Wir setzen unseren geführten Stadtrundgang in Buchara an der Ark-Zitadelle fort und gehen durch die Khodja Nurobobod Street weiter zum Poi Kalon.
Poi Kalon
Poi Kalon ist eine Gebäudeensemble bestehend aus dem Kalon Minarett mit der Emir-Alim-Khan-Madrase direkt daneben. Im Vordergrund liegen sich die Kalon Moschee und die Mir-i-Arab Madrasa gegenüber.

Das Kalon Minaret ist über 46 m hoch und zählt ebenso wie das Samaniden Mausoleum zu den ältesten Gebäuden der Stadt. Es wurde 1227 errichtet und wurde von Dschingis Khan ebenso von der Zerstörung ausgenommen, wie das Samaniden Mausoleum. Das Kalon Minaret gilt als das Wahrzeichen der Stadt.
Die Kalon Mosque mit ihren 288 Kuppeln liegt zur rechten Hand. Sie wurde vom Karachaniden Herrscher Arslan Khan im 12. Jahrhundert errichtet. Nach verschiedenen Umbauten und Erweiterungen wurde sie aber erst 1514 fertiggestellt. Sie ist nach der Bibi-Chanum Moschee in Sarmakand die zweitgrößte Moschee in Zentralasien.
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Mehr InformationenDer 80 m lange Innenhof ist von 208 Pfeilern, die die Kuppeln tragen, umgeben. Am gegenüber liegenden Ende ist die Mihrab, die Gebetsnische, die die Gebetsrichtung vorgibt.
Die Emir-Alim-Khan-Madrasa liegt direkt neben dem Minarett und wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Alim Khan, dem letzten Emir des Emirats Buchara, errichtet.

Die Mir-i-Arab Madrasa liegt direkt gegenüber der Kalon Mosque. Für Besucher ist nur das Foyer zugänglich. Sie wurde 1920 geschlossen aber 1945 wieder eröffnet und war in der Sowjetzeit die einzige Madrasa, die einen Lehrbetrieb aufrecht erhalten durfte. Damit war sie das islamischen Zentrum der Sowjetunion.
Sie wurde von Scheich Abdullah Yamani aus dem Jemen, auch Mir-i-Arab genannt errichtet. Er war der geistige Mentor der Scheibaniden und hatte großen Einfluss auf Ubaidullah Khan. Beide wurden in der 1536 vollendeten Madrasa beigesetzt.

Nun machen wir erst einmal eine kurze Pause im Minor Cafe House.

Das Café hat eine hochgelegenen Terrasse, von der aus man den Platz und das Gebäudeensemble gut überblicken kann. Hier findet gerade ein Fotoshooting statt.

Toqi Zargaron Markt
Wir gehen weiter Richtung Osten und treffen auf den Toqi Zargaron Markt. Es ist eine Markthalle, die mit mehreren Kuppeln überdacht ist. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und ist die größte alte Markthalle in Buchara.
Der Name bedeutet „Haube der Juweliere“. Früher wurden hier auch Duftkerzen und Seifen verkauft, die ebenso teuer waren wie Schmuck. Heute umfasst das Warenangebot Kleidung, Teppiche, Schmuck, Bilder und handwerklich gefertigte Gegenstände.

Als wir die Markthalle am anderen Ende verlassen stehen wir mitten in einer Baustelle. Der gesamte Innenstadtbereich wird zu einer Fußgängerzone umfunktioniert und mit neuem Pflaster belegt.
Ulug’bek Madrasa
Am Nördlichen Ende des Platzes liegt die Ulug’bek Madrasa. Sie wurde Anfang des 15. Jahrhunderts vom Timuriden-Khan Ulugh Beg errichtet und 1417 fertiggestellt.

Damit ist sie die älteste erhaltenen Madrasa Zentralasiens.
Abdulaziz-Khan-Madrasa
Gegenüber liegt die Abdulaziz-Khan-Madrasa. Sie wurde 1652 vom Dschaniden-Khan Abd al-Aziz erbaut und ist die größte Madrasa in Buchara.

Der Bau der Abdulaziz-Khan-Madrasa markiert den Fortschritt der zentralasiatischen Architektur. Die erstaunlichen Fähigkeiten der Architekten, Baumeister und Künstler zeigt sich nicht nur in den aufwendigen Dekorationen, wie Reliefe, Marmorschnitzereien und Ziegelmosaiken.
Auch die Wohnräume wandelten sich. Sie bestanden aus einem Eingangsbereich, Feuerstelle und einer zweiten Etage, die mit Wandnischen als Stauraum ausgestattet waren.

Hinter dem Eingang der Abdulaziz-Khan-Madrasa schließen sich auf der einen Seite ein Unterrichtsraum und auf der anderen Seite ein Wintermoschee an. Der Innenhof diente einst als Sommermoschee. In den Zwischenbereichen haben sich überall Händler eingerichtet.

Wir verlassen die Madrasa und wenden uns Richtung Süden. Dort passieren wir die Markthalle Trading dome of Tim Abdullah-khan.

Café Wishbone
Im Café Wishbone Bukhara machen wir eine kleine Pause.

Das Café gehört einer deutschen Besitzerin, die ihren Gästen u.a. Frühstück und deutschen Kuchen serviert.

Bei unserem Besuch war sie allerdings nicht anwesend.

Taqi-Telpak Furushon Basar
Auf unserem weiteren Weg landen wir im nächsten Basar, dem Taqi-Telpak Furushon Basar. Er wurde direkt über die Kreuzung mehrerer Straßen gebaut.
Früher wurden hier Bücher, später Hüte und Mützen angeboten. Heute unterscheidet sich das Angebot kaum von dem der anderen Basare.

Wir verlassen den Basar am anderen Ende und stehen vor einer archäologischen Grabungsstätte. Es war früher eine Karawanserei und eine Badeanstalt.
Bevor die Karawanen in die Stadt durften mussten die Händler hier ein Bad nehmen und konnten ihre Tiere versorgen.

Direkt daneben ist die Mag`oki Attori Moschee. Sie hat ebenfalls den Mongolensturm von Dschingis Khan überstanden und zählt zu den ältesten erhaltenen Moscheen Zentralasiens.

Der Boden liegt ca. 4.50 m unter dem umliegenden Bodenniveau, deshalb hat sie den Namenszusatz Mag`oki (bedeutet: in der Grube). Im Laufe der Zeit wurde sie immer wieder erweitert, umgebaut und renoviert. Zuletzt in den 1930er Jahren. In einer Ecke im Innenraum ist noch ein Teil der Originalsubstanz zu sehen. Heute dient sie als Teppichmuseum.
Wir erreichen das Gebäudeensemble Labi Hovuz, in dessen Nähe wir auch unser Quartier haben. Wir stoßen auf das Nodir-Devonbegi-Chanaqa, das am Westufer des zentralen Teiches liegt. Es diente als Wohn- und Versammlungsort für die Derwische und als Herberge für die Pilger.

Puppenmuseum
Als letzter Programmpunkt an diesem Tag ist das berühmte Puppenmuseum vorgesehen. Hier werden kostbare Puppen gezeigt und gefertigt. Eine Reihe von Auszeichnungen weltweit zeugen davon.

Neben Ali Baba und den 40 Räubern findet man Puppen aus den verschiedensten Jahren der Firmengeschichte. Der Besitzer zeigt aber auch die Bedienung und Handhabung. Er hat mit seinen Puppen schon viele Länder bereist.

Ursula muss das Museum aber alleine besuchen, da ich mich rasch in das Hotel begeben muss. Eine Magen- Darm- Infektion zwingt mich dazu. Glücklicherweise haben wir aber noch Uzara Tropfen, so dass es mir am nächsten Morgen wieder besser geht.
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