Banyoles ist nicht nur wegen des Sees, sondern auch wegen der wunderbaren Altstadt aus dem 14. Jahrhundert einen Besuch wert.
Lage
Die katalanische Stadt Banyoles ist die Hauptstadt des Kreises Pla de l’Estany in der Provinz Girona. In nur 25 Minuten erreicht man von hier aus in Girona oder die Strände der Costa Brava. Bis zu den Bergen sind es nur 50 Minuten. Östlich von Banyoles liegt der Naturschutzpark Vulkane der Garrotxa (Parc Natural de la Zona Volcànica de la Garrotxa).
Banyoles ist der ideale Ausgangspunkt für Urlauber, die die Vielfalt suchen.
Geschichte
Im Jahre 711 eroberten die Mauren das Gebiet von den Westgoten und viele der Bewohner mussten fliehen. 25 Jahre später wurde das Land zurückerobert und in mehrere Grafschaften aufgeteilt, die dem Frankenkönig unterstanden. Diese wurden zunehmend mächtiger und unabhängiger, vor allem Barcelona.
Im Jahre 812 überschrieb der Frankenkönig Ludwig der Fromme den Benediktinern unter Abt Bonitus (Bonito) das Gebiet auf dem die heutige Stadt Banyoles steht und gewährte ihnen gleichzeitig Immunität. Nach der Erfahrung mit den Mauren wurde im Jahre 822 das Kloster Sant Esteve de Banyoles wie ein Fort gebaut.
Die geflüchteten Bewohner kamen zurück und siedelten sich um das Kloster an. Sie mussten Steuern zahlen und erhielten im Gegenzug von den Adeligen Schutz und vom Klerus geistlichen Beistand. Im 9. Jahrhundert erbaute man eine Kirche, die aber durch ein Erdbeben zerstört wurde.

Bereits im 9. Jahrhundert begannen die Benediktinermönche des Klosters mit dem Bau von Kanälen zur Wasserversorgung. Heute ist das Netzwerk von Kanälen 33 Kilometer lang und wurde im 20ten Jahrhundert größtenteils in den Untergrund verlegt.
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Mehr InformationenSeit der Olympiade 1992 erlebt Banyoles eine neue Blüte. Laut einer Studie der Universität von Oviedo aus dem Jahr 2011 ist Banyoles die Stadt in Katalonien, wo man am besten leben kann.
Spanien weit rangiert Banyoles an siebenter Stelle. In dieser Studie wurden Aspekte wie Lebenshaltungskosten, soziale Dienste, Wohnen, Verkehr, Umwelt, Arbeitsmarkt, Gesundheit, Kultur, Freizeit, Bildung und Sicherheit berücksichtigt.
Tour durch die Altstadt
Mit unseren Tourguides Lidia Anglada, Marta José Maria and Vikki Benito beginnen wir unseren Rundgang im Zentrum der Stadt am Placa Major. Viel ist von dem schönen Platz nicht zu sehen, da gerade Markt ist. Das sollte sich später aber noch ändern.
Dafür begegnen wir einem Filmteam des lokalen Fernsehsenders, das sich gerade auf der Suche nach einer hübschen Touristin befindet, um sie beim Fotografieren zu filmen.

Unsere Blogger-Freundin Jane erwies sich als geeignete Kandidatin. Wir filmen einige Verkaufsstände um die Atmosphäre des Marktes festzuhalten.

Durch die Carrer Major, die eine Fußgängerzone zu sein scheint, erreichen wir den Placa de la Font.

Im ehemaligen gotischen Palast Pia Almoina war einst eine Wohltätigkeitsinstitution untergebracht, die Brot und Kleidung an die Bedürftigen der Stadt verteilte. Ursprung des Gebäudes sind zwei romanische Häuser aus dem 13ten Jahrhundert.
Heute beherbergt es das Regionale Archäologische Museum (Museu Arqueològic Comarcal ‚de Banyoles) in dem viele Fundstücke von bedeutenden lokalen archäologischen Stätten, wie den Paläolithischen Höhlen von Serinya, oder dem neolithischen Dorfes La Draga, ausgestellt sind.
Highlight ist der ca 45.000 Jahre alte Kieferknochen des Banyoles Neandertalers. Weiterhin gibt es eine Sammlung Katalanischer Töpferei vom 13ten bis 19ten Jahrhundert.

Durch malerisch verwinkelte Gassen gehen wir zum Kloster Sant Esteve, das wir aber erst später besichtigen werden.
Auf dem davor liegenden Platz wurde ein Monolith errichtet, der in Fächern Steine der bekanntesten Berge Kataloniens enthält. Auch ist hier noch ein Rest der alten Bewässerungskanäle zu sehen.

Die Carrer Nou war die Straße der Handwerker. Die Häuser beherbergten im Erdgeschoss die Werkstätten und Läden.

Darüber lag der Wohnbereich und noch ein Stockwerk höher wurden die Vorräte gespeichert. Über den Eingängen der Häuser befinden sich teilweise noch die alten Zunftzeichen, wie z.B. eine Schere. Es ist anzunehmen, dass hier einst ein Schneider seine Werkstatt hatte.
Die Straße endet bei der Kirche Santa Maria dels Turers einem der ersten Beispiele katalanischer Gotik. Sie wurde 1333 errichtet.

Die aktuelle Fassade ist aus dem 16. Jahrhundert. Ursprünglich war es eine Basilika mit einem Mittelgang von elf Metern Breite und einer siebeneckigen Apsis die auf großen Strebepfeilern ruht.

Zwischen den 17. und 18. Jahrhundert wurden die beiden Seitenschiffe hinzugefügt. Die Glasfenster stammen aus der Mitte des 20. Jahrhunderts.

Die Häuser aus Quadersteinen mit hübschen Balkonen in der Carrer Paraireria waren früher im Besitz einer Webergilde.
Die Straße ist die kürzeste Straße von Banyoles. Wir erreichen wieder das archäologische Museum und sehen uns diesmal den bemerkenswerten Innenhof an.

Nach der Passage eines Restes der mittelalterlichen Stadtmauer zeigt uns Lidia eine alte Färberei (Llotja del Tint).

Es ist eine der wenigen mittelalterlichen katalanischen Fabriken, die noch in ihrer ursprünglichen Struktur erhalten geblieben sind. Im Untergeschoss floss einst der Rec Major (Hauptkanal), der das Wasser für das Färbeverfahren lieferte. Das Obergeschoss diente als Lagerhalle und Markt.

Zurück am Placa Major sind die Händler gerade dabei ihre Stände abzubauen.
Am am Placa Major steht das Cal Moliner, ein Gebäude aus dem 13. Jahrhundert. Bei Renovierungsarbeiten wurde eine alte Mühle gefunden.

Heute ist hier das Tourismus Büro. Im Innenhof kann man noch das alte Wasserrad sehen, welches früher eine Mehl-Mühle antrieb.

Im Anschluss daran erwartet uns ein Mittagessen im Michelin Sterne-Restaurant Ca l’Arpa, dem wir aber einen eigenen Beitrag mit Video widmen.
Zurück auf der Placa Major staunen wir nicht schlecht. Der Charakter de Platzes hat sich vollständig geändert. Leer und frisch gefegt, können wir die Architektur des quadratische angelegten Platzes richtig würdigen. Er ist mit Platanen geschmückt und von 40 großen Arkade umgeben. Der historische Bereich der Placa Major ist von der Generalitat de Catalunya geschützt.

Nun ist der Besuch des Klosters Sant Esteve an der Reihe. Auch dem Kloster widmen wir einen eigenen Beitrag mit Video.
Noch einmal kehren wir zum Placa Major zurück und wieder hat sich sein Charakter gewandelt. Nun ist er ein Treffpunkt für Jugendliche und ein Spielplatz für Kinder, während wir unter den Arkaden einen Kaffee trinken.

Voll gepackt mit vielen neuen Eindrücken, vor allem was das mittelalterliche Leben betrifft, verabschieden wir uns von Banyoles und gehen zu unserem Bus, der uns nach Girona bringt.
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Hinweis: Wir danken dem Costa Brava Girona Tourist Board und Consell Comarcal Pla de l’Estany für den wunderschönen Tag. Alle Eindrücke und Meinungen sind unsere eigenen und wurden nicht beeinflusst!
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