Der zweite Teil unseres Rundgangs durch die Altstadt von Xiva startet mit einem weiteren Handwerksbetrieb, einer Teppichweberei. Der Innenhof des Gebäudes dient als Ausstellungsfläche für die ausgesprochen schönen Teppiche. In Nebenräumen wird das Rohmaterial und die fertigen Produkte gelagert. Während sich die Dame des Hauses mit uns unterhält, darf die Schwiegertochter wieder an den Webstuhl gehen.

Trotz ihrer großen Fingerfertigkeit sitzt sie monatelang an einem Teppich um diesen fertig zu stellen. Als unser Reiseleiter mit der händisch betriebenen Wasserpumpe nicht klar kommt, muss sie auch aushelfen.

Als wir wieder die Straße betreten kommt gerade eine Hochzeitspärchen entlang, das wir natürlich gerne wieder filmen und fotografieren. Es ist, wie wir auch, auf dem Weg zur bedeutendsten Sehenswürdigkeit in Xiva.
Pakhlavan Mahmoud Mausoleum
Das Grabmal von Pakhlavan Mahmoud, einem Ringer und Poeten, entwickelte sich im Laufe der Zeit zu einer Pilgerstätte und wurde immer weiter ausgebaut. Heute beinhaltet die Grabstätte mit der größten Kuppel in Xiva nicht nur das Grab von Pakhlavan Mahmoud, sondern auch die Grabstätten von mehreren Khans.

Eine Medresse und eine Moschee sind heute Bestandteil des Grabkomplexes. In einer Seitenkammer befindet sich hinter einer verschlossenen Tür, die lediglich den Blick durch ein Fenster erlaubt, der außerordentlich schön gefertigte Sarkophag. Ständig kommen Gläubige um hier zu beten. Rund um den Komplex sind eine Reihe von Grabmälern entstanden, da viele Gläubige in der Nähe von Pakhlavan Mahmoud beerdigt sein wollen.
Auf der gegenüber liegenden Straßenseite befindet sich die Sherg’ozixon Madrasasi, die von 5000 persischen Sklaven erbaut wurde. Nach Fertigstellung des Gebäudes sollten sie die Freiheit erhalten. Als der Khan jedoch kurz vor Fertigstellung zu murren begann und absehbar war, dass er sein Versprechen nicht halten würde, wurde er kurzerhand von den Sklaven ermordet.
Juma Moschee
Wir umrunden den Komplex und treffen auf die Juma Moschee. Die Moschee besteht aus einer Halle, deren Dach von 215 kunstvoll geschnitzten Säulen aus unterschiedlichen Epochen stammen, getragen wird.

Die ältesten Säulen stammen aus dem 10. Jahrhundert, die jüngsten aus dem 17 oder 18 Jahrhundert. Die dunkle Atmosphäre und die vereinzelten Pflanzen im Raum verleihen ihm eine angenehme kühle Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.
Tash Khovli Palast
Auch dieser Palast besteht aus mehreren Höfen, wobei der erste als Empfangsbereich für den Herrscher diente, und der Zweite als Warte- und Unterhaltungshof seine Funktion erfüllte. Der dritte und größte Hof war der Harem. In gewisser Weise erinnert er an ein Gefängnis. Heute ist in Usbekistan Polygamie verboten, doch offensichtlich ist sie , wie auch der Islam generell, auf dem Vormarsch. Auf dem Weg hierher, ging vor uns ein Mann. Jemand erwähnte, dass er 40 Frauen hätte.
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Mehr InformationenNeben einer kleinen Ausstellung, vor allem mit Bildern von Handwerkern und Künstlern befindet sich das Schlafzimmer den Khans, wo er sich mit seinen Frauen vergnügte.

Minaret und Khoja Islam Moschee
Das Khoja Islam Minaret ist das höchste in Xiva. Wir beschließen den Aufsteig erst am nächsten Tag zu machen.

Jetzt sehen wir uns erst in der Moschee und anschließend in einer kleinen Ausstellung um. Sie zeigt verschiedene alte und kostbare Schnitzereien und Tonwaren aus der Stadt.
Kutlug Murad inak Madrasah
Die Kutlug Murad Inak Madrasah ist eine der beiden Moscheen auf dem Marktplatz von Xiva. Sie war die erste zweistöckige Medresse der Stadt und wurde nach dem Vorbild von Medressen in Bukhara gebaut. Sie sollte besonders prächtig gestaltet werden, deshalb wurde das Budget für den Bau mehrfach überschritten.

Der Khan wollte in dieser Medresse bestattet werden, durfte aber nicht innerhalb der Stadt beerdigt werden, da er außerhalb von Xiva gestorben war. Also durchbrach man die Stadtmauer und baute einen Teil der Medresse außerhalb der Stadt, wo er dann begraben wurde.
Alla Kuli Khan Tim Markt
Der überdachte Markt wurde gleichzeitig mit der Karawanserei gebaut. Er ist überdacht und bietet Getreide, Obst, Seife und Kerzen an.

Er liegt rechts von der Kutlug Murad inak Madrasah.
Abdullah Khan Madrassah
Diese Medrese liegt am Marktplatz gegenüber der Kutlug Murad inak Madrasah. Eigentlich sind es zwei Medressen.

Eine wurde zu Ehren seiner Mutter gebaut und eine für ihn selbst.
Allakuli Khan Karawanserei
Die Karawanserei diente Karawanen als Lagerplatz für die Handelswaren aber auch als Hotel zur Übernachtung.

Im Erdgeschoss wurden die Waren gelagert, während im 1. Stock 105 Zimmer der Übernachtung dienten. Später wurde die Karawanserei umgebaut.

Der kuppelförmig überdachte Teil dient heute als Handwerksmarkt.
Dekhon Basar

Der Dekhon Basar ist der moderne Markt in Xiva. Da wir in den vergangenen Wochen aber bereits eine Reihe von Märkten gesehen haben, halten wir uns hier nicht lange auf, obwohl er sicherlich auch sehr sehenswert ist.
Natur Museum
Wir besuchen noch das Natur Museum. Die Missbildungen von Tieren, wie ein Schaf mit zwei Körpern, bzw. acht Beinen begeistern uns nicht wirklich. In anderen Abteilungen, wie z.B. Wüste werden überwiegend Bilder gezeigt.

Da wenden wir uns lieber einer Ausstellung über den Fotograf und Filmemacher Khudoibergan Devonov zu.

Das Museum liegt neben dem Khoja Islam Minaret. Khudoibergan Devonov lebte von 1878-1938 und drehte Filme über den Khan von Xiva Esfandiar und seine Region.

Letzte Station an diesem Tag ist das
Hausmuseum von Komil Khorazmi
Komil Khorazmi wurde 1825 in Xiva geboren. Er studierte an der Madrasa in Xiva und machte sich einen Namen als Dichter, Kalligraf, Musikwissenschaftler, und Staatsmann.

Er sprach 5 Sprachen und schrieb eigene Musikstücke. Als Sekretär des Königs unterzeichnete er 1873 den Friedensvertrag zwischen Russland und dem Xiva Khanat.

Aus der Position, Sekretär des Königs, Mirza Boshi. ging auch der Name des Hotels und Restaurants hervor, in dem wir in Xiva nächtigen. Die heutigen Besitzer sind die 4te Generation nach Komil Khorazmi.

Bei einbrechender Dunkelheit sitzen wir, leicht erschöpft, auf der Dachterrasse von unserem Hostel Mirza Boshi und genießen das Abendessen.
Bitte lesen Sie weiter > Rundgang durch die Altstadt von Xiva -Teil1
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