Unser Rundgang durch Münchens Zentrum beginnt am Marienplatz, unmittelbar vor dem Rathaus. Zahlreiche Menschen haben sich bereits versammelt um das Glockenspiel zu sehen.
Das Glockenspiel stellt zwei Ereignisse der Münchner Geschichte dar. Zuerst die Ritterspiele anlässlich der Hochzeit von Herzog Wilhelm V. mit Renate von Lothringen 1568, danach den Schäfflertanz der von den Fassmachern nach dem Ende der Pestepidemie vermutlich 1517 aufgeführt wurde, um die Bevölkerung aufzuheitern und ihr den Mut zu geben, wieder auf die Straßen zu gehen.

Auf dem Weg zum „Alten Hof“ bemerkten wir vor dem Spielzeugmuseum einen elektronische Anzeige die die Anzahl der gebauten und der genehmigten, sowie der notwendigen Windkraftwerke pro Jahr um die Klimaziele zu erreichen. Vermutlich ist es kein Zufall, dass diese Zahlen vor dem Spielzeugmuseum gezeigt werden.

In der Burgstraße passieren wir die ehemalige Stadtschreiberei. An der historischen Fassade befindet sich eine für Bayern typische Architektur- und Illusionsmalerei.

Der alte Hof war ab ca. 1255 die Residenz der Herzöge von Oberbayern und später von Bayern. Zwischendurch diente er Ludwig dem Bayern als Kaiserresidenz.

Im Jahr 1314 gab es mit dem Wittelsbacher Ludwig und dem Habsburger Friedrich im römisch-deutschen Reich eine Doppelherrschaft, da beide zum König gewählt wurden. Nach einer verlorenen Schlacht geriet Friedrich in Gefangenschaft. Wegen Machtansprüchen in Italien wurde Ludwig aber vom Papst Johannes XXII. aufgefordert seinen Königstitel zurückzugeben. Als dies nach Ablauf einer Frist nicht geschah, wurde Ludwig exkommuniziert.
Beide Könige regierten nun mehr oder weniger nebeneinander. Friedrich konzentrierte sich aber mehr auf den Ausbau des Habsburgerreichs mit Wien als Herrschaftssitz. 1328 ließ sich Ludwig zum Kaiser wählen. Wegen seines Kirchenbanns wurde er aber vom Papst nur als „Ludwig der Bayer“ bezeichnet. 1330 starb Friedrich, 1347 Ludwig. Bis 1424 teilten sich die Wittelsbacher und die Luxemburger die Macht im römisch-deutschen Reich.
Erst 1440 übernahmen mit Friedrich III. die Habsburger die Macht. Die Macht in Bayern konnten sich die Wittelsbacher aber bis in das 20. Jahrhundert sichern.
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Unweit vom alten Hof ist die Pfistermühle. Die Pfistermühle wurde 1578 nach einem Brand der Hofmühle neu errichtet. Heute beherbergt das Gebäude ein Gourmetrestaurant. Die Hofpfisterei ist in München sehr beliebt und durch viele Filialen präsent. Auch wir bestellen regelmäßig „Pfister Spezial“ via Internet.

Durch die Pfisterstrasse erreichen wir das Platzl, den Platz vor dem Hofbräuhaus. Ab 1607 wurde hier Bier gebraut, heute dient es lediglich als Gaststätte.

Wir wechseln zum Viktualienmarkt. Hier finden wir eine uns vertraute Umgebung wieder. Es ist immer interessant zwischen den Marktständen spazieren zu gehen.

Die Schrannenhalle wurde erst wiedererrichtet, als wir München bereits verlassen haben. Erwartet haben wir eine Reihe kleiner Geschäfte und Cafés. Tatsächlich befindet sich die Schrannenhalle fest in italienischer Hand. Gemietet wird sie von der italienischen Feinkostkette Eataly. Lediglich am Kopfende der Halle in Richtung Viktualienmarkt befindet sich noch ein bayerische Wirtshaus von der Brauerei Hacker-Pschorr.
Gegenüber der Halle befindet sich das Café Frischhut. Es ist berühmt für seine nostalgische Atmosphäre und sein Schmalzgebäck Dieses wird in einer offenen Küche zubereitet. Der Spitzname des Cafes ist übrigens „die Schmalznudel“. Neben den berühmten Schmalznudeln, auf Bayerisch Auszogne genannt, können Sie hier auch leckere Rohrnudeln, Striezerl und Krapfen genießen.

Am St.Jakobs Platz befindet sich das Münchner Stadtmuseum und eine Reihe angeschlossener kleinerer Museen, wie das Filmmuseum und das Deutsche Brauereimuseum.

Ebenfalls am St, Jakobs Platz befindet sich das Jüdisches Zentrum mit seiner Synagoge und dem Jüdischen Museum.
Über den Oberanger erreichen wir die Sendlinger Straße. Sehenswert ist hier unter anderem die Asamkirche, sowohl die Fassade, als auch das prunkvolle Innere.

Von hier aus führt uns der Weg weiter zur Sonnenstraße und zum Karlsplatz (Stachus).

Über die Neuhauser Straße und die Ettstraße (bekannt aus der Fernsehserie „Münchner Tatort“) kommen wir zur Kaufingerstraße und zurück zum Rindermarkt.

Am Rindermarkt, einem der ältesten Straßenzüge Münchens, fand früher der Viehmarkt statt. Daran erinnert der Rindermarktbrunnen mit dem sitzenden Hirten der über drei Rinder wacht.
An der südöstlichen Seite des Rindermarkt es ist der Löwenturm, ein Wasserturm aus dem 15ten Jahrhundert. Ein weiteres imposantes Bauwerk ist das sogenannte Ruffinihaus, eine Gruppe von drei reich verzierten Häusern aus dem Jahr 1905.

Heute ist der Rindermarkt ein beliebter Treffpunkt in der Innenstadt.
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