Der Palatin und das Forum Romanum bildeten das Zentrum des antiken Roms.
Historischer Überblick
Auf dem Palatin finden sich 100000-jährige Siedlungsspuren aus der mittleren Steinzeit, doch erst im 8. Jahrhundert wurde hier ein Dorf mit einer umgebenden Mauer errichtet. (753 v. Chr gilt als Gründungsjahr von Rom). Mit der weiteren Entwicklung siedelten sich auf dem Palatin die Reichen und Wohlhabenden an.
Augustus erwarb hier ein Grundstück mit einem relativ bescheidenen Haus, das er durch Zukauf weiterer Grundstücke systematisch zu einer Residenz ausbaute. Er integrierte einen Apollotempel, das Haus seiner Frau Livia und versah es mit einer Reihe von Statussymbolen.

Unter seinem Haus fanden Archäologen eine reich verzierte Höhle, die im Altertum als Lupercale verehrt wurde. In dieser Höhle soll die Wölfin Lupa Romulus und Remus gesäugt haben.
Ebenso wurden die Reste einer Hütte gefunden, die als Haus des Romulus in die Annalen einging. Augustus schien also diesen Ort bewusst gewählt zu haben, da er direkt mit der Gründung Roms in Zusammenhang stand.
Sein Nachfolger Tiberius ließ die Domus Tiberiana erbauen, die Caligula und Nero erweiterten. Domitian baute dann einen gewaltigen Palastkomplex, der aus drei Teilen bestand, dem Domus Flavia, dem Domus Augustana und dem Hippodrom. Septimus Severus ließ die Anlage im Osten durch Thermen, den Domus Septimi Severt erweitern.
Hier sehen Sie das 4k UltraHD Video
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Mehr InformationenDer Palatin
Wir kommen vom Kolosseum, passieren den Triumphbogen des Konstantin und betreten den Palatin durch den Seiteneingang an der Via San Gregorio.
Zuerst passieren wir das Hippodrom, das vermutlich ein Garten oder eine Art Kunstgalerie war. Beweise für eine Pferderennbahn fanden sich keine. In der Mitte der östlichen Galerie befand sich eine Kaiserloge.

Anschließend erreichen wir den Domus Augustana, die Privatgemächer der Kaiser. Von der Terrasse aus hat man einen guten Überblick über den Circus Maximus. Immer wieder staunen wir über die Höhe der einzelnen Geschosse.
Direkt im Anschluss ist der Domus Flavia, der Palast für die öffentlichen Ämter. Der Thronsaal beeindruckt durch seine riesigen Dimensionen, auch wenn nur noch spärliche Reste vorhanden sind.
Ein Stück einer Mauerecke ragt aber noch in die Höhe, sodass man sich das Volumen des Raumes ganz gut vorstellen kann.

Immer wieder macht uns Frau Livia Galante auf die verbauten Materialien aufmerksam, wie z.B. bei einer Säule, die aus gelbem Marmor aus Simitthu (Chimtou) in Tunesien gefertigt wurde, der in Rom äußerst begehrt war.
Nach einem Erdbeben Mitte des 3. Jahrhunderts wurden die Arbeitshallen in Simitthu zerstört und der Nachschub versiegte.
Wir durchqueren die Farnesischen Gärten, oberhalb der Domus Tiberiana, da man hier den schönsten Ausblick auf das Forum Romanum und die Stadt Rom hat.

Eine Möwe wollte unbedingt von mir gefilmt werden und setzte sich dafür extra vor meinem Objektiv in Szene.

Nach einem kurzen Blick auf das Haus des Augustus und den Tempel der Magna Marta besuchen wir die Clivus Victoria, die direkt zwischen Domus Tiberiana und Forum Romanum liegt. Hadrian ließ die Straße durch wuchtige Torbögen überspannen, seither wird sie Via Tecta genannt.
Wir verlassen den Palatin über den Prachteingang, den Clivus Palatinus. Die Straße war von Säulengängen flankiert und wurde vom Triumphbogen des Domitian überspannt. Der Triumphbogen war als monumentaler Eingang zum gerade fertiggestellten imperialen Palast geplant. Heute sind nur noch Reste sichtbar.
Das Forum Romanum
Wir erreichen das Forum beim Titus Triumphbogen, den Domitian für seinen verstorbenen Bruder Titus errichten ließ.
Er zeichnet sich durch seine Reliefdarstellungen im inneren Torbogen aus.

Wendet man den Blick in Richtung Kapitol kann man das Forum sehr schön überblicken. Zur Rechten erheben sich die Reste der Maxentiusbasilika, einer monumentalen Empfangshalle für den Kaiser.
Daran schließt sich der Tempel des Valerius Romulus an, der durch sein Bronzetor besticht. Neben seinem Eingangsbereich befinden sich noch einige Gräber aus dem Neolithikum. Danach folgt der Tempel des Antonio und der Faustina. Beide verdanken ihre Erhaltung der Umwandlung in eine christliche Kirche.
Der mittlere Bereich wird von den Säulen des Tempels der Vesta und des Tempels des Kastor und Pollux dominiert. Der Tempel der Vesta war das zentrale Heiligtum des Forum Romanum.

Zur linken Seite befindet sich das Haus der Vestalinnen und dahinter die monumentalen Überreste der Domus Tiberiana.
In der Mitte des Platzes angekommen findet man hier ein kleines überdachtes Monument, den Tempel des Cäsar.

Richtet man den Blick wieder zum Kapitol befindet sich rechts die Basilika Aemilia und dahinter die Curia Juliua (Haus des Julius), auf der linken Seite gegenüber die Basilika Julia. Dies waren alles Versammlungsorte für den Senat.

Das Tabularium auf dem Kapitolshügel war praktisch das Staatsarchiv.

Direkt davor erkennt man die Säulen des Tempels des Saturn in dem der Staatsschatz aufbewahrt wurde. Rechts dominiert der Triumphbogen des Septimus Severus.
Überwältigt von den Eindrücken verlassen wir das Zentrum der Macht in der Antike.
Bitte lesen Sie weiter > Abseits der Touristenpfade
Pin it – für später merken

Hinweis: Auch wenn die Führung auf Einladung von Context Travel erfolgte, sind die Eindrücke und Meinungen unsere eigenen.
Text, Fotos und Video: Copyright © myVideoMedia