Das Warschauer Königsschloss im Zentrum der Stadt war bis zum 18. Jahrhundert Sitz der polnischen Könige.
Der Schlosshügel ist allerdings bereits seit 8000 Jahren bewohnt. Die ältesten erhaltenen Teile des Schlosses gehen auf das 15. Jahrhundert zurück. Damals entstand auch der Schlossgarten.

Im zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude zusammen mit der Altstadt von der deutschen Wehrmacht vollständig zerstört. Von 1971 bis 1988 wurde sie mit Spendengeldern, unter anderem von in die USA ausgewanderten Polen wieder aufgebaut. Seit 1980 zählt das Schloss zusammen mit der Warschauer Altstadt zum UNESCO Weltkulturerbe.
Da es regnet bietet sich gleich der erste Tag in Warschau für eine Besichtigung an.

Unser Rundgang beginnt im Saal des königlichen Rates. Seine Aufgabe war es den König zu beraten. Es folgt der mit Ornamenten reich verzierte Ballsaal.
Es ist der größte Saal im Gebäude. Hier wurden zur Zeit von Stanislaw August Staatsbanquets, Bälle, Konzerte und Theater veranstaltet.

Im folgenden Marmorraum schmücken neben den Verblendungen aus Marmor eine Reihe von Portraits polnischer Könige die Wände. Sie überstanden den Krieg unbeschadet, da sie auswärts eingelagert waren.

Der nachfolgende Rittersaal ist dem Thronsaal vorgelagert und dient als Warteraum für Audienzen. Im Thronsaal dominieren die Farben rot und Gold.
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Mehr InformationenHier wurden wichtige Personen wie Botschafter und Nuntien empfangen. Viele Fragmente dieses Raumes sind Originalteile.

Der anschließende runde Konferenzraum führt zu den privaten Gemächern.
Hervorzuheben ist das Schlafzimmer mit seinem grünen Bett und Baldachin. Es folgt der alte Audienz Raum. Er wurde für Empfänge solange genutzt, bis der Thronsaal fertiggestellt war.

Im Canaletto Raum sehen wir eine Reihe von alten Gemälden. Diese waren nach dem Krieg hilfreich für den Wiederaufbau von Warschau.
In der Schlosskapelle sind eine Reihe von Zeremonienschwerter von Stanislaus Augustus ausgestellt.

Es folgt das Apartment von Prinz Stanislaw Poniatowski, dem Großkämmerer von Litauen und Neffen des letzten polnischen Königs Stanislaus II. August Poniatowski.

Danach die neue Abgeordnetenkammer (das Unterhaus) der Sejm, dem polnischen Parlament und die Senatorenhalle für das Oberhaus. Auf großen Gemäldekarten ist das Reich Polen und Litauen dargestellt..

Das letzte große Gemälde zeigt die Abdankung des Herrschers und das Ende des Königreiches Polen am Ende des 18. Jahrhunderts.
1994 spendete Karolina Lanckoronska spendet ihre Gemäldesammlung inkl. zwei Rembrandts dem Schloss in Warschau und Krakau.
Südöstlich des Schlosses auf der Weichselböschung entstand im 17. Jahrhundert der Palast unter dem Blechdach. Er ist nach der Dachbedeckung benannt, da es das erste Gebäude in Warschau mit einem Blechdach war. Bis dahin waren nur Schindeldächer üblich.

Errichtet wurde er von der Magnatenfamilie Lubomirski 1701. Im 18. Jahrhundert diente es als Versammlungsort für die Freimaurerloge. Während der Regentschaft von Stanislaus August Poniatowski lebte sein Neffe Jozef Antoni Poniatowski in dem Palast.
Er war Kriegsminister im Herzogtum Warschau, Reichsfürst im Heiligen Römischen Reich und Marschall des Empire. Sein Reiterstandbild steht heute vor dem Präsidentenpalast.

Im Erdgeschoss des Palastes ist heute eine Teppichausstellung die die in Belgien lebende Polin Teresa Sahakian gesammelt hatte. Sie verstarb 2007. Die Sammlung umfasst Teppiche aus Persien, Anatolien, Zentralasien und dem Kaukasus.

Wir beenden unseren Besuch im Obergeschoss. Hier befindet sich das Apartment von Prinz Jozef Antoni Poniatowski.
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