zwischenzeitlich konnten sie sogar Hanoi erobern wurden dann aber wieder vernichtend geschlagen. Diese Mal von den Vietnamesen.
Im südlichen Vietnam gab es bei Na Trang noch ein viertes Cham Zentrum, das Streitigkeiten mit Javanern und Malaien austrug. Später wurden auch sie von den Vietnamesen unterworfen.
Heute schätzt man, dass in Vietnam noch ca. 100.000 bis 150.000 Cham leben, in Kambodscha ca. 500.000 bis 700.000. Dazu kommen noch ca. 500.000 Berg-Cham.
Hoi An
Nach der Vertreibung der Cham verlor Hoi An an Bedeutung. Erst Ende des 16. Jahrhunderts wurde der Hafen nach außen geöffnet, woraufhin sich zahlreiche Händler aus China und Japan hier ansiedelten. Hoi An wurde zum größten Hafen Südostasiens und Teil der Seidenstraße.
Japan hatte sich abgeschottet und seinen Außenhandel über Hoi An abgewickelt. Die Stadt war damals in zwei Teile geteilt. Die einheimische Bevölkerung lebte in einem Teil, die Japaner im Anderen. Beide Teil waren durch die japanische Brücke (Chùa Cầu), die heute das Wahrzeichen der Stadt ist, verbunden.
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Nachdem der Außenhandel 1653 in Japan verboten wurde, siedelten sich hier die English East India Company, die holländische Vereenigde Oostindische Compagnie und die französische Compagnie des Indes Orientales an. Mangels Erfolg zogen sich die Gesellschaften aber bald wieder zurück.
1644 wurde in Peking die Ming von der Qing Dynastie gestürzt. Zahlreiche Chinesen flohen nach Südostasien. Hoi An wurde von den Chinesen praktisch übernommen.
Ab dem 17. Jahrhundert versandete der Hafen mehr und mehr und verlor dadurch an Bedeutung für größere Handelsschiffe, bis ihm der Hafen von Da Nang den Rang ablief.
Während der Tay-Son Rebellion 1780 wurde Hoi An größtenteils zerstört, aber danach wieder aufgebaut. Jedoch erreichte die Stadt nicht wieder ihre alte Bedeutung. Doch dadurch blieb das historische Stadtbild erhalten. Auch den Vietnamkrieg überlebte die Stadt unversehrt, so dass sie heute die einzige Stadt Vietnams ist, die noch authentisch mit ihrer alten Kultur ist. 1999 wurde die Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.
Unser Spaziergang durch Hoi An

Wir beginnen mit der Stadterkundung am Platz an dem sich die Nguyen Thi Minh Khai mit der Tran Hung Dao kreuzt. Sofort fällt uns die christliche Kirche Nhà thờ Tin Lành auf. Sie diente als Lebensmittellager für Bedürftige. Gegenüber liegt der chinesische Tempel Dinh Tu Le, der als Andachtsstätte diente.

Wenige Meter weiter befinden sich rechts und links der Straße zwei konfuzianische Tempel, der Mien Tho Khong Tu und der Van Mieu Hoi An.

Van Mieu Hoi An besitzt ein Wasserbecken, das von einer Brücke überspannt wird. Im Becken blühen wunderschöne Lotusblumen.

Die Tran Hung Dao vermittelt uns einen ersten Eindruck über Hoi An. Hier gibt es für Touristen alles zu kaufen, was das Herz begehrt, vor allem Textilien.

Doch das Straßenbild spiegelt auch die multikulturelle Vielfalt wider, die den Charme dieser Stadt ausmacht.

In der Hai Ba Trung beobachten wir eine Frau, die Pflanzen mit der Sichel erntet. Das Feld ist riesengroß. Wir hoffen, dass sie nicht das ganze Feld abernten muss. Gegenüber befindet sich Hoi An’s größter Tempel, der Chua Phap Bao. Es ist ein buddhistischer Tempel mit chinesischer Architektur.

Eine Weile betrachten wir das Treiben in der Tran Phu. Rikschafahrer und Touristen bestimmen das Bild. An der Kreuzung zur Chau Thuong Van unterhält die Kantonesische Gemeinde eine Versammlungshalle, die Hội Quán Quảng Đông. Drachen bestimmen das Bild im Inneren.

Wir erreichen die japanische Brücke, die sich malerisch über einen Kanal schwingt.

Langsam zieht die Dunkelheit herauf und Hoi An zeigt seine volle Schönheit. Unzählige Lampions und Kerzenlichter lassen die Umgebung in einem mystisches Licht erscheinen. Fischernetze spiegeln sich im Wasser und verleihen der Szene zusammen mit Fischerbooten etwas Märchenhaftes.

Deshalb scheint Hoi An auch ein Heiratsparadies zu sein. Unzählige Paare sind mit Fotografen-Teams unterwegs und versuchen die Stimmung festzuhalten.

Wir profitieren davon, dass die Brautpaare immer optimal ausgeleuchtet sind.

Wir überqueren den Song Thu Bon. Dort befindet sich ein Nachtmarkt, der sich in bizarren Lichtspielen präsentiert.

Auf der Suche nach einem Restaurant abseits des Touristentrubels finden wir das Hyn An. Da es etwas versteckt liegt herrscht hier kein so großer Lärm. Dafür bemühen sich die Besitzer das Essen besonders gut zuzubereiten. Wir genießen eine Spezialität von Hoi An, Bánh Xèo – knuspriger vietnamesischer Pfannkuchen, hier serviert mit Schweinefleisch und Garnelen, und ein gegrilltes Schweinefleisch mit Zitronengras und Sesam.

Selbst den Familienaltar auf der Veranda im ersten Stock dürfen wir filmen. Ein Besuch lohnt sich, das Essen schmeckt hervorragend.
Gesättigt und vom Farbenspiel berauscht, beenden wir unseren Spaziergang durch Hoi An und schlendern zurück zu unserem Hotel.
Weiter >>> Mit dem Auto von Hoi An nach My Son
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