Nach unserer Grachtentour machen wir uns über den fotogenen Rozenhoedkaai auf den Weg zur Liebfrauenkirche.

Da das Frühlingswetter noch nicht ganz unseren Erwartungen entspricht und es relativ kühl ist, besuchen wir das Cafe ’t Klein Venetië. Hier gönnen wir uns zum Aufwärmen einen Glühwein, während wir das Treiben auf dem Kai beobachten.

Weiter in Richtung Liebfrauenkirche, staunen wir immer wieder über die großartige Architektur der Häuser. Gegenüber dem Flohmarkt ist ebenfalls eine Anlegestelle für Bootstouren, an der sich mittlerweile eine lange Warteschlange gebildet hat.

Wir betreten den Arentshof. Ursprünglich im Besitz von Adelsfamilien, beinhaltet er heute „die vier Reiter der Apokalypse“, ein Kunstwerk von Rik Poot.

Über die Bonifazius-Brücke, ebenfalls ein beliebtes Fotomotiv und erreichen die Liebfrauenkirche.

Die Liebfrauenkirche
Der Bau der Kirche wurde 1210 begonnen. Die Fertigstellung erfolgte 1480. Neben der herrlichen Architektur der fünfschiffigen Basilika gibt es zwei besondere Sehenswürdigkeiten.

Im östlichen Ende der Kathedrale ist das Grab von Maria von Burgund und ihres Vaters, dem Herzog von Burgund. Das Grab von Karl dem Kühnen ist allerdings leer. Vermutlich wurde er in der Sint-Donaaskathedraal bestattet, die aber 1792 zerstört wurde

Kaiser Maximilian I. gab die Gräber in Auftrag und verfügte, dass hier auch sein Herz bestattet werden sollte. Es ist in einer Eisentruhe in einem unterirdischen Raum zu Füssen der Sarkophage untergebracht und kann durch eine Glasabdeckung besichtigt werden.
Rechts und links befinden sich bemalte Priestergräber aus dem 13. bis 15. Jahrhundert.
Die zweite Sehenswürdigkeit ist eine Statue der Madonna mit Jesus, die von Michelangelo gestaltet und an Brügger Kaufleute verkauft wurde.

Burg
Durch die Oude Burg Straße schlendern wir zurück zur sogenannten Burg, wo wir die schönen geschichtsträchtigen Gebäude besichtigen.

Links neben dem Stadhuis, dem Rathaus von Brügge, befindet sich ein kleineres Gebäude, das Brugse Vrije (Brügger Freiamt), in dem das Stadtarchiv untergebracht ist.
Ursprünglich war es das Gerichtsgebäude. Doch dort befindet sich auch der berühmte Schwarze Kamin, gebaut aus schwarzem Marmor.

Er wurde zu Ehren des Kaisers errichtet nachdem Karl V. im Jahre 1526 die Flandern von der Feudalherrschaft der Franzosen befreit hatte. Der Entwurf ist aus dem Jahre 1528 und stammt vom Brügger Künstler Lanceloot Blondeel. Neben dem Kamin befinden sich Bildnisse von Karls Eltern, Philipp I. und Johanna I. von Kastilien.
Ein großes Gemälde zeigt eine Gerichtssitzung, in der der Angeklagte von Gerichtsdienern den Schöffen vorgeführt wird.
Wir wechseln zurück ins Stadthuis und besuchen den faszinierenden gotischen Saal. An den Wänden sind Szenen aus der 600-jährigen Geschichte dargestellt.
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Mehr InformationenIn einem Nebenraum sind weitere alte Schriften und Gemälde ausgestellt. Auffällig ist, dass Maximilian, trotz seiner Bedeutung auch für die Stadt, nirgends erwähnt wird.
Heilig-Blut-Basilika
Rechts vom Rathaus, fast in der Ecke versteckt, befindet sich einer der bedeutenden Sakralbauten Europas. Die Heilig-Blut-Basilika wurde im 12. Jahrhundert als Doppelkirche erbaut und 1923 zur Basilika erhoben.

Die ursprünglich romanische Oberkirche wurde 1823 in gotischem Stil umgebaut. Aus der romanischen Epoche sind nur noch die geschwungenen Bögen erhalten.
In der Oberkirche wird die Heilig-Blut-Reliquie aufbewahrt. Es ist eine Ampulle, die angebliche das Blut Christi beinhalten soll. Die Heilig-Blut-Reliquie wird jedes Jahr an Christi Himmelfahrt durch die Stadt getragen.

Die Unterkirche ist dem Hl. Basilius gewidmet. Es ist eine der am besten erhaltenen Kirchen im romanischen Stil Westflanderns.
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