Vom Platz der Republik gehen wir in Richtung Süden, vorbei am Heinrichsturm zur Jerusalemsynagoge.
Die Jerusalemsynagoge, eine Synagoge im Jugendstil, liegt in der Prager Neustadt.

Ursprünglich war die Josefstadt im Norden der Altstadt das Jüdische Viertel. 1848 wurden den Juden in Prag die Bürgerrechte verliehen.
Im Anschluss daran zogen viele in andere Viertel und die Häuser verfielen. Zwischen 1893 und 1913 wurde ein Großteil des Viertels abgerissen und durch neue Häuser nach Pariser Vorbild ersetzt.
Da auch einige Synagogen abgerissen wurden, plante man einen Neubau. Ein speziell dafür gegründeter Verein erwarb ein Grundstück in der Jerusalemer Straße. Geplant wurde der Bau von dem Architekten Wilhelm Stiassny aus Wien. Alois Richter führte den Bau aus. Maurische und orientalische Stilelemente flossen in die Gestaltung mit ein.

Der langgezogene Innenraum besteht aus einer dreischiffigen Basilika. Die Seitenschiffe sind durch Arkaden abgetrennt. Im ersten Stock ist eine Galerie, auf der eine Fotoausstellung arrangiert wurde.

Unter anderem ist die Schlusssstein-Urkunde von Kaiser Franz Josef I hier ausgestellt.

Der Toraschrein ist mit einer vergoldeten Tür verschlossen. Das herrliche farbenfrohe Gebäude wird durch prächtige Buntglasfenster ergänzt.
Der Eintrittspreis in die Jerusalem Synagoge beträgt 80 tschechische Kronen ( € 3,12 pro Person ).

Auf dem Rückweg passieren wir wieder den Heinrichsturm, der 1472 -1475 erbaut wurde. Er ist mit einer Höhe von 65.7 Metern der höchste freistehende Prager Glockenturm. Ursprünglich war er ein Kirchenturm, jedoch wurde die kirchliche Nutzung aufgegeben.
Ein Glockenspiel im Dach des Turmes ist nur im Inneren des Turmes zu hören. Heute befinden sich Cafes, Restaurants und eine Galerie im Turm.

Auch den Platz der Republik mit dem Gemeindehaus und dem Pulverturm passieren wir noch einmal, bevor wir zum Denkmal für Franz Kafka gehen.
Hier sehen Sie das zugehörige 4K UHD Video
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Mehr InformationenEs zeigt Franz Kafka auf den Schultern eines kopflosen Mannes. Das Kunstwerk wurde von Jaroslav Róna geschaffen.
Direkt dahinter befindet sich das Jüdische Museum und die Spanische Synagoge.

Wir kommen zur Pariser Straße mit ihren prächtigen Gebäuden, die beim Neubau der Judenstadt entstanden sind.

Hier stoßen wir zur Hohen Synagoge und daneben auf die Altneu Synagoge.
Die Altneu Synagoge ist die älteste unzerstörte Synagoge Europas und eines der ersten gotischen Gebäudes in Prag. Sie wurde im 13. Jahrhundert errichtet und ist heute noch das religiöse Zentrum der Juden in Prag.

Nachdem wir an der Kasse gefragt haben, ob filmen erlaubt sei und wir 200 tschechische Kronen ( € 7,80 pro Person ) bezahlt haben erleben wir etwas, das uns fassungslos macht. Nachdem ich meine größere Kamera eingeschaltet habe kommt ein älterer Mann mit einer weißen Kappe und eine Frau mit blonden gelockten Haaren auf mich zu ( siehe 5:19 ). Der Mann deutet mir, dass die Kamera nicht erlaubt sei, während die Frau an mir vorbei nach draußen geht. Ich denke mir, dass dann eben die kleine Kamera erlaubt sei und begann den Toraschrein zu filmen. In dem Augenblick kam die blonde Frau in Begleitung eines Security-Mitarbeiters zurück. Ohne weiter Erklärung wurde ich schroff in Richtung Ausgang geschoben.
Beim Verlassen des Raumes merkte ich noch, wie der Mann mit der weißen Mütze Jugendliche anbrüllte, da sie die Sitze beim Platznehmen etwas verschoben haben. Bis heute habe ich keine Erklärung, was der Grund für dieses proletenhafte Benehmen dieser beiden Personen war.
Aufgrund dieser Begebenheit kann ich jedem Touristen nur empfehlen diese Synagoge zu meiden. Außerdem ist sie zu teuer.

Auf dem Rückweg passieren wir die Maisel-Synagoge, die als Museum dient. Aber die Lust eine weitere Synagogen zu besuchen ist uns gründlich vergangen.

Wir überqueren den Altstadtring bevor wir auf dem Wenzelsplatz noch ein paar Aufnahmen machen und dann zum Abendessen gehen.
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Liebe Freunde,
auf Ihrer schönen, instruktiven Seite schreiben Sie: „1948 wurden den Juden in Prag die Bürgerrechte verliehen.“ Ich glaube, das war 1848.
Mit freundlichen Grüßen
Hans-Jürgen Caspar
Lieber Herr Caspar,
vielen Dank für die positive Rückmeldung und den Hinweis auf 1848. Sie hatten natürlich Recht, es ist schon korrigiert.
Viele Grüße
Ursula Streit