Nachdem wir unser Gepäck im Hotel Catalonia Conde De Floridablanca abgestellt haben, machen wir uns sofort auf den Weg, die Stadt zu erkunden.
Um die nächste Straßenecke ist ein kleiner aber sehr schöner Park, der Jardin de Floridablanca, in dem uns die Sardine begrüßt. Noch ist sie nicht geschmückt, aber das soll sich bald ändern.

Am Ausgang des Parks steht ein Auto der Stadtverwaltung….mit Elektroantrieb.

Am anderen Ende des Parks befindet sich die Kirche Parroquia de Nuestra Señora del Carmen.

An der Plaza de Camachos, dem ältesten Platz der Stadt, sehen wir ein Denkmal eines Sardineros (Monumento de Sardinero).

Es erinnert an die Gründung des Brauches aus dem Jahre 1850, als Studenten eine Parade zum Ende der Fastenzeit in Madrid imitieren wollten. Dunkle Gestalten mit spitzen Hauben folgten einem Sarg, in dem eine unglückliche Sardine lag, die anschließend verbrannt wurde.
So entstand das Fest El Entierro de la Sardina, das Begräbnis der Sardine.
Im Gegensatz zu anderen Regionen in Spanien, wird das Fest in Murcia nicht am Aschermittwoch sondern am Ende der Woche nach Ostern gefeiert; der Zeitpunkt an dem die Semana Santa, die heilige Osterwoche in der traditionell kein Fleisch gegessen wurde, vorbei ist.

Der Rio Segura durchtrennt die Stadt und teilt sie in zwei Hälften. Wir beobachten eine Weile das friedliche Treiben, das sich um eine steinerne Sardine im Fluss abspielt.
Mächtige Ufermauern schützen heute die Stadt, die unter mancher Überschwemmung gelitten hat. 1651 wurde die Stadt völlig überflutet, wobei über 1000 Menschen starben. Wenn die Erde ausgetrocknet ist und heftige Regenfälle einsetzen, strömen riesige Wassermassen von den Bergen an das Meer.

Die Reste einer weggerissenen Brücke werden als Mahnmal erhalten. Murcia blieb auch von Erdbeben und Kriegen nicht verschont.
Am gegenüberliegenden Ufer ist eine große Markthalle zu sehen, die wir später noch besuchen wollen. Wir gehen weiter zum festlich geschmückten Rathaus, dem Ayuntamiento de Murcia, das auch Glorieta Espana genannt wird.
Herrliche Blumen und kleine Springbrunnen beleben den Platz und verleihen ihm ein herrliches Ambiente.
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Mehr InformationenDurch eine kleine Seitenstraße erreichen wir den Plaza del Cardenal Belluga, den großen Platz vor der Kathedrale von Murcia.

Kindertanzgruppen unterhalten das Publikum. Man pflegt schon eifrig den Nachwuchs für künftige Paraden.

Wir kehren zurück zum Hotel. Hier erwarten uns Daniel Robles und Antonio de Blas Martín, um uns die wichtigsten Punkte der Stadt zu zeigen.

Wir passieren wieder die Sardine, die gerade mit einem Blumenschmuck versehen wird..
Unsere beiden Begleiter machen uns auf das Denkmal von José Selgas aufmerksam. Er war ein spanischer Lyriker und Schriftsteller. Allerdings war er auch erzkonservativ und führte einen Kreuzzug gegen die moderne Wissenschaft und Zivilisation.
Von Antonio erfahren wir, dass die Plaza de Gamachos der älteste Platz der Stadt ist. Hier fanden die ersten Stierkämpfe in Murcia statt, ähnlich wie an der Plaza Mayor in Madrid.
Als wir wieder den Rio Segura erreichen, wird die Stadt bereits in rotes Abendlicht getaucht. Wir passieren rasch das Rathaus und erreichen wieder den Platz vor der Kathedrale. Unsere beiden Begleiter machen uns auf die moderne Fassade des Hauses gegenüber der Kathedrale aufmerksam. Es steht architektonisch in vollem Kontrast zu den übrigen Gebäude auf dem Platz, passt sich aber dennoch gut ein.
Der Platz wird von der Kathedrale beherrscht, die, nach dem Turm von Sevilla, den zweithöchsten Kirchturm Spaniens mit einer Höhe von 92 m besitzt.
Die Kathedrale von Murcia hat eine Besonderheit, die man auf den ersten Blick nicht erkennt. Es ist die Kapelle de Los Vélez. Sie wurde Don Juan Chacón, dem Militärgouverneur von Murcia und Mitglied der Familie Fajardo gegründet. 1507 verlieh man der der spanischen Militärfamilie Fajardo den spanischen Adelstitel Marquess de los Vélez, der auch namensgebend für die Kapelle war.
Um diese Kapelle gab es heftigen Streit, da sie größer ausfiel als geplant und auch auf öffentlichem Gelände errichtet wurde. Niemand fand sich bereit sie zu weihen.

Also lies man eine Kette aus einem Stück Stein hauen und außen um die Kapelle legen.
Damit definierte man die Kapelle als Teil des Doms und damit ist sie per Definition geweiht. Damit die Steinmetze kein zweites solches Meisterwerk errichten konnten, wurden sie geblendet und ihnen die Hände abgehackt.

Der Brunnen vor der Kathedrale ist mit Blumen geschmückt. Außerdem trifft man überall in der Stadt auf Wagen, die mit Blumenschmuck versehen werden.
Der Grund dafür ist das Frühlingsfest, dessen Highlight das Fest Entierro de la Sardina, die Beerdigung der Sardine, ist.

Wir erreichen die Calle Traperia, eine wichtige Einkaufsstraße und Fußgängerzone in Murcia.
Sie verbindet die Kathedrale mit der Plaza de Santo Domingo und führt weiter als Gran Vía Alfonso X el Sabio zur Plaza Circular.

In der Calle Traperia ist das Real Casino zu finden, ein architektonisches Glanzstück, dessen Einganghalle dem Empfangsraum für Gesandte in der Alhambra in Granada nachempfunden ist.

Bei der Plaza de Santo Domingo biegen wir links ab und erreichen das Teatro Romea, eines von zwei großen Theatern in Murcia.
Von hier aus führen uns unsere beiden Begleiter zum Museo de Santa Clara, das auf den Resten eines Alcázar errichtet wurde.

Es ist schon spät geworden und wir werden von Daniel Robles und Antonio de Blas in einer Tapas Bar mit herrlichen Tapas und Bier und Wein versorgt.

Auf dem Rückweg begutachten wir auf der Plaza de Santo Domingo das Denkmal und die herrlichen Bäume und passieren einen Teil der Universität.

Zum Abschluss bewundern wir die farblich variierende Illumination an den Ufern des Rio Segura.

Etwas müde erreichen wir unser Hotel, da wir bereits um 4.oo Uhr morgens aufgestanden sind.
Es war aber ein großartiger Tag, vor allem weil sich Daniel und Antonio sich so viel Zeit für uns genommen haben.
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Hinweis: Der Besuch des Festival Entierro de la Sardina erfolgte auf Einladung von Daniel Robles. Vielen Dank dafür! Alle Eindrücke und Meinungen sind unsere eigenen.
Text, Fotos und Video: Copyright © myVideoMedia