Kalaikhum liegt auf ungefähr dem halben Weg von Duschanbe nach Khorog auf einer Seehöhe von ca. 1200 m.

Die Strecke von Kalaikhum nach Khorog ist ein Teil des originalen Pamir Highways und beträgt zwar nur 242 km. Obwohl wir wenige Stopps und nur eine kurze Mittagspause machen benötigen wir insgesamt 9 Stunden. Die Straße ist in schlechtem Zustand und erlaubt nur niedrige Geschwindigkeiten. Bis Khorog steigt die Straße auf eine Meereshöhe von 2000 m an. Die umliegenden Berge sind bis zu 4500 m hoch.

Da wir bereits bei Dunkelheit in Kalaikhum angekommen sind, machen wir am Morgen erst einmal einen kurzen Spaziergang um uns umzusehen. Der Ort liegt an der Mündung eines kleinen Flusses in den Pandsch, dem wichtigsten Fluss der Region. Das gegenüber liegende Ufer gehört bereits zum Staatsgebiet von Afghanistan.

Wir haben die Nacht in einem kleinen Apartment direkt an der Brücke über den kleinen Fluss verbracht. Es gibt zwei Toiletten für mehrerer Apartments, aber wir haben ein eigenes Badezimmer in unserem Apartment. Damit haben wir es besser getroffen als unsere Mitreisenden, die sich mit ca. 20 Personen eine Toilette und eine Dusche (ein Schlauch) teilen müssen.
Kurz nachdem wir den Ort verlassen haben, machen wir einen kurzen Stopp nahe einer Brücke nach Afghanistan. Die Autos müssen vollgetankt werden. Wir nutzen die Zeit die Landschaft zu inspizieren. Ein nahegelegener Hangrutsch macht deutlich, wie gefährlich es hier sein kann, speziell im Frühjahr, wenn das Eis schmilzt und das Erdreich den Halt verliert. Doch wir haben nicht lange Zeit uns solchen Gedanken hinzugeben.

Wir fahren den Pandsch entlang, der sich mäanderförmig zwischen den Bergen entlang schlängelt. Spannend wird es immer wieder, wenn mehrere LKW’s vor uns sind oder uns entgegenkommen. Die Fahrer der Trucks haben wirklich einen extrem schweren Job.
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Mehr InformationenIn der Regel sind sie auf sich alleine gestellt, auch wenn sie sich bemühen zu Zweit, mit einem anderen Fahrer wenigstens streckenweise im Konvoi zu fahren, um sich gegenseitig Hilfe geben zu können, wenn es notwendig ist.
Nichts desto Trotz, es ist eine spannende Fahrt, sie nie langweilig wird. Ständig wandelt sich die Landschaft und zeigt sich von einer neuen Seite. Die Vegetation ist aufgrund der Seehöhe bereits etwas spärlich. An einer Windung des Pandsch hat sich eine wunderschöne riesige Sandbank gebildet, die zum Sonnenbaden einlädt. Aber nur ein paar Rinder nutzen die Gelegenheit.

Während auf der tadschikischen Seite eine relativ „gut ausgebaute“ Straße existiert, führt auf Afghanischer Seite in der Regel nur ein schmaler Pfad den Pandsch entlang. Meist ist er nur grob in den Felsen geschlagen, teilweise aber auch noch nicht fertig gestellt. Vermutlich ist dies für die malerischen Dörfer oft die einzige Verbindung zur Außenwelt.
Öfters zieren bunte Blumensträuße den Straßenrand. Sie dienen Angehörigen der Erinnerung an Menschen die hier tödlich verunglückt sind.

Bewunderungswürdig sind die Fahrradfahrer, die den Pamir Highway mit dem Fahrrad bezwingen.

Kurz vor Poshkharv bietet sich ein schöner Ausblick und wir stoppen kurz um die Landschaft einzufangen. Ich habe mich etwas von der Gruppe entfernt, da ich sowohl den Pandsch, als auch das gegenüberliegende Dorf filmen will. Plötzlich kommt unser Guide Sherali gelaufen und ruft, dass ich nicht filmen soll. Als ich verwundert aufblicke kann ich bereits aus den Augenwinkeln zwei Soldaten mit geschultertem Gewehr erkennen. Sie machen nicht den Eindruck, als ob man mit ihnen nett diskutieren könnte.
Also packe ich mein Stativ zusammen und Sherali erklärt ihnen, dass ich nichts gefilmt hätte. Sie geben sich damit zufrieden, wobei mir bis heute nicht klar ist, was es hier gab, was nicht gefilmt werden sollte. Vermutlich die Soldaten selbst.

Eithne, unsere Mitreisende, hat es sich zwischenzeitlich mitten auf der Straße bequem gemacht.
Wir fahren weiter nach Lyakhsh, wo wir wieder einen kurzen Stopp machen und etwas essen. Hier wird weißer Marmor abgebaut, der sehr begehrt ist.

Faszinierend an dieser Landschaft ist neben den hohen Bergen der Pandsch. Streckenweise wird er durch Engpässe gepresst, wo das Wasser mit hoher Geschwindigkeit, Gischt aufwirbelnd, durchfließt. Kurz darauf ist er wieder weit und vermittelt den Eindruck eines Sees. Hier ist das Wasser in der Regel sehr ruhig und scheint fast zu stehen. Manchmal bilden sich auch kleine Inseln, zwischen denen der Pandsch talwärts mäandert.
Nach einer weiteren Stunde wollen wir an einem beliebten Café anhalten, aber leider sind alle Tische belegt, so dass wir beschließen, weiter zu fahren.

Bei Rushan weitet sich das Tal und der Bartang mündet in den Pandsch. Wir überqueren den Bartang auf einer langen Brücke. Der Bartang entspringt am Saressee. Dieser See entstand am 18. Februar 1911 durch einen gewaltigen Bergsturz. Dieser bildete den höchsten natürlichen Damm mit einer Höhe von 576 m.
Dieser gilt als so instabil, dass die Region um den See nur mit einer speziellen Regierungserlaubnis betreten werden darf. Sollte der Damm brechen, würde er eine 150 bis 170 m Hohe Flutwelle auslösen, die hier bei Rushan auf den Pandsch treffen würde und sich bis nach Usbekistan und Turkmenistan ausbreiten würde. 5 Millionen Menschen wären von dieser Katastrophe betroffen.
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Mehr InformationenWir durchqueren noch einige größere Dörfer, bevor wir kurz vor Khorog auf freiem Feld auf Grund einer Reifenpanne gestoppt werden. Aber unsere Fahrer sind wahre Profis.

Im Nu ist das Loch im Reifen mit einem Stück Tierhaut verschlossen und der Reifen wird mit einer elektrischen Pumpe, die über die Batterie angeschlossen wird, aufgepumpt.

Wir vertreiben uns die Zeit mit einem kurzen Gespräch mit einer hier weidenden Kuh. 15 Minuten später sind wir wieder unterwegs und erreichen bald darauf Khorog, unser Ziel für den heutigen Tag.
Bitte lesen Sie weiter > Botanischer Garten in Khorog
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