Zu einer Reise nach Helsinki gehört auch ein Besuch der Seefestung Suomenlinna, der Finnenburg.
Sie liegt auf einer Gruppe von teils miteinander verbundenen Inseln am Eingang des Hafens von Helsinki. Suomenlinna ist die größte Seefestung der Welt.

Wir setzen mit einem kleinen Fährboot über und gehen in einer Bucht an Land. Über einen kleinen Anstieg erreichen wir die Bastion Höpken durch die wir den Innenhof mit dem Grabmal von Augustin Ehrensvärd betreten.
Ehrensvärd war der Erbauer der Seefestung Suommenlinna. Er begann 1748 mit dem Bau der Festungsanlage.

Damals gehörte Helsinki noch zu Schweden. Deshalb nannte man die Anlage Sveaborg ( Schwedenburg). Peter der Große gründete St. Petersburg, wodurch die russische Grenze näher an Schweden rückte.
1788 hatte die Seefestung im schwedisch-russischen Seekrieg ihre erste Bewährungsprobe. 1808 erfolgte die Kapitulation und für die nächsten 110 Jahre war die Festung eine Marinebasis des russischen Zarenreiches. Finnland wurde zu einem autonomen russischen Großherzogtum. Bis zu 13.000 Soldaten waren hier gleichzeitig stationiert.
1855 während des Krimkrieges wird sie von der englischen und französischen Flotte beschossen und schwer beschädigt. 1917 erlangte Finnland die Unabhängigkeit, doch ein Bürgerkrieg forderte weitere Opfer. Suomenlinna wurde zum Gefangenenlager, in dem 3000 Gefangene den Tod fanden.

Noch einmal erlangte die Festung starke Bedeutung, nämlich im 2. Weltkrieg. Als Stützpunkt für Küstenartillerie, Luftabwehr und für U-Boote diente sie den Finnen zur nationalen Verteidigung.
Nach dem 2. Weltkrieg verlor sie ihre Bedeutung und wurde 1973 in ein Museum umgestaltet.
Seit 1991 gehört die Seefestung Suomenlinna wegen seiner gut erhaltenen Militärarchitektur zum UNESCO Weltkulturerbe. Pro Jahr zählt sie 900.000 Besucher.

Wir gehen zuerst zu den Kasematten und Geschützstellungen von Susisaari in den Süden der Insel Kustaanmiekka.
Man staunt wie genial die strategische Lage der Festung ausgewählt wurde. Aber auch wie man die Landschaft ideal nutzte, um Munitionsdepots im felsigen Untergrund anzulegen und die Geschützstellungen praktisch zwischen den Hügeln verschwinden zu lassen. Bis zu 900 Geschütze waren hier stationiert.
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Mehr InformationenWahrzeichen der Festung ist das Königstor. Es war das ursprünglich der einzige Zugang zur Festung und durch eine Zugbrücke gesichert.

Wir gehen zurück zur Insel Iso Mustasaari. Neben einem Kriegsmuseum gibt es hier ein Spielzeugmuseum und eine Justizvollzugsanstalt.
An der Hauptstraße kommen wir zum Café Vanille. Das Holzhaus war früher Teil des russischen Kaufmannsviertels. Hier stärken wir uns erst mal mit hausgemachtem Kuchen und Kaffee.

Gegenüber steht eine Kirche, die bis in die 1920er Jahre orthodox war. Danach wurden 5 Kuppeln demontiert und die Kirche wurde protestantisch.
Das Dach des Kirchturms ziert heute ein Leuchtturm. Das große Gebäude daneben ist ein Teil der Marineakademie. Der andere Teil ist auf der Insel Pikku-Musta vertreten, die aber von Touristen nicht betreten werden darf.

Wir gehen noch zur Schiffsanlegestelle und begutachten die historischen Gebäude, bevor wir wieder nach Helsinki zurückkehren.
Auf der Suche nach einem Geldautomat kommen wir noch am Denkmal der Drei Schmiede vorbei. Die Bronzestatue wurde einst vom Baustoffhändler Julius Tallberg gespendet.

Sie ist ein beliebter Treffpunkt, da der Platz auch im Winter bei Temperaturen bis -10º C schnee- und eisfrei ist. Unter dem Platz fließt das Abwasser der umliegenden Fernwärmeheizungen.

Im Anschluss daran gehen wir wieder zum Esplanadi Park und beobachten die Menschen und Tiere und hören der Jazz-Musik zu.
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