Unseren Rundgang beginnen wir heute direkt im Zentrum beim Stephansdom oder Domkirche zu St. Stephan, wie die Kathedrale offiziell heißt. Eigentlich wollen wir heute weniger bekannte Orte besuchen, dennoch werfen wir einige Blicke auf dieses beeindruckende Bauwerk.

Ein berühmtes Detail im Inneren ist wahrscheinlich der sogenannte Fenstergucker an der Kanzel. Er zeigt ein steinernes Selbstporträt des Bildhauers Anton Pilgram, der aus einem Fenster schaut
Vorbei am Palais Equitable, das wir am Vortag besucht haben, gehen wir rasch zur Wipplingerstraße. Hier treffen wir auf das Alte Rathaus. Das Gebäude wurde dem Stadtrat 1316 von Friedrich dem Schönen geschenkt, nachdem es 1298 nach dem Aufstand gegen die Habsburger beschlagnahmt wurde.
Östlich davon ist der sogenannte Hohe Markt, der sich über den Offiziersquartieren des ehemaligen Legionärslagers Vindobona befindet. Über dem Gelände des ehemaligen Prangers ließ Leopold I. den Vermählungsbrunnen errichten. Er ist der Vermählung Josephs und Marias gewidmet und von Joseph Emanuel dem Sohn von Johann Bernhard Fischer von Erlach im Auftrag von Karl VI errichtet.

In der nordöstlichen Ecke des Platzes steht die so genannte Ankeruhr, die 1915 von der Versicherungsgesellschaft Der Anker an ihrem neuen Firmensitz aufgestellt wurde. Jede Stunde gleitet eine Figur über die Skala. Der Höhepunkt ist um 12 Uhr erreicht. Zu diesem Zeitpunkt gleiten alle Figuren nacheinander vorbei.

In der Wipplingerstraße passieren wir das Gebäude der ehemaligen Böhmischen Hofkanzlei, bevor wir an der Börse auf die Ringstraße treffen.
Anschließend passieren wir die Votivkirche und die Universität.

Das Denkmal gegenüber der Universität ist Johann Andreas von Liebenberg gewidmet. Er war von 1680 bis 1683 Bürgermeister der Stadt Wien war und hat sich große Verdienste bei der Pestbekämpfung und der zweiten Wiener Türkenbelagerung erworben. Johann Andreas von Liebenberg starb 2 Tage vor dem Sieg des Entsatzheeres über Kara Mustafa.
Wir gehen weiter, vorbei am Burgtheater, dem Café Landtmann, einem der renommiertesten Cafés in Wien, dem Rathaus und dem frisch renovierten Parlament Österreichs.

Durch den Volksgarten, über den Heldenplatz und vorbei an der Hofburg kommen wir zum Michaelerplatz. Ein Teil der Ausgrabungen aus vergangenen Zeiten können hier eingesehen werden. Hier befand sich einst das Handwerkerviertel der Lagervorstadt (Canabae Legionis) von Vidobona. Sie wurde ca. 90 v. Chr. erbaut. Auch Reste der Umfassungsmauer des zur Hofburg gehörenden „Paradeisgartels“ und Grundmauern von Zinshäusern aus dem frühen 18. Jahrhunderts sind hier zu sehen. Wir werden aber die nächsten Tage noch die Gelegenheit haben mit kompetenter Führung eine aktuelle Ausgrabung zu besuchen.

Mit der Straßenbahn fahren wir weiter zur Twin City Liner Station am Donaukanal. Dort wollen wir uns umsehen, da wir am nächsten Tag mit dem Jet-Katamaran nach Bratislava fahren werden. Die Tickets wurden bereits am Hauptbahnhof gebucht.
Nur 150 m entfernt ist der Fleischmarkt mit den sehenswerten kleine Gassen. Sie erinnern stark an vergangenen Zeiten, wie die Drachengasse mit der Wiener Kammeroper und dem Theater Drachengasse, oder die Wolfengasse mit der Innung der Baumeister.

Auf der anderen Seite des Fleischmarkts ist die ‚Griechenkirche zur Heiligen Dreifaltigkeit‘, eine architektonisch wunderschöne Kirche. Direkt daneben ist das ‚Griechenbeisl‘. Der Sage nach ist hier der ‚liebe Augustin‘ aufgetreten und hat seine Lieder gesungen, auch nachdem er in einer Pestgrube gelandet war und dies überlebt hatte.

Besonders erwähnenswert ist au,h die Gasse daneben. Die Griechengasse ist wohl die schmalste Gasse, die einst mit Pferdegespannen befahren werden konnte.
Ein Schild warnt:“Schrittfahren! Schwerfuhrwerkskutscher haben die Pferde am Zügel zu führen oder eine erwachsene Begleitperson zur Warnung der Fussgänger voranzuschicken“. Auffällig sind die sogenannten Prellsteine, die die Räder der Kutschen an der Beschädigung der Hausfassaden hindern sollten.

Von hier aus machen wir uns auf den Weg zurück zum Hotel.
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