Wir erreichen Madrid mit dem Hochgeschwindigkeitszug um die Mittagszeit. Vom Kopfbahnhof Atocha fahren wir mit der Metro zur Station San Bernardo in der Gran Via. Nur wenige Meter entfernt liegt die Plaza de Santo Domingo mit dem gleichnamigen Hotel.
Das Hotel Santo Domingo liegt sehr zentral, ideal um die Stadt zu Fuß zu erkunden. Die Zimmer sind modern ausgestattet und verfügen über einen freien WLAN Zugang.

Im Innenhof gibt es Europas höchsten Blättervorhang, der vom Erdgeschoss bis zum Dach reicht. Auf der Dachterrasse befinden sich ein Swimmingpool und eine Bar, wo man sich abkühlen und entspannen kann.
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Mehr InformationenWir checken kurz ein und machen uns auf zu einer
Erkundungstour durch die Innenstadt
In der an die Plaza de Santo Domingo angrenzenden Calle Preciados finden wir viele Restaurants, so dass wir sicher sind hier nicht zu hungern. Die Straße ist auch bekannt für ihre teuren Modegeschäfte.

An der Plaza del Callao, die wieder an der Gran Via liegt, bestaunen wir die prächtigen Gebäude.

Wir wollen aber zuerst zur Plaza Mayor, deshalb biegen wir ab in die Calle del Postigo de San Martin, eine hübsche Nebenstraße.

An der Plaza de San Martin liegt das Kloster Las Descalzas Reales (Kloster der barfüßigen Königlichen). Johanna von Spanien, die Tochter von König Karl V und von Isabella von Portugal, gründete es für junge unverheiratete oder verwitwete Frauen, die ihre Mitgift mitbrachten, darunter Werke von Tizian, Rubens, Hans de Becken und Brueghel der Ältere.
Rasch zählte das Kloster zu den reichsten Klöstern Europas. Durch den demografischen Wandel verarmte das Kloster, durfte seine Schätze aber nicht veräußern. Deshalb erteilte der Papst 1960 eine Sondergenehmigung um die Sammlung in ein Museum zu wandeln. Heute leben nur noch wenige Nonnen in diesem Kloster, das Museum aber ist zugänglich.

Wir überqueren die Calle del Arenal, an deren Ende die Oper zu sehen ist und staunen wieder über die prunkvollen Fassaden der Häuser. Entlang der Calle de Bordadores und der Calle Siete de Julio erreichen wir die
Plaza Mayor
Die Plaza Mayor ist das Zentrum Madrids. Der rechteckige Platz verfügt über 9 Zugänge. Er ist komplett von viergeschossigen Gebäuden umgeben. Wichtigstes ist das Casa de la Panderira (Haus der Bäckerei) an der Nordseite mit seinen Wandbemalungen und das gegenüberliegende Casa de la Carniceria (Haus der Fleischerei).
In der Casa de la Panaderia befindet sich auch das Fremdenverkehrsamt.

Die Geschichte der Plaza Mayor reicht bis in das 15. Jahrhundert zurück. Ursprünglich war es der Platz, an dem der Hauptmarkt veranstaltet wurde. In jener Zeit wurde das erste Haus mit Säulengang errichtet. Im Jahr 1580 beauftragte Philipp II.
Den Architekten Juan de Herrera mit der Neugestaltung des Platzes, nachdem der Königshof 1560 nach Madrid verlegt worden war. Im Laufe der Zeit wurde der Platz dreimal von Großbränden zerstört.

Der letzte Wiederaufbau wurde 1790 von Juan de Villanueva und seinen beiden Söhnen Antonio López Aguado und Custodio Moreno durchgeführt. 1960 wurde die Plaza Mayor generalsaniert und dabei die Malerei von Pietro Tacca am Haus der Bäcker angebracht.
Die Göttin Kybele symbolisiert die Stadt Madrid und wird in Zusammenhang mit unterschiedlichen historischen Ereignissen in Madrid dargestellt. Heute wird der Platz für verschieden Aufgaben genutzt, seien es Ausstellungen, kulturelle Veranstaltungen oder der traditionelle Weihnachtsmarkt.
Trotz allem Reichtum hat die Finanzkrise ihre Spuren auch in Madrid hinterlassen.

Berühmt ist der Platz aber auch wegen den von der Inquisition durchgeführten Autodáfes (Glaubensgerichte). Die Vollstreckung der Urteile, die oft den Feuertod vorsahen wurden direkt an Ort und Stelle vollzogen. Diejenigen die zu einer Haftstrafe verurteilt worden waren, wurden direkt in das dahinter, auf der Plaza de la Provincia liegend Gefängnis gebracht.
Die bessergestellten Verurteilten durften ihre Strafe in den oberen Geschossen verbüßen. Unter König Philipp IV wurde das Gebäude als Palast – Palacio de Santa Cruz – genutzt.

Heute gehört der Palast zu wichtigsten palastartigen Bauten in Madrid und ist zum Spanischen Kulturerbe ( Bien de Interés Cultural) erklärt. Er beherbergt das Ministerio de Asuntos de Exteriores y de Cooperación – Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und Kooperation.

Über die Calle de la Sal und die Calle Postas schlendern wir zur
Puerta del Sol
Die Puerta del Sol liegt nordöstlich der Plaza Mayor. Einst war er das Zentrum Spaniens. Hier ist der Km 0, der Fundamentalpunkt Spaniens, definiert an dem auch die sechs Hauptnationalstraßen Spaniens sternförmig zusammen laufen.
Der Platz und die umliegenden Seitenstraßen sind als Fußgängerzone eingerichtet. Außerdem treffen hier wichtige Metro-Linien auf einander.

Im Süden steht das Casa de Correos. Ursprünglich als Postgebäude erbaut, dient es heute als Regierungssitz der Communidad de Madrid, der Regierung der autonomen Gemeinschaft Madrid. Von seinem Glockenturm aus ertönen jedes Jahr zu Silvester 12 Glockenschläge, die das neue Jahr einläuten.

Auf diesem Platz wurde 1912 der Präsident des Ministerates José Canalejas vom Anarchisten Manuel Pardiñas Serrano ermordet und 1931 die zweite spanische Republik ausgerufen.
Verschönert wurde der Platz mit Bepflanzungen, zwei Springbrunnen, dem Reiterstandbild von König Karl III. und der 4 m hohen Statue Oso y Madroño (Bär und Erdbeerbaum) von Antonio Navarro Santa Fe.

Oso y Madroño ist das Wahrzeichen Madrids und findet sich auch im Wappen Madrids wieder. Angeblich symbolisiert es die Einigkeit zwischen Klerus (Baum) und Adel (Bär), die sich im Mittelalter das Land aufgeteilt hatten.

In der Calle der Alcála am Plaza de Canalejas gönnen wir uns einen Kaffee und bewundern in der Zwischenzeit die beiden Quadrigas der Banco de Bilbao. Das gegenüberliegende Gebäude, der Equitativa-Palast der Banco Español de Crédito (Banesto) wurde völlig ausgehöhlt und ist derzeit eine Großbaustelle.
Über die Calle Sevilla erreichen wir die Plaza de Canalejas. Hier besticht La Casa de Allende durch seine einzigartige Architektur. Thomas de Allende ließ sich das Gebäude 1916 vom Architekten Leonardo Rucabado erbauen.

In der Calle de la Cruz sind eine Vielzahl kleiner Läden, Tapas Bars und Restaurants zu finden. Wir wissen nicht wohin wir den Blick zuerst richten sollen.

Malerische Motive sind hier alle paar Meter zu finden.

Die Jamonería Enrique Tomas hat uns besonders gefallen. Gleich daneben ist eine besonders schöne Streetart zu sehen.

Wir erreichen die Plaza del Angel und den Plaza Jacinto Benavente.
Auf der Plaza de la Provincia treffen wir auf den bereits oben erwähnten Palacio de Santa Cruz, das ehemalige Gefängnis. Die rötliche Färbung mit den weiß umrandeten Fenstern ist ein Merkmal der habsburgischen Architektur.

El Madrid de los Austrias, so wie es heute noch genannt wird, ist mit dem Herzstück Plaza Mayor, das historische Zentrum Madrids. Dies ist ein Erbe der Habsburger, die Spanien von 1504 bis 1700 mit prägten.
Über die Plaza Mayor kommen wir zum Mercado de San Miguel. Auf Pferden patrouillierende Polizisten sollen ein Gefühl der Sicherheit vermitteln.

Unerwartete Begegnungen
Wir überqueren die Calle Major und biegen in die Calle Milaneses ein. Ein Schild Peluqueria/Barberia de Los Austrias macht mich neugierig. Der freundliche Friseur ermuntert mich seinen Laden zu filmen. Er ist kein Österreicher – er ist Mexikaner. Teils kuriose Stücke verwahrt er in seinem Geschäft, darunter Coca Cola Flaschen um das Jahr 1900.(siehe Video).

Nicht weit entfernt in der Calle Espejo fordert uns der Inhaber der Taberna Casa Boni auf, sein Lokal zu filmen. Nach anfänglichem Zögern willigen wir ein. Eine gute Entscheidung, denn er lädt uns ein, am kommenden Samstag an einem Straßenfest im Barrio Santiago teilzunehmen.

Luis Boni, der Inhaber, erzählt uns, dass sich bei ihm einmal in der Woche eine Community mit Teilnehmern aus allen Gesellschaftsschichten trifft. Beim Straßenfest werden wir sie kennenlernen. Wir nehmen das Angebot dankend an und beeilen uns zurück ins Hotel zu kommen, denn wir sind mit einem Freund aus Madrid verabredet.

Vorbei am Plaza Isabel II und der Rückseite der Oper (Teatro Real), geht es durch die Costanilla de los Angeles zurück zum Hotel an der Plaza de Santo Domingo.
Jedoch können wir jetzt schon sagen, dass Madrid uns in seinen Bann gezogen hat.
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Hinweis: Unser Aufenthalt wurde gesponsert vom Fremdenverkehrsamt Madrid , wofür wir uns an dieser Stelle nochmals herzlich bedanken möchten. Alle Meinungen und Eindrücke sind unsere eigenen.
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