Nach unserer Ankunft in Bratislava gehen wir über die Most SNP (Brücke des Slowakischen Nationalaufstandes) zum UFO Tower. Während über unseren Köpfen die Autos fahren, können darunter Fußgänger und Radfahrer ungestört die Donau überqueren.

Es ist die längste Schrägseilbrücke der Welt (Spannweite 303 m) mit nur einem Pylon. Auf dessen Spitze befinden sich ein Restaurant und eine Aussichtsplattform. Von dort genießen wir den herrlichen Ausblick, vor allem auf die Burg, die wir als erstes besichtigen. Aber auch der Fernsehturm, der Turm des alten Rathauses und die umliegenden Kirchtürme fallen uns ins Auge.

Auf dem Rückweg sehen wir auch den Twin City Liner, mit dem wir gerade aus Wien gekommen sind, schon wieder auf dem Rückweg. Von der Pestsäule aus hat man einen guten Blick auf die Herrengasse (Panská), in der viele Adelige und Mächtige ihre Stadtpalais errichten ließen. Heute gehört sie zur Fußgängerzone.
Wir wenden uns nach Westen und erreichen den ehemaligen Schlossgrund, der heute zum Stadtteil Staré Mesto, also zur Altstadt gehört. Unser Blick fällt auf den restaurierten Teil der ehemaligen Stadtmauer, die vierspurige Straße und das Haus zum Guten Hirten, das heute als Uhrenmuseum dient.

Für die Straße wurden viele Häuser abgerissen, in denen ein Großteil der jüdischen Bevölkerung lebte. Etwas nördlich von unserem Standort erinnert das Museum der jüdischen Kultur im Gebäude des ehemaligen Zsigray-Landsitzes an diese Ereignisse. In der Beblavého Straße stehen 10 Häuser, die heute ein nationales Kulturdenkmal bilden.

Beim Aufstieg zur Burg erreichen wir das Sigismundstor. Sigismund von Luxemburg war im 15. Jahrhundert unter anderem römisch-deutscher König und später römisch-deutscher Kaiser. Er befahl den Umbau der Burg, die dadurch ihren heutigen Grundriss erhielt. Wegen der Angriffe der Hussiten wurden auch zwei Bastionen und das Sigismundtor errichtet. Die Burg wurde mehrmals erweitert und umgebaut. Unter anderem durch den Palatin Paul Pálffy von Erdőd und die Kaiserin Maria Theresia. Heute dient die Burg als Repräsentationsgebäude, Museum und Konzertsaal.

Im Ehrenhof vor der Burg steht ein Reiterstandbild von Svatopluk I. aus dem mährischen Herrschergeschlecht der Mojmiriden (9. Jh.). Er war eigentlich Fürst, wird aber manchmal auch als König bezeichnet.

Von einer Aussichtsbastei genießen wir noch einmal den Blick auf die Stadt von oben, aber aus einer anderen Perspektive.

Wir gehen zurück zum Sigismundtor, hinunter zur Stadtautobahn und weiter in Richtung Stadtmauer.
Unsere Route führt weiter über die Straßen Prepoštská, Ventúrska, Sedlárska und Michalská. Am Ende der Michalská finden wir das Michaelertor.
Ursprünglich war das Tor Teil der mittelalterlichen Stadtbefestigung. Als einziges Tor dieser Befestigungsanlage ist es bis heute erhalten geblieben, es gehört zu den ältesten Denkmälern der Stadt und dient heute als Waffenmuseum.

Hinter dem Tor biegt die Straße um 90 Grad nach Osten ab und führt durch eine weitere Häuserpassage und über eine kleine Brücke auf einen runden Platz, den Župné námestie.

Vor uns liegt das historische Gebäude des Nationalrates der Slowakischen Republik.

Weiter geht es entlang der Obchodná bis zum Slovak Pub. Die Empfehlung, hier zu essen, kam von der Rezeptionistin des Austria Trend Hotels beim Theresianum in Wien. Sie ist gebürtige Slowakin aus Bratislava. Der Slovak Pub sieht von außen sehr unscheinbar aus.

Ein Schild weist den Weg über eine Treppe in den zweiten Stock.

Zuerst hat man das Gefühl, in einer Kirche zu sein. Der Eindruck täuscht nicht. Hier war früher eine Kirche, dann ein Theater und nun seit 20 Jahren die Kneipe. Erst nachdem man durch eine Tür mit zwei Glasscheiben eingetreten ist, kommt man in das eigentliche Lokal. Es hat ca. 11 Räumen, die sich zum Teil auch im Nachbargebäude befinden, und 2 Dachterrassen, getrennt in Raucher- und Nichtraucherbereich. Es bietet Platz für 500 Personen. Da es sehr preiswert ist und sehr gute lokale Gerichte anbietet, wird es auch von vielen Studierenden besucht.

Der Slovak Pub verfügt über einen eigenen Bio-Bauernhof und eine eigene Brauerei, die die Kneipe mit vielen Bioprodukten und Bier beliefert. Zusammen mit dem Klasterny Pivovar Flagship Restaurant hat es die gleiche Speisekarte und den gleichen Besitzer. Die Bedienung ist kompetent, freundlich und hilfsbereit.
Auf dem Rückweg durch die Obchodná werfen wir einige Blicke in architektonisch interessante Hofeinfahrten. Inzwischen ist es für die Jahreszeit schon sehr warm geworden. Wir schreiben den 13.4.2024 und haben 28 Grad Celsius.

Nächste Station ist der Präsidentenpalast und der Präsidentengarten mit interessanten Skulpturen, unter anderem ein Reiterstandbild von Kaiserin Maria Theresia. Auch die schöne Gartenlandschaft kann sich sehen lassen.

Der Palast wurde 1760 für Graf Grassalkovich erbaut und entwickelte sich rasch zum gesellschaftlichen Mittelpunkt Bratislavas. Auch der Habsburger Hof entdeckte bald die Möglichkeiten des Anwesens. Joseph Haydn veranstaltete hier eine Reihe von Konzerten und Uraufführungen.

Auf dem Weg ins Zentrum von Bratislava passieren wir wieder die Sedlárska. Inzwischen haben aber zahlreiche Kreuzfahrtschiffe die Innenstadt erreicht, so dass das Filmen etwas schwierig geworden ist. Deshalb setzen wir uns in ein Café am Hauptplatz (Hlavné námestie) vor dem alten Rathaus und beobachten das Treiben von hier aus.

An vielen Stellen in Bratislava stehen seltsame Figuren, die sich bei Touristen und Kindern großer Beliebtheit erfreuen, darunter der Soldat hinter der Bank, aber auch Čumil, der Gaffer. Čumil wurde zur beliebtesten Figur gewählt. Auf dem Hauptplatz steht ein weiterer französischer Soldat in einem Wachhäuschen.

Den Abschluss des lang gestreckten Hviezdoslavovo námestie (Hviezdoslavovo-Platz) bildet das Gebäude des ehemaligen Slowakischen Nationaltheaters. Das Theater wurde 2021 wegen baulicher Mängel geschlossen und wird derzeit saniert. In der Zwischenzeit wurde 2007 ein neues Slowakisches Nationaltheater am Donauufer errichtet.

Der Hviezdoslavovo-Platz ist wunderschön begrünt und erinnert an einen Park. An diesem warmen Tag bevölkern Touristen sowie Einheimische die Straßen. Vor jeder Eisdiele stehen die Menschen Schlange.
Am anderen Ende des Platzes steht eine Statue von Hans Christian Anderson. Der Legende nach schenkte ihm ein kleines Mädchen eine rote Rose, als er Bratislava besuchte. Dieses Erlebnis inspirierte ihn zu seinem Märchen ‚Das Mädchen mit den Schwefelhölzern‘.

Nachdem auch wir uns ein Eis gegönnt haben, geht es weiter zur Donau. Mit dem Twin City Liner geht es zurück nach Wien.