Nicht nur wissenschaftliche Pionierleistungen, wie im Bereich der Astronomie, wurden in Samarkand vollbracht. Weltweit bekannt war auch die Papierproduktion.
751 drangen Chinesische Soldaten nach Westen vor. Abu Muslim fügte ihnen eine herbe Niederlage zu und kehrte mit 20.000 Kriegsgefangenen heim. Um ihr Leben zu retten verrieten sie das chinesische Geheimnis der Papiererzeugung und lehrten dieses Handwerk den Einwohnern von Samarkand, die die Produktion immer weiter verfeinerten.
So entstand das dünnste, das haltbarste und das glatteste Papier der Welt. Es konnte von beiden Seiten beschrieben werden, ohne dass die Tinte auf der anderen Seite austrat. Im IX. und X. Jahrhundert wurden fast sämtliche Werke auf Papier aus Samarkand geschrieben. Das Zentrum der Papiererzeugung war am Fluss Siyob angesiedelt. 2000 Wassermühlen verrichteten dort ihren Dienst, 400 wurden für die Papiererzeugung verwendet.

So wundert es uns nicht, dass die Wassermühle, die wir besichtigen, identisch aussieht, wie die Reismühle die wir in Ösgön in Kirgisistan gesehen haben.
Zarif Muchtorov, selbst aus einer berühmten Handwerksfamilie stammend, setzte sich zum Ziel die Papiererzeugung neu zu beleben. Er gründet mit Hilfe der usbekischen Regierung, der UNESCO und der Agentur JEIKA aus Japan das Handwerkszentrum Konigil-Meros.
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Mehr InformationenZwischen 1995 und 2002 forschte er weltweit, um das Geheimnis der Papiererzeugung wiederzubeleben. Wir haben das Vergnügen, dies sehen zu können.

Das Papier aus Samarkand wird aus den Ästen des weißen Maulbeerbaums der Sorte Morus alba erzeugt. Erst werden die Äste einige Tage in Wasser eingeweicht. Danach kann das braune Holz vom gelben Kern getrennt werden. Diese werden danach 5 bis 6 Stunden in einem Kessel mit heißem Wasser gekocht und anschließend sieben bis acht Stunden in der Mühle zerstampft.

Nach dem erneuten Einweichen des zerstampften Breis im Wasser wird das Material mit einem Sieb mit Holzrahmen herausgefiltert. Eingelegt zwischen saugenden Blättern wird das Papier nun acht bis 10 Stunden gepresst, um danach zum Trocknen an eine glatte Wand geklebt zu werden.

Der letzte Arbeitsschritt ist das Glätten des Papiers auf einem Marmorstein mit einer Muschel oder einem Achatstein.

Dies ist das Geheimnis um die Schrift auf diesem Papier auch nach Jahrhunderten oder sogar Jahrtausenden noch lesen zu können.

Heute wird das Papier aus der Meros Papiermühle vor allem in Usbekistan und Japan für die Restaurierung historischer Dokumente, sowie für die Herstellung von Souvenirs verwendet.
Bitte lesen Sie weiter > Afrasiab Museum von Samarkand
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