Die Hadriansvilla oder Villa Adriana, wie sie korrekt bezeichnet wird, liegt ca. 30 km nordöstlich von Rom nahe der Stadt Tivoli.
Sie ist die größte und aufwendigste Palastanlage, die je ein römische Kaiser erbauen ließ. Sie diente ihm als Sommerresidenz und Altersruhesitz.
Kaiser Konstantin I. ließ um 300 n. Chr. Kunstschätze und wertvollen Marmor nach Byzanz bringen. Später wurde sie von Kardinal d´Este weiter geplündert, der damit seine Villa in Tivoli schmückte. Auch Archäologen brachten viele Mosaike in Museen in aller Welt.
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Mehr InformationenEs ist ein warmer Spätherbsttag und die Sonne scheint angenehm. Ideal für unsere Besichtigungstour. Eine lange Allee führt bergauf zur nördlichen Begrenzungsmauer der Villa.
In einem kleinen Gebäude ist ein Modell der gesamten Anlage ausgestellt, das wir eingehend studieren, da das Gelände riesig und leicht unübersichtlich ist.
Dahinter befindet sich der Pecile.
Der Pecile
Pecile, die Bezeichnung des Arkadenhofs, leitet sich fälschlicherweise von der berühmten Stoa Poikile in Athen ab. Die große künstliche Terrasse wurde auf dem Hügel errichtet und bietet einen wunderbaren Ausblick auf die Landschaft in Richtung Rom.
Die obere Ebene bildet ein Quadriportikus-Garten mit einem Teich in der Mitte, der von einem langen überdachten Gang begrenzt wird. Er diente den täglichen Spaziergängen bei jedem Wetter.

Die Westseite bestand aus vier Etagen. Die Zimmer mit Holzböden und Holzbalkonen waren über Betontreppen zugänglich. Hier befand sich der Wohnraum für das Servicepersonal der Villa.
Am Östlichen Ende des Teiches erhebt sich eine hohe Ruine, der sogenannte Garten mit Bühne.
Garten mit Bühne
Der Zweck dieses Gebäudes konnte nicht wirklich geklärt werden.

Von hier ist auch das Heliocaminus gut zu sehen
Heliocaminus

Das kuppelförmiges Gebäude diente als Bad. Es war mit Fußboden- und Wandheizung ausgestattet.
Rechts daneben erhebt sich die Residenz des Herrschers.
Residenz des Herrschers
Der Herrscher residierte im obersten Stockwerk. Darunter waren die Serviceräume untergebracht.

Wir gehen weiter Richtung Süden und passieren die kleine und die große Therme.
Kleine und große Therme
Beide Thermen entstanden nach der Errichtung der Heliocaminus-Therme und sind während der Erweiterung der Villa entstanden. Man vermutet, dass sie zwischen 121- 126 n. Chr. entstanden sind.
Die kleine Therme liegt im Gebiet der Villa, zwischen dem Vestibül und dem Stadion. Sie war vermutlich dem Kaiser vorbehalten, da sie wesentlich aufwendiger ausgestattet war, als die Große.

Die große Therme trägt die Bezeichnung, da sie größer als die beiden anderen Thermenkomplexe der Villa ist. Sie wird im Osten von einer großen Tuffablagerung begrenzt, in die ein tonnengewölbter Kryptoportikus gegraben ist.
Er verbindet das Areal zwischen den Thermen und dem Prätorium mit dem Bezirk des Kaiserpalastes. Die Amerikanische Akademie in Rom hat bei Ausgrabungen im Jahre 1931 festgestellt, dass die Thermen in zwei Bauphasen entstanden sind, vermutlich um das Jahr 125 n. Chr.

Beide Therme liegen am Weg zum Canopos.
Canopos
Der Canopus ist ein stilisierter ägyptischer Kanal, der Hadrian an den Kanal erinnert, der Alexandria mit dem Nil verbindet, den er bei seiner Ägyptenreise kennengelernt hatte.
Den Abschluss bildet das Serapeium. Vermutlich wurden hier in lauen Nächten Feste gefeiert, da sich darin ein Triclinium (röm. Speisesaal) befand.

Wir wenden uns wieder nach Norden und passieren das Prätorium.
Prätorium
Der Name leitet sich von der bereits überholten Annahme ab, es sei das Gebäude für die Prätorianergarden gewesen. Die absolute Dunkelheit und die Ausmaße der Räumlichkeiten lassen den Schluss zu, dass es sich um Vorratsräume handelte.
Das dreistöckige Gebäude wurde während eines Bombardements im zweiten Weltkrieg beschädigt. In dem Prätorium vorgelagerten Areal finden sich eine Reihe von Räumlichkeiten.
Man vermutet, dass es sich um die Unterkünfte des in den Vorratsräumen tätigen Personal handelt, da die Wände wenig farbigen Putz aufweisen. Das Obergeschoss diente als Gästeunterkunft.

Wir besichtigen die große und kleine Therme, diesmal von der Rückseite aus. Anschließend erklimmen wir den Hügel und stehen vor der Residenz des Herrschers.
Ein hübscher Fischteich war Teil des Gebäudes. Man vermutet, dass sich Hadrian hier vor allem im Winter aufgehalten hat, da dieses Gebäude über eine Heizung verfügte.
Gleich daneben sind die Quartiere des Vigili.
Quartiere des Vigili
Hier wird heute vermutet, dass hier die Kaserne der Prätorianergarde und die Feuerwache untergebracht war.
Der Saal mit den dorischen Säulen
Der Saal mit den dorischen Säulen zeigt Hadrians Zuneigung zur griechischen Kunst. Dieser Raum ist Teil des Herrscherpalastes. Aufgrund der wertvollen Marmorböden vermutete man, dass dieser Raum durch eine Decke geschützt war.
Deshalb wurde dieses Gebäude als Saal bezeichnet. Möglicherweise war es ein offener Innenhof.

Über einen befestigten Weg erreichen wir die Piazza d´Oro.
Piazza d´Oro
Die Piazza d’Oro ist eine der luxuriösesten Anlagen der Hadriansvilla. Sie besteht aus vier Elementen; der gewölbten Vorhalle im Norden, in der Mitte ein Quadriportikus Garten mit einem Kanal der durch die Hauptachse läuft. Im Süden ist ein Cenatio, vermutlich eine Bibliothek für die Gäste, und am Ende ist ein Nymphäum.
Die Piazza d’Oro konnte vom Saal der dorischen Säulen oder aus einem Tunnel unter der Quadriportikus mit Ausgang im Kryptoportikus erreicht werden. Die Piazza d’Oro wurde vermutlich für Bankette und Empfänge genutzt.

Wir wenden uns wieder dem Herrscherpalast zu.
Herrscherpalast
Der Name bezieht sich auf das weite rechteckige Areal, aus dem der erste Kern der Hadriansvilla, auf einer früheren republikanischen Villa, entwickelt wurde. Die bereits bestehenden Strukturen wurden modifiziert und um Wohn- und Empfangsräume erweitert, die eines Kaisers würdig waren.
Den Mittelpunkt bildet der Thronsaal, in dem auch zahlreiche Versammlungen und Gerichtsverhandlungen stattfanden.

Nördlich davon finden wir eine römische und griechische Bibliothek
Römische und griechische Bibliothek
Die Reste der griechischen Bibliothek ragen noch markant in den Himmel.

Daneben ist das Theatro Marittimo.
Theatro Marittimo
Das kreisförmige Gebäude umfasste mit einem Säulengang einen kleinen Teich mit einer Insel in der Mitte. Über zwei Zugbrücken konnte die Insel erreicht werden. Hierher zog sich der Herrscher zurück um nachzudenken.
Leider ist bei unserem Besuch das Theater wegen Renovierungsarbeiten nicht zugänglich, aber wir haben noch ein Foto von einem früheren Besuch aus dem Jahr 1980.

Saal der Philosophen
Auch der Saal der Philosophen kann nur von außen eingesehen werden. Hier versammelte Hadrian Philosophen um mit ihnen zu diskutieren, aber vermutlich wurde der Saal auch als Versammlungsort für das Konzil genutzt.
Griechische Theater

Das griechische Theater befindet sich nahe dem Haupteingang.
Seit 1999 ist die Hadriansvilla UNESCO-Weltkulturerbe.
Wir sind überwältigt von der Pracht und dem pompösen Lebensstil, den diese Villa vermittelt und machen uns, beeindruckt von diesem Tag, auf den Weg zurück nach Rom.
Bitte lesen Sie weiter > Domus Aurea – Palast des Nero in Rom
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