Ein neuer Tag bricht an und wir besuchen die Ruinen der Befestigungsanlage Fortim do Rei. Sie liegt auf einem kleinen Hügel direkt hinter dem Blue Marlin Hotel.

Die Festung wurde 1852 erbaut und war mit sieben Geschützen ausgestattet. Später diente sie als Gefängnis. Nachdem das Tourismusprojekt gescheitert ist, verfällt sie immer mehr.
Von hier aus hat man jedoch einen herrlichen Rundumblick auf den Stadtteil Alto de São Nicolau, den Leuchtturm Farol de D. Luis auf Bird Island, den Strand Praia da Laginha, den Hafen, die Bucht und das Zentrum von Mindelo.

Am Abend wollen wir eine kleine Karnevals-Straßenparty in der Nähe der Rua das Salesianos besuchen. Als wir das unserer netten Rezeptionistin im Blue Marlin Hotel, Frau Josina Fortes, erzählten, hatte sie eine bessere Idee. Sie will uns mit dem Auto in den Stadtteil Cruz de João d’Évora begleiten.

Wir nehmen das Angebot dankbar an. Dort angekommen, zeigt sie uns den Sportplatz Polidesportivo Cruz João Évora. Hier soll in Kürze eine Probe für den Karnevalsumzug stattfinden. Im Moment sind aber nur wenige Jugendliche auf dem Platz. Deshalb gehen wir zur Kreuzung der Rua Oficinas Navais mit der Estrada da Cruz. Dies ist ein historischer Ort mit einer großen Aussichtsplattform, die einen herrlichen Blick über die Bucht und die Dächer von Mindelo erlaubt.

Danach fährt uns Josina Fortes entlang der Rua de Morgoinho zum Parque do Lazareto. Es ist ein ruhiger Ort mit Blick auf die Bucht und den Strand. Josina erzählt, dass sie diesen Ort oft besucht, um zu entspannen und die Ruhe zu genießen.

Anschließend geht es weiter zum Praia de São Pedro. In der Ferne können wir den Leuchtturm Farol de Dona Amélia sehen.
Es ist ein herrlicher Strand in São Pedro mit einer gemütlichen kleinen Bar namens Turtle Beach Bar, ein perfekter Platz um den Sonnenuntergang zu genießen.

Nachdem die Sonne am Horizont untergegangen ist, fahren wir zurück zum Polidesportivo Cruz João Évora, der Trainingsplatz für die Karneval Gruppe Cruzeiros do Norte. Hier herrscht bereits ein vergnügliches Treiben. Jung und Alt trainieren hier stundenlang mit den Instrumenten gängige Umzugsmusik, die mit rhythmischem Tanz begleitet wird. Zunächst proben die Amateure, später die professionellen Musiker:innen und Tänzer:innen.

Fasziniert sehen wir, wie bereits die Kleinsten hier ein Rhythmusgefühl für den Samba entwickeln – sowohl an den Instrumenten als auch beim Tanzen. Offensichtlich wird ihnen das in die Wiege gelegt. Außerdem muss man ihre Ausdauer und Kondition bewundern, denn sie haben alle die Energie, diese Bewegungen stundenlang fortzusetzen.

Aber auch für die heimische Bevölkerung ist es ein sehenswertes Erlebnis, hier zuzusehen. Viele Zuschauer drängen sich um den Platz und beginnen, sich im Rhythmus der Musik zu bewegen.

Um 21 Uhr brechen wir wieder auf, das Training geht aber vermutlich bis Mitternacht weiter.
Josina bringt uns noch zu einem Restaurant, das wir vermutlich nicht allein gefunden hätten: die Terra Lodge in der Alto de Rua Franz Fanon. Der Eingang ist für Fremde nicht ganz einfach zu finden. Zunächst geht es eine dunkle Treppe hinauf, dann steht man vor einem bunten Eisentor. Links vom Tor befindet sich eine Klingel. Nachdem man geklingelt hat, erfolgt eine Sichtprüfung aus einem Fenster im zweiten Stock. Bei positiver Begutachtung wird das Tor geöffnet. Danach tut sich eine andere Welt auf! Hinter dem Tor befindet sich eine Einfahrt, an deren rechter Seite ein historischer VW Käfer geparkt ist. Danach geht es noch einmal eine Treppe hinauf, und man erreicht eine Dachterrasse, von der aus man einen herrlichen Blick über die Stadt und die Bucht genießen kann. Das Gebäude ist modern und gepflegt, das Essen ist sehr gut. Es ist ein Hotelbereich angeschlossen und ein moderner Pool lädt zum Baden ein.

Dank Josina haben wir einen wunderschönen Abend verbracht, der uns lange in Erinnerung bleiben wird.
Text, Fotos und Video: Copyright © myVideoMedia