Nach unserer Ankunft in Xiva laden uns Ana Pasha and Sirojiddin Hujamuratov zu einem Rundgang durch die Alstadt ein. Sie wird auch Ichan Qalʼа, die ummauerte Innenstadt, genannt. Sirojiddin war eine große Hilfe. Er hat extra beim Ministerium für Tourismus eine Drehgenehmigung für alle öffentlichen Gebäude in Usbekistan erwirkt, so dass wir ab diesem Zeitpunkt keine Probleme beim Filmen hatten.
Eine breite Straße führt vom Westgate, dem größten Stadttor, quer durch die Stadt zum Dekhon Basar. Als wir sie betreten, wird uns schnell klar, wenn man je den Wunsch hatte in 1001 Nacht zu leben, dann kann man sich keine schönere, dazu passende Kulisse vorstellen.

Nicht umsonst wurde 1990 der historische Ortskern in das UNESCO Welterbe aufgenommen. Seither gilt dieser als ein einziges Freilichtmuseum, oft auch als Museum unter dem blauen Himmel bezeichnet.
Geschichte von Khiva
Mit der Entwicklung der alten Seidenstraße erlangte Xiva seine strategische Bedeutung Xiva wurde im 5. Jahrhundert gegründet, aber bereits im 8. Jahrhundert von arabischen Streitkräften erobert. Danach entwickelte sich die Stadt zu einer bedeutenden Handelsstadt in Choresm.
Im 13. Jahrhundert eroberte Dschingis Khan und im 14. Jahrhundert Timur Lenk die Stadt. Im 18. Jahrhundert eroberte der persische Schah Nadir die Stadt. Kurzzeitig war Xiva Teil des persischen Reiches. Ansonsten war es von 1512 bis 1920 war es ein unabhängiges Khanat. Jede Eroberung ging mit einer Zerstörung der Stadt einher.
Ab 1717 unternahm Russland mehrere Eroberungszüge, die aber alle scheiterten. Die Truppen wurden in Hinterhalte gelockt oder aufgerieben. Erst 1873 konnte Xiva eingenommen und annektiert werden. Seit 1991 gehört Xiva zum souveränen Staat Usbekistan. 1997 feierte die Stadt ihr 2500 jähriges Bestehen.
Kalta Minor Minaret
Als wir die Straße betreten sticht uns sofort das Kalta Minaret, das Wahrzeichen Xivas ins Auge. Es wurde von 1852 bis 1855 gebaut, Danach wurden die Bautätigkeiten eingestellt. Es sollte das höchste Minarett des Ostens werden, mit einer Höhe von 70 bis 80 m. An der Basis hat es eine Durchmesser von 14 m.
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Mehr InformationenAls sich der Khan von Bukhara ebenfalls für solch ein Minarett interessierte verfügte der Khan Mohammed Amin Khan, dass der Baumeister getötet werden sollte, wenn der Bau vollendet sei. Als dieser das hörte, floh er. Zu dem Zeitpunkt hatte das Minarett eine Höhe von 29 m erreicht. Tatsächlich dürfte der Bau aber eingestellt worden sein, weil das Minarett vermutlich wegen mangelnder Tragfähigkeit eingestürzt wäre.
Orient star Khiva – Madrasa
Hinter dem Minarett befindet sich die einst größte Madrasa von Xiva.

Heute beherbergt sie das Orient Star Khiva Hotel.
Das Westtor – Ota Darvoza
Das mächtige Tor ist der Haupteingang in die Altstadt. Es ist eine Rekonstruktion aus den 70er Jahren. Das Original wurde 1920 zerstört.

Muhammad ibn Musa al Khwarizmi
Das Denkmal neben dem Westtor ist dem genialen Universalgelehrten und Mathematiker Muhammad ibn Musa al-Khwarizmi gewidmet, der um 800 n. Chr. im arabischen Zahlensystem die Null einführte. Von seinem Namen leitet sich das Wort Algorithmus ab.

Wir gehen ein Stück zurück und erfreuen uns an den Souvenirs und speziell den schönen Pelzhauben, die hier zahlreich angeboten werden (auch wenn das ökologisch nicht korrekt ist).

Wir kommen zum Platz, auf dem früher der Sklavenmarkt war. Er wird von der Mohammed Rakhim Khan Medressa und der Kunya-Ark Zitadelle eingerahmt. Wir besichtigen zuerst Kunya-Ark.
Kunya-Ark Zitadelle
Die Zitadelle, teilweise auch als Palast bezeichnet, steht im Westen der Altstadt. Teile des Palastes wurden durch die persischen Truppen zerstört, so die Wartehalle für die Botschafter und die Halle für den Rat des Herrschers. Erhalten ist noch die Halle für den Herrscher und seine Familie. Die herrlich mit Kachelmustern verzierte und zwei Säulen versehene Halle beinhaltet eine runde gemauerte Plattform im Hof. Hier befand sich eine Jurte, die der Herrscher im Winter bevorzugte.

Im Hintergrund steht ein versilberter Thron, auf dem der Herrscher seine Gäste empfing. Das Original befindet sich im Kreml in Moskau.

Durch eine schmalen Gang erreicht man eine zweigeschossige Terrasse (Ayvan), die einen ausgezeichneten Ausblick über die Stadt und die Umgebung erlaubt. Außerdem erreicht man hier den Harem, dessen Halle ähnlich aussieht, wie die des Herrschers, aber mit drei Säulenpaaren gestützt ist.

Im Hinteren Bereich ist die Münze und ein Kerker zu besichtigen.
Mohammed Rakhim Khan Medressa
We change to the Medressa on the other side of the square.

Wir wechseln zur auf der anderen Seite des Platzes gelegenen Medressa. Sie wurde 1876 fertiggestellt, beinhaltetet 76 Zellen und war damit eine der größten Madrasas Zentralasiens.
Museum des antiken Choresmien
Wir gehen weiter in das Museum des antiken Choresmien. Neben Alltagsgegenständen und Geräten aus der Stadtgeschichte wird wertvoller Schmuck für Frauen gezeigt. Wenn die Frauen den Schmuck immer getragen habe, waren sie sicherlich gut trainiert. Interessant sind im Museum aber auch die alten Fotografien aus längst vergangenen Tagen.
Gedanklich verbinden wir die Seidenstraße gerne mit Händlern, vergessen dabei aber, dass es hier auch viele begabte Handwerker gab und gibt. Wir beobachten eine Workshop in dem Jugendliche an geschnitzten Holzschatullen arbeiten.

In der Werkstatt daneben zeigt man uns wertvolle geschnitzte Türen, die auch nach Europa und in die USA geliefert werden. Im Anschluss daran demonstriert uns der Meister die Herstellung und die Anwendung der genialen Buchstützen, die in verschiedensten Positionen aufgestellt und zusammen geklappt werden können.

Bitte lesen Sie weiter >Rundgang durch die Altstadt von Xiva -Teil2
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