Die Domus Aurea, das goldene Haus, wurde von Kaiser Nero als Palast im Herzen von Rom gebaut.

Domus Aurea zur Zeit Neros
Zur Zeit Neros erstreckte sich der Palast vom Palatin bis zum Esquilin, auch ein Teil des Caelius wurde mit einbezogen. In der Mitte, wo heute das Kolosseum steht, befand sich ein großer künstlicher See.
Das Gebiet umfasste 80 ha. In Rom zirkulierten eine Reihe von Witzen über den Größenwahn ihres Kaisers.

Der noch im Bau befindliche Vorgängerbau Domus Transitoria wurde beim großen Brand von Rom 64 n. Chr. zerstört.
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Die Inneneinrichtungen, Säulen und Skulpturen wurden nach dem Brand der Domus Aurea, im Jahre 104 n. Chr., weggeschafft und woanders wiederverwendet.
Der Palast wurde mit Erde aufgefüllt um ein Fundament für die Trajansthermen zu schaffen. Dort wo sich der See befand wurde das Kolosseum errichtet.

Heute ist nur der Teil der Anlage vorhanden, der als Unterhaltungspalast diente. Die Wände waren größtenteils vom römischen Maler Fabullus bemalt, wovon heute noch eine Reihe von Fragmenten erhalten sind.
Die Kuppel des Speisesaals (zumindest vermutet man, dass es ein Speisesaal war) war die erste Kuppel in einer Palastanlage aus unbewährtem Beton und die größte ihrer Zeit, bis sie von der Kuppel des Pantheon übertroffen wurde. Die Kuppel ruhte auf einem Achteck.

Auf der Südseite gab der Raum den Blick auf den See und den Garten frei. Von der Nordseite plätscherte ein künstlicher Wasserfall durch den Raum.

Viele Räume waren mit Marmor verkleidet, wovon heute aber nichts mehr erhalten ist. Die Privatgemächer waren vergoldet, daher der Name Domus Aurea.
Heutige Situation
Die Räume erscheinen wie Kellergewölbe, obwohl sie zu Neros Zeiten lichtdurchflutet waren. Die Fensteröffnungen sind alle durch Erdreich abgedeckt, das noch an verschiedensten Stellen ganze Hallen auffüllt.
Durch dieses Erdreich sind enorme Feuchtigkeitsschäden im Mauerwerk und an den Wandmalereien entstanden, die 2010 zum Einsturz eines Gewölbegangs führten.

Bis 2018 wird man ein Drainage-System einbauen, das den weiteren Verfall stoppen soll. Erst dann soll die Domus Aurea wieder für die Öffentlichkeit zugänglich sein.
Wir haben großes Glück. Bei unserem Aufenthalt in Rom besuchten wir die Domus Aurea an einem Sonntag. Schon 20 Minuten später war eine Führung und zu unserer Überraschung war alles kostenlos, da es sich um das erste Wochenende des Monats handelte. Die Führerin war sehr freundlich und kompetent.
Die Höhe der Räume und die Dimensionen der Hallen waren schier unglaublich. Die Reste der Wandmalereien vermittelten zumindest einen Eindruck, wie es ursprünglich ausgesehen haben mag.
Für uns ist die Domus Aurea das beeindruckendste Denkmal römischer Baukunst, die man auch sonst nur mit Superlativen beschreiben kann.
1980 wurde die Domus Aurea zum UNESCO Weltkulturerbe erklärt.
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