Chau Doc im Mekong Delta ist eine wichtige Grenzstadt zu Kabodscha. Eine tägliche Schnellbootverbindung auf dem Mekong nach Phnom Penh ist ein wichtiger Teil Infrastruktur und förderlich für den Handel.
Typisch für die Stadt ist auch seine vielschichtige Bevölkerung. Khmer, Cham, Chinesen und Vietnamesen leben hier friedlich zusammen und bringen unterschiedlichste kulturelle Aspekte in das tägliche Leben. Auch die unterschiedlichsten Religionen wie Hinduismus, Buddhismus, Christentum und Islam führen hier eine friedliche Koexistenz.

Bekannt ist Chau Doc aber eher wegen des heiligen Berges Nui Sam, ungefähr 5 km im Westen der Stadt. Während eines 3 tägigen Pilgerfestivals wird der Berg jährlich Anziehungspunkt für mehr als zwei Millionen Pilger. Früher war der 320 m hohe Berg eine Insel im Meer. Doch wir haben leider keine Zeit die Pilgerstätte zu besuchen.
Schwimmendes Dorf
Wir steigen vom Auto in ein Boot um und fahren hinaus auf den Fluss Hau, einen Nebenfluss des Mekong. Unser Ziel ist ein schwimmendes Dorf (floating village). Rasch tauchen die schicken Häuser auf der anderen Flussseite auf und wir steuern eines davon an. Über eine Veranda betreten wir einen Vorraum. Die Eigentümerin heisst uns willkommen.

Danach öffnet sie eine Klappe im Boden und streut Fischfutter aus einem daneben stehenden Sack in das Wasser unter dem Haus. Sofort setzt ein chaotisches Treiben ein, als sich die Fische auf das Futter stürzen.
Die Häuser haben alle Netze unter dem Boden in dem Fische gezüchtet werden, meistens Pangasius und Tilapia. 600.000 Tonnen exportiert Vietnam jährlich. Der größte Teil wird hier künstlich unter den Häusern gezüchtet. Er trägt mittlerweile mehr zum Ertrag bei, als der natürlich gefangene Fisch.

Das ist nicht ganz unumschtritten. Da die Fisch auf minimalstem Raum gezüchtet werden, werden auch reichlich Antibiotika der Nahrung beigesetzt, das wiederum in den Mekong und in die natürliche Nahrungskette gelangt.
Ausserdem wird das südchinesische Meer leergefischt, da diese Fische wiederum als Nahrung für die künstlich gezüchteten Fische dienen. Es ist nicht das einzige schwimmende Dorf in Vietnam. Am Mekong gibt es davon unzählige.
Dorf der Cham
Wir fahren ein Stück weiter und erreichen über einen abenteuerlichen Holzsteg ein Dorf der Cham.

Viele haben sich hier niedergelassen, nachdem sie aus er Gegend um My Son und Hue vertrieben worden waren. Ihre Häuser stehen auf hohen Stelzen, an den auch die einzelnen Hochwassermarken zu sehen sind.
Die Cham sind heute Moslems und leben hauptsächlich von Weberei und Textilhandel. Einen dieser Webstühle dürfen wir im Betrieb sehen.

Die männliche Jugend vertreibt sich die Zeit mit einer Mischung aus Federball und Fußball, während die Mädchen landwirtschaftliche Dinge erledigen müssen.
Ein Mädchen kommt angelaufen, als sie unseren Fremdenführer erkennt. Rasch wird aber der Djibab übergeworfen, der normalerweise in diesem tropischen Klima zu heiß ist.

Wir gehen weiter an das Ufer und passieren dabei einen Ziegenstall, der des Hochwassers wegen ebenfalls in luftiger Höhe gebaut wurde.

Nach wenigen Metern treffen wir auf die moderne Mubarak Moschee. Ein älterer Mann wacht stolz über seine kleine Enkelin.
Danach geht es schon wieder zurück, da wir noch unser Hotel beziehen müssen.
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Mehr InformationenImmer wieder staunen wir wie elegant die Fischerboote gesteuert werden. Aufrecht stehend werden zwei Paddel mit den Händen bedient, die kreuzförmig am Boot aufgehangen sind.
Das Ruder wird gleichzeitig mit einem Bein bedient. Hätten wir dies versucht wären wir vermutlich umgehend im Wasser gelandet.

Wir genießen die Abendsonne, die malerisch über dem Mekong schwebt.
Chau Pho Hotel
In Chau Doc angekommen, checken wir im Chau Pho Hotel ein. Es ist komfortabel eingerichtet und bietet sehr geräumige Zimmer. Die Badezimmer sind durch matte Glasscheiben vom Wohnbereich getrennt, lassen aber Tageslicht eindringen.

Das Personal ist sehr freundlich und hilfsbereit. Gerne wären wir länger geblieben, aber am nächsten Morgen führte uns die Reise bereits wieder weiter nach Phnom Penh in Kambodscha.
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