Barrio de La Latina, der Name geht auf Beatriz Galindo zurück. Sie wurde in Salamanca geboren und war Schriftstellerin, Lehrerin, Humanistin.
Beatriz Galido interessierte sich auch für Physik und Mathematik und galt als eine der gebildetsten Frauen der damaligen Zeit. Darüber hinaus war sie sehr wohltätig, was sie sich auf Grund ihres Reichtums auch leisten konnte.

Nachdem sie Königin Isabella von Kastilien und ihre Kinder in Latein unterrichtete, erhielt sie schnell den Spitznamen La Latina. Sie war eine der ersten Frauen die sich bereits in der Renaissance aktiv am öffentlichen Leben beteiligte.
Sie gründete Schulen und Krankenhäuser in Spanien, unter anderem 1506 das Krankenhaus des Heiligen Kreuzes (Santa Cruz de Madrid). So begründete sich ihr wohltätiger Ruf und das Viertel, in dem sie damals lebte, wurde nach ihr benannt.
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Mehr InformationenLa Latina ist eines der ältesten Viertel von Madrid mit engen Gassen und breiten Plätzen.
Hier findet man die perfekte Kombination zwischen Tradition und Moderne, ein Viertel, dass für jeden etwas zu bieten hat.
Teatro real
Die Tour mit unserer Führerin Verónica Walde beginnt beim Teatro Real. Das Theater wurde 1850 von Isabella II eröffnet wurde und zählte bald zu den bedeutendsten Bühnen Europas.

Während unseres Besuchs sind auf dem Balkon der Westfassade eine Leinwand und große Lautsprechertürme aufgebaut.
Jeder der Lust hat kann sich Teile von Opernprogrammen ansehen und anhören. Die akustische Qualität ist hervorragend.
Palacio Real de Madrid
Beim gegenüber liegenden Palacio Real de Madrid, dem Königsschloss gibt uns Verónica einen kurzen historischen Überblick über Madrid.

Bis zum 18. Jahrhundert stand an der Stelle des Palastes ein Alcazar, ein maurisches Burgschloss. 1734 wurde dieses durch ein Feuer zerstört.
Nach den spanischen Erbfolgekriegen waren die Bourbonen an die Macht gekommen. Philipp V. wollte nun ein dem Escorial der Habsburger ebenbürtiges Schloss. Er beauftragte Juan Bautista Sachetti and Francisco de Sabatini mit dem Bau der Anlage. Aber erst König Karl III konnte 1764 das Gebäude beziehen.
Seitlich neben dem Schloss wurde die Kathedrale Santa María la Real de La Almudena errichtet. Dazwischen befindet sich die Plaza de la Armeria.
Almudena-Kathedrale
Mit dem Bau der Almudena-Kathedrale wurde im 18. Jahrhundert begonnen. Sie wurde aber erst 1993 fertiggestellt und von Papst Johannes Paul II eingeweiht und zur Bischofskirche erhoben.
Von der Bistumsgründung 1885 bis zu diesem Zeitpunkt war die Iglesia de San Isidro die Kathedrale. Für viele Madrider ist es heute noch ihre Kathedrale.

Hinter der „neuen“ Kathedrale in der Cuesta Ramon kann man noch einen Teil der Burgmauern des Alcazar sehen.
Gegenüber, auf der anderen Seite der Calle Bailén, findet man den Palacio de Abrantes der heute als italienisches Kulturinstitut dient.

Nach dem Überqueren des Viaducto desde Beatriz Galindo hat man eine schönen Ausblick über den Casa de Campo, ein Naherholungsgebiet Madrids, das früher als Jagdrevier des Königshauses diente, und die Cathedral de la Amudena.
Daneben kann man das neu erbaute Museo de las Colecciones Reales sehen. Die königliche Sammlung umfasst 154.000 Gemälde.
Plaza de la Paja
Wir erreichen die Plaza de la Paja. Zuerst sehen wir das Colegio Público San Ildefonso. Die Kinder singen jedes Jahr die Zahlen bei Spaniens größter Lotterieveranstaltung der „El Gordo de Navidad“.

Auf der anderen Seite des Platzes liegt der Palacio de los Vargas, einer der reichsten Dynastien Madrids.
Als Großgrundbesitzer waren sie oft reicher als der König und dienten als Finanziers.

Davor ist die Skulptur El lector – der Leser. Sie wurde 1997 vom Künstler Félix Hernando García geschaffen und überzeugt durch ihre realistische Darstellung.

Die Capilla del Obispo bildet mit der Iglesia de San Andrés einen gemeinsamen Kirchenkomplex. Sie steht an der Stelle an der der Heilige Isidor einst lebte und starb.
Ursprünglich wurde die Kapelle Anfang des 16. Jahrhunderts als Grabmal für den Heiligen Isidor gebaut, der aber später in San Andrés bestattet wurde.

Die Capilla del Obispo wurde dann von der Familie Vargas als Familiengruft verwendet. Die Kapelle, seit 1931 nationales Kulturgut, ist im Privatbesitz, aber wenn die Tür geöffnet ist, sollte man einen Blick hineinwerfen.
Umrundet man diesen Kirchenkomplex so befindet man sich auf der Plaza San André. Links ist der Eingang zur Kirche, rechts daneben das Museo De Los Orígenes im Casa de San Isidro.
Das Gebäude wurde 1972 abgerissen und im Original wieder aufgebaut. Heute beherbergt es das archäologische Museum Madrids.

Wendet man den Blick in Richtung Westen, so ist die Basílica de San Francisco el Grande zu erkennen. Sie wurde 1774 an der Stelle an der Franz von Assisi angeblich gewohnt hatte, errichtet.
Im Bürgerkrieg wurde sie schwer beschädigt und diente anschließend als Hospital und Kaserne. 1970 wurde sie notdürftig restauriert. Die Basílica de San Francisco el Grande besitzt die drittgrößte Kuppel Europas und eine Reihe besonderer Kunstwerke von Goya, Velázquez, Francisco Bayeu und Francisco de Zurbarán.
Mercado de La Cebada
Mercado de la Cebada ist einer der größten Märkte in Madrid und bekannt wegen seiner 6 roten Kuppeln. Er wurde im 16. Jahrhundert gegründet.

1868 wurde vom Architekten Mariano Calvo Pereira eine Halle, basierend auf einer Stahlkonstruktion, errichtet.

Diese wurde 1958 durch die jetzige Halle ersetzt. Wir kamen leider erst kurz vor Schluss an, sodass die Ladeninhaber alle mit Aufräumarbeiten beschäftigt waren.

Dennoch konnten wir uns vom Warenangebot einen Überblick verschaffen. Vor allem die frischen Meerestiere sahen sehr appetitlich aus.
Iglesia de San Pedro el Viejo

Die Iglesia de San Pedro el Viejo wurde von zum christlichen Glauben konvertierten Muslimen erbaut.
Bei der jährlichen Prozession wird das Marienstandbild (Maria Santísima del Dulce Nombre) über die vergitterte Treppe und den hohen Absatz zur Straße nach draußen getragen, was zahlreiche Schaulustige auf den Plan ruft.

Die Kirche ist eine der ältesten der Stadt, vermutlich aus dem 12. Jahrhundert. Der maurische Glockenturm passt architektonisch in diese Zeit.

Verónica führt uns weiter über die Calle nuncio und den Plaza Puerta Cerrada zur
Iglesia de San Isidro
Diese Kirche war bis 1993 die vorläufige Kathedrale von Madrid. Erbaut wurde sie 1620 nachdem Maria de Austria in ihrem Testament eine hohe Summe bereitgestellt hatte, um auf dem Platz der abgerissenen Kirche der Pfarrei Peter und Paul, eine Neue erbauen zu lassen.

Zu Beginn des Bürgerkriegs brannte die Kirche völlig nieder. Nach dem Krieg wurde sie möglichst originalgetreu wieder aufgebaut und in den 1960er Jahren fertiggestellt.

Die Tour führt weiter über die Plaza de la Provincia, durch die Calle de la Bolsa, über die Plaza de Jacinto Benavente und die Plaza de Angel. Danach biegen wir ein in die
Calle de las Huertas

Hier gibt es jede Menge Taperias, Bars, Cafes und Restaurants.

Aber auch das Convento de las Trinitarias Descalzas de San Ildefonso in dem Miguel de Cervantes der Schöpfer des Don Quixote begraben liegt.

Wir begleiten Verónica noch bis zur Plaza de Platerias, wo sich unsere Wege trennen. Wir danken ihr für die interessante, kurzweilige Führung mit einer Vielzahl von Informationen Madrid und speziell das Barrio La Latina, ein Viertel, welches wir am Abend nochmals besuchen werden.
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Hinweis: Auch wenn die Führung auf Einladung des Fremdenverkehrsamtes Madrid erfolgte, sind die Eindrücke und Meinungen unsere eigenen!
Text, Fotos und Video: Copyright © myVideoMedia
Das ist alles sehr bombastisch