Bevor wir zum Bahnwärter Thiel, einem alternativen Kulturzentrum im Münchner Stadtbezirk Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt fahren, machen wir einen Abstecher nach Sendling, ein Stadtteil südwestlich der Münchner Innenstadt. Hier haben wir über 20 Jahre gewohnt. Dabei fällt uns eine weitere Neuerung in München auf. Früher waren die Vegetationsstreifen nur mit Gras bewachsen. Nun befinden sich hier Sträucher und Blumen um Insekten und Bienen zu unterstützen. Teilweise hat man auch Bänke aufgestellt um die Natur genießen zu können.
Wir treffen uns mit unserer langjährigen Freundin Anita, die uns das veränderte Schlachthofviertel zeigen will. Anita fährt erst einmal um den Bereich herum, sodass wir schon einen Blick auf das neu erbaute und 2021 eröffnete Volkstheater werfen können.

Vorbei an der „Alten Utting“, einem Schiff auf einer Brücke, suchen wir uns einen Parkplatz um zu Fuß die Besichtigung fort zu setzen. Das Schiff entpuppt sich als Bar, Restaurant, Partylocation und einer Diskothek im ehemaligen Maschinenraum.

Direkt gegenüber liegt die Musik-Bar mit elektro DJ „zur Gruam“. Einst trafen sich hier Strafgefangene aus dem Gefängnis Stadelheim um hier ihre Entlassung zu feiern.

Streetart und Graffiti in der anschließenden Tumblinger Straße lassen die Veränderung bereits erahnen. Das Schlachthofviertel hat sich zu einer inoffiziellen Partymeile Münchens gewandelt.
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Mehr InformationenDer „Bahnwärter Thiel“, benannt nach der gleichnamigen Novelle von Gerhard Hauptmann, bildet als Kulturzentrum den Mittelpunkt einer bunten Landschaft aus Containern, Zuggarnituren, Booten und Verschlägen, die Bars, Restaurants, Büros, Studios und Werkstätten eine Unterkunft bieten. Alles ist mit Graffiti bemalt und viele Sitzmöglichkeiten bilden die Basis um Gespräche zu führen oder Menschen kennen zu lernen.

Die Bezeichnungen „Erfindergarten, Bahngarten“ oder „UPA GYM“ deuten bereits auf den Verwendungszweck hin. Allerdings sollte man für einen Besuch die Abendstunden wählen um hier das wahre Leben kennen zu lernen.

Wir umrunden das Volkstheater und passieren das „Wirtshaus am Schlachthof“ das auch einigen Menschen aus dem Fernsehen mit seinen Kabarettsendungen, z.B. „Ottis Schlachthof“ bekannt sein dürfte.
In ungefähr 1,5 km Entfernung in südlicher Richtung, in der Nähe des Gas-und-Dampfturbinen-Kraftwerks München Süd befindet sich „Gasteig HP 8“.

Der Gasteig ist eines der größten Kulturzentren Europas. Er beherbergt neben der Philharmonie die Münchner Stadtbibliothek. 1984 eröffnet beschloss man 2020 wegen schlechter Akustik eine Generalsanierung durchzuführen. Als Ausweichquartier wurde „Gasteig HP8“ gewählt. Eine ehemalige Trafohalle wurde zu einem Foyer für den Konzertsaal Isarphilharmonie mit 1900 Plätzen umgebaut. 2021 wurde die Isarphilharmonie eröffnet. Ein Teil der Zentrale der Münchner Stadtbibliothek ist ebenfalls im Foyer untergebracht. In dieser Halle ist auch ein kleiner Veranstaltungssaal untergebracht.

Eine elektronische Farbwand, die auf Bewegungen der vorbei gehenden Besucher reagiert, findet großen Anklang.

Im Gebäude der Isarphilharmonie residieren die Münchner Philharmoniker aber auch das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks nutzt gerne die Location.

Saal X, ein kleineres Nebengebäude wird für Veranstaltungen als Multifunktionsaal genutzt. In weiteren Nebengebäuden sind die Hochschule für Musik und Theater sowie die Münchner Volkshochschule untergebracht.

Die Akustik der Isarphilharmonie ist so ausgezeichnet, dass an ihrem Fortbestand kein Zweifel herrscht, vor allem nach dem über die Zukunft des Gasteig noch keine endgültige Entscheidung gefällt wurde. Leider konnten wir diesen fantastischen Saal nicht persönlich filmen.