An unserem Abreisetag in Murcia hatten wir am Vormittag noch Zeit für einen letzten Besuch in der Stadt. Wir wollten das Museum des Klosters Santa Clara la Real besuchen.
In den Straßen von Murcia ist wieder Normalität eingekehrt und nichts erinnert an das phänomenale Fest Entierro de la Sardina in der letzten Woche.

Das Museum des Klosters Santa Clara la Real ist das bedeutendste Bauwerk aus der maurischen Epoche. Daneben zeigt es aber auch die Veränderungen und Ergänzungen in der Gotik und im Barock. Somit ist es ein hervorragendes Zeugnis verschiedener Epochen und deren Baugeschichte.

Ursprünglich wurde der Palast in einem Wohngebiet mit ausreichend verfügbarem Wasser außerhalb der Medina von König Taifa Murciano Ibn Mardanis (dem Wolfskönig) im 12. Jahrhundert errichtet. Der einfache Palast wurde 1172 teilweise zerstört, als die Stadt von den Almohaden eingenommen wurde.

Im 13. Jahrhundert baute König Ibn Hud al Mutawákkil von Murcia an der gleichen Stelle den Alcácar Sequir (kleiner Palast) als Freizeitpalast. Die offizielle Residenz der muslimischen Königsfamilie war der Alcázar Nasir (großer Palast) weiter südlich am Ufer des Flusses Segura.

1238 wurde Ibn Hud ermordet. 1243 wurde Murcia ein autonomes Protektorat der Krone von Kastilien. Ibn Hud al-Dawla (der Onkel des Vorgängers) wurde neuer König von Murcia. Der Alcázar Seguir wurde zur ständigen Residenz der Königsfamilie von Murcia.
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Mehr InformationenNach der Übernahme der Stadt durch die Christen wurde der Alcázar Sequir zum Königshaus der kastilischen Monarchie. Damals umfasste das Schloss nicht nur den Palast, sondern auch andere Gebäude, Bäder und Gärten.
1365 schenkte Peter I. der Grausame den Palast dem Orden der Armen von Santa Clara (Klarissen Orden). Ein gotischer Kreuzgang wurde errichtet und ist heute noch erhalten. Der Innenhof des Palastes, der an die Alhambra in Granada erinnert wurde zum Zentrum des klösterlichen Lebens.

Das heutige Museum beherbergt in erster Linie sakrale Kunstwerke der christlichen Kultur. Aber es beherbergt auch eine für die Schiiten bedeutende Schrift des Muslimischen Schreibers der ägyptischen al-Azhar Universität Hasan al ´Idwil al-Hamzawi aus dem Jahr 1886.
Auf dem Rückweg zum Hotel treffen wir an der Plaza de San Bartolomé auf eine Statue des Gottes Merkur, ein Werk ein Werk des Bildhauers Antonio Campillo Párraga.

Daneben steht das Haus von Andrés Aimansa, erbaut von 1903-1905. Das mit Glaskeramik verzierte Gebäude im modernistischem Stil beherbergt heute die Handels-, Industrie- und Schifffahrtskammer Murcia.

Anschließend werfen wir noch einen Blick in den Episkopal Palast, den bischöflichen Palast von Murcia. Das Gebäude mit der schönen Renaissance Fassade besitzt einen beeindruckenden Innenhof, dessen Besuch sich in jedem Fall lohnt. Das Gebäude wurde auf den Resten des Alcázar Nasir errichtet.

Als wir beim Ayuntamiento de Murcia, dem Rathaus von Murcia ankommen hat sich davor der Bürgermeister mit einem Teil der Stadtverwaltung versammelt. Auch die Presse ist gekommen. Schließlich wird eine Schweigeminute eingelegt.

Der freundliche Bürgermeister findet auch noch die Zeit den Sinn der Aktion zu erläutern. Die Bürger der Stadt liegen der Stadtverwaltung sehr am Herzen und man hält eine öffentliche Schweigeminute für eine Frau, die Opfer einer Familientragöde wurde. Glücklicherweise gibt es einen solchen Anlass in der sehr friedlichen Stadt Murcia äußerst selten.
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