Unser nächstes Ziel ist das Mekong Delta. Mit einem Kleinbus verlassen wir morgens Ho Chi Minh City während uns die werktätige Bevölkerung im Motorroller-Pulk entgegenkommt und erreichen rasch das Umland.

Die Autobahn ist schnurgerade angelegt und führt durch endlose Reisfelder, Obstplantagen und unzählige Kanäle. Nach eineinhalb Stunden Fahrtzeit und rund 100 km erreichen wir den Mekong, der sich hier, bei Cai Be, Song Tien nennt.
Das Mekong Delta
Hinter der Grenze von Kambodscha teilt sich der Mekong auf der Vietnamesischen Seite in zwei Hauptzweige, den nördlichen Song Tien und den südlichen Song Hau. Beide teilen sich dann weiter in neun verschiedenen Nebenflüsse. Deshalb wird der Mekong in Vietnam auch Song Cửu Long oder Neun-Drachen-Fluss genannt. Das Delta umfasst ein Gebiet von 70.000 Km², das entspricht rund einem Fünftel der Fläche Deutschlands.
Das Delta ist eine Schwemmlandebene in dem der Mekong seine Sedimente ablagert. Dadurch ist es sehr fruchtbar und wird die südliche Reiskammer Vietnams genannt.

Die Zentren sind heute durch Autobahnen verbunden, ansonsten ist ein Straßennetz nur rudimentär vorhanden. Der Waren- und Personentransport erfolgt überwiegend auf den Kanälen. Die Ebene ist nicht nur sehr fruchtbar sondern auch sehr dicht besiedelt. Die Menschen leben entlang der Kanäle, während sich die Reisfelder und Obstplantagen dahinter befinden.
Bootsfahrt durch das Mekong Delta
In Cai Be steigen wir vom Auto auf ein Boot um. Ein breiter Flusslauf führt aus dem Ort zum Mekong.
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Mehr InformationenHier wird der Fluss auch als schwimmender Markt genutzt. Im Hintergrund befindet sich eine markante französische Kathedrale.

Großhändler, die die Waren teils in mehrtägigen Fahrten anliefern, verteilen die Waren an lokale Händler und Endkunden. Primär handelt es sich um Blumen, Obst, Gemüse und Getreide.
Es sind aber nur noch wenige Händler zu sehen, offensichtlich sind wir zu spät unterwegs. Die Unterkünfte entlang der Wasserstraße sehen größtenteils arm und heruntergekommen aus, nur zwischendurch stehen ab und zu komfortable Häuser.

Danach überqueren wir den Mekong und steuern auf die gegenüber liegende Insel zu. Beim Mekong Garden gehen wir an Land.

Was wir nun erleben überrascht uns dann doch. Kleine schmucke Häuschen sind im wuchernden Grün der Natur versteckt. Ein idyllisches Leben präsentiert sich. Ein Mutter zeigt stolz ihr Baby. Nebenan wird für eine Touristengruppe ein kleines Konzert gegeben.

Rund herum sind Wege im Unterholz angelegt. Kleine Brücken überspannen Kanäle.

Dazwischen Obstbäume und Teiche zur Fisch- und Froschzucht. Offensichtlich bereichert man den Speiseplan gerne mit Fröschen.

Ältere Frauen verarbeiten Obst und Gemüse. Manchmal werden auch Reiskuchen hergestellt. Eine Frau öffnet noch rasch ihre Terrassentür, damit wir mit der Kamera einen guten Blick auf den Familienaltar im Inneren des Hauses haben. Männer sind wenige zu sehen. Vermutlich gehen sie einem Beruf nach oder sind beim Fischen auf dem Mekong.
Dazwischen laufen Hühner und Hunde herum. Die ganze Szenerie zeigt zwar einfaches, bescheidenes, aber auch zufriedenes Leben. Es ist zwar nicht von großem Wohlstand geprägt, aber die Menschen sind sehr freundlich und wirken nicht unglücklich inmitten der Natur.

Wir fahren weiter flussaufwärts, Richtung Dong Phu. Entlang des Mekong bewundern wir das Mekong Riverside Resort & Spa.

Ein solch exklusives Hotel haben wir hier nicht erwartet, aber es ist schön, wenn man sieht, dass Tourismus Geld in diese Gegend bringt.

In Dong Phu wechselt unsere Reisegruppe auf das Fahrrad, nur wir bleiben im Boot, da sich Filmen vom Boot aus leichter bewerkstelligen lässt. Bei der Ankunft in unserem nächsten Ziel stellt sich heraus, dass unsere Entscheidung gut war. Die meisten kamen doch etwas verschwitzt und nach Luft schnappend an.

Wir beobachten statt dessen in der Zwischenzeit den Bootsverkehr auf dem Kanal und machen uns so unsere Gedanken über die Lebensbedingungen dieser Menschen.

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