Geschichtliches zu Samarkand
Der Vorläufer von Samarkand war Afrasiab. Davon existiert heute nur noch ein Sandberg nordöstlich des heutigen Zentrums von Samarkand. Die Stadt wurde 750 v. Chr. gegründet und war im Achämenidenreich (erste persische Großreich) die Hauptstadt der Provinz Sogdien.
Bereits in dieser Zeit war die Stadt durch den Handel auf der Seidenstraße zu Wohlstand gekommen. 329 v. Chr. wurde sie durch Alexander den Großen erobert. Nach dessen Tod fiel die Stadt and das Seleukidenreich, einem der drei Diadochenstaaten, die das Reich Alexanders unter sich aufteilten. Später fiel es an das Griechisch-Baktrische Königreich und danach an das Kuschanreich.
Im dritten Jahrhundert wurde die Stadt von den Sassaniden erobert. Im 6. Jahrhundert fiel sie an den westtürkischen Khan, danach kam sie unter chinesischen Einfluss. Nach dem die Chinesen Zentralasien an die Tibeter verloren kam die Region zu den Umayyaden, einem Familienclan aus Mekka, dem auch Mohammed entstammte. Abgelöst wurde die Herrschaft durch das Choresm Reich, bevor Dschingis Khan die Stadt restlos zerstörte.

Ab dem 14. Jahrhundert wurde die Stadt wieder aufgebaut. Unter dem mongolischen Herrscher Timur wurde Samarkand Hauptstadt seines Großreiches. 150000 Menschen, hauptsächlich Seidenweber und Waffenschmiede siedelten hier und bauten die Stadt zu einer der bedeutendsten Metropolen seiner Zeit aus.
Aufgrund dieses architektonischen Erbes wird auch Samarkand nicht umsonst Perle des Orient (Gem of the Orient) genannt.
1500 wurde die Stadt von den Schaibaniden erobert und Teil des Khanats Buchara.
Die größte Blüte erlebte die Region unter Timur. Deshalb setzt Uzbekistan zur Festigung der Identität auf das geschichtliche Erbe von Timur (Temür ibn Taraghai Barlas oder Tamerlan)
Gur-Emir-Mausoleum
Das Gur-Emir-Mausoleum ist die letzte Ruhestätte von Timur, nachdem er 1405 zu einen Feldzug nach China aufgebrochen war und in der Nähe von Schymkent im heutigen Kasachstan nach einem mehrtägigen Alkoholexzess starb.
Timur war ein gnadenloser Eroberer, der Hunderttausende wenn nicht Millionen hin metzeln ließ, gleichzeitig galt er aber auch als Förderer von Kultur und Literatur. Er errichtete eines der größten aber auch kurzlebigsten Reiche Zentralasiens.
Timur Lenk war aber Eroberer und Militärführer, kein Politiker, der nachhaltige Verwaltungsstrukturen und -organisationen schuf. Die Zerstörungen in den umliegenden Reichen waren so gewaltig, dass es Europa gelang das wissenschaftlich und technologisch fortschrittliche Zentralasien zu überholen.

Auch die heute so wunderbar anzusehende Architektur beschränkt sich auf Moscheen, Medressen, Gebäude für die Sufis und vor allem Mausoleen. Erst die Sowjets haben diese verhängnisvolle Entwicklung durchbrochen und fast alle Koranschulen und Moscheen geschlossen. Vielleicht lag auch in dem zerstörerischen Erdbeben von Taschkent eine positive Entwicklung. Es flossen viele Hilfsgelder ins Land und es wurde eine moderne Stadt neu aufgebaut. Außerdem hat man eine funktionierende Industrie- und Landwirtschaft aufgebaut. Es bleibt zu wünschen, dass sich diese Entwicklung fortsetzt.
Das Gur-Emir-Mausoleum war eigentlich für seinen Lieblingsenkel Muhamed Sultan bestimmt, der 1402 in der Schlacht bei Angora gefallen war.

Das Gebäude ist bekannt für die Konstruktion der riesigen doppelschaligen Kuppel und wurde 1404 fertiggestellt.
Das Mausoleum war ursprünglich flankiert von einer Madrasa auf der linken Seite, deren Grundmauern noch zu sehen sind. Auf der rechten Seite befand sich ein Gebäude für die Sufi-Bruderschaft, von der restlos alles zerstört wurde.
Nach dem Ende der Herrschaft der Scheibaniden verfielen die Baudenkmäler und wurden erst ab dem Ende des 2. Weltkrieges wieder restauriert.

Heute erstrahlt der Innenraum goldfarben mit kunstvollen Ornamenten verziert und vermittelt einen Eindruck von den handwerklichen Fähigkeiten der Menschen zu Timors Zeiten. Der dunkle Kenotaph Timurs ist aus Nephrit und wurde aus dem Thron eines Nachkommens von Dschingis Khans gefertigt.
Rukhobod Mausoleum
200 m entfernt, neben dem Parkplatz liegt das Rukhobod Mausoleum. Es stammt aus dem Jahre 1380 und ist das älteste Monument der Stadt. Es ist die Grabstädte des des islamischen Theologen und Mystikers Scheich Burhaneddin Sagaradzhi, seiner Frau und seinen neun Kindern. In einem eingemauerten Kasten sollen sich neun Barthaare des Propheten Mohammed befinden.

Der Eintritt soll sehr teuer sein. Außerdem dient es als Souvenirshop.
Registan
Der Registan ist einer der architektonisch bedeutendsten Plätze in Zentralasien.

Er ist ein Ensemble aus drei Medressen, wobei sich in der mittleren Medressa zusätzlich eine goldene Moschee befindet.
Ulugh-Beg Madrasa
Die erste errichtete Medressa ist die linke, die Ulugbek Madrasa. Sie wurde zwischen 1417 bis 1420 errichtet und war eine der wichtigsten Universitäten in Zentralasien des 15. Jahrhunderts. Der Herrscher und Astronom Ulugh Beg versammelte hier 70 Gelehrte mit Schwerpunkt Mathematik und Astonomie. Darunter die Wissenschaftler Dschamschid Masʿud al-Kaschi und Qadi Zada.

Zusammen berechneten sie erstmals die Kreiszahl π auf 16 Dezimalstellen genau. Dieses Ergebnis wurde erst 1596 von Ludolph van Ceulen übertroffen. Ebenso berechneten sie den Sinus von 1º, ebenfalls auf 16 Stellen genau.
Außerdem erbauten und betrieben sie das Gurkani Zidsch Observatorium, auch als Ulug Beg Observatorium bekannt. Nach der Ermordung von Ulugh Begs wurde das Observatorium zerstört.
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Mehr InformationenSher Dor Madrasa

Gegenüber der Ulug-Beg-Madrasa errichtete man zwei Jahrhunderte später die Sher-Dor-Madrasa (1619–1636). Sie ist hauptsächlich wegen ihrer Architektur und den Tiger Abbildungen auf den Fliesen bekannt.

Tilya-Kori Madrasa

In der Mitte wurde danach die Tilya-Kori Madresa (1646-1660) erbaut. Sie ist bekannt durch die in ihr befindliche „Goldene Moschee“. Diese ist reich mit Gold verziert und bezeugt wiederum die Fähigkeiten der damaligen Meister. Auch hier sind in den Nebenräumen heute Souvenirshops untergebracht.

Vom Registan hat man einen guten Blick auf die überdimensionale Bronzestatue des verstorbenen ersten usbekischen Präsidenten Islam Karimov.

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