Früh am Morgen erreicht der Konvoi mit drei Fahrern unser Hotel in Duschnabe. Sie sollen uns von Duschanbe durch das Pamir nach Osh in Kirgistan bringen.

Shane Dallas, alias das Travel Camel, hat die Teilnehmer dieser Tour zusammengebracht. Sprungbereit erwartet er die Fahrer und den Guide in der Lobby des Hotel Lotus.

Durchführende Organisation ist Pamir Guides (pamirguides.com) mit Sitz in Murgab (Murghob). Tatsächlich leben die meisten Fahrer und Guides der Firma in Osh, stammen aber gebürtig aus Murgab oder der Umgebung.

Nach dem ersten Kennenlernen wird das Gepäck verstaut und wir machen uns auf den Weg. Erstes Tagesziel ist Kalaikhum, ca. 370 km entfernt.
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Mehr InformationenSchon kurz nach Duschanbe werden wir auf dem ersten langen geraden Straßenabschnitt unfreiwillig gestoppt. Ein Polizist fuchtelte mit einer Radarpistole in der Luft herum. Es sah nicht danach aus, dass er auf diese Art und Weise eine vernünftige Messung durchführen konnte. Nichtsdestotrotz wurden die Fahrer wegen angeblichem zu schnell Fahren zur Kasse gebeten.
Pamir Highway
Der Pamir Highway führt normalerweise direkt von Duschanbe nach Kalaikhum. Dieser Weg wird auch als die nördliche Strecke bezeichnet. Die südliche Strecke führt über Hulbuk und Kulob in das Tal des Pandsch. Aus dieser Gegend stammen viele Mitglieder der tadschikischen Regierung in Duschanbe. Diese Strecke ist länger als die nördliche, aber der Straßenbelag ist viel besser. Zu diesem Zeitpunkt wissen wir dies aber noch nicht zu schätzen.

Von Duschanbe aus fahren wir nach Osten, biegen aber nach ca. 20 km nach Süden ab. Danach beginnt die Straße stetig anzusteigen. Schon nach kurzer Zeit passieren wir zuerst den knapp 4,5 km langen Chormaghzak (Khatlon) Tunnel bevor die Straße wieder abwärts, in das Tal des Vakhsh (Wachsch) führt. Westlich der Stadt Nurek (Norak) überquert eine Brücke den Fluss.
Sofort danach steigt die Straße wieder an und wird durch den ca. 2,2 km langen Shar-Shar (Ozadi) Tunnel geleitet. Nach dem Verlassen des Tunnels wird der Blick freigegeben auf den Nurek Staudamm, den zurzeit höchsten Staudamm der Welt. Eine 300 m hohe Staumauer staut den See auf über 70 km Länge auf. Sie wurde 1961 mit sowjetischer Hilfe gebaut.

Der Bau der beiden Tunnel wurde 2007 mit chinesischer Hilfe gestartet. China investierte insgesamt $720 Millionen in Tadschikistan.
Das Gebiet ist seismisch aktiv. Seit dem Bau des Dammes hat sich die Aktivität erhöht.

Unmittelbar nach dem Shar-Shar Tunnel gibt es eine Raststation, von der aus man einen wunderbaren Blick auf den Stausee hat. Daneben wurden hier eine Reihe von Ständen aufgebaut, an denen Essen angeboten wird. Wir nutzen die Gelegenheit um erste Eindrücke vom täglichen Landleben in Tadschikistan zu sammeln.

Die Fahrt geht weiter durch hügeliges Weideland. Obwohl die Wiesen braun und etwas vertrocknet wirken, sehen wir große Tierherden. In erster Linie sind es Rinder und Ziegen.

Dann erreichen wir Hulbuk (Pingan). Es scheint Markttag zu sein.
Hulbuk
In der Ferne sehen wir die runde Erhebung des 1334 m hohen Berges Chodscha Mumin. Bereits Marco Polo hat von ihm berichtet. Geschätzt enthält er über 30 Milliarden Tonnen Salz. Deshalb verfügt Hulbuk und Kulob auch über einen Bahnanschluss, der dem Abtransport des Salzes dient.

Vom 9. bis 11 Jahrhundert war Hulbuk unter der Herrschaft der Samaniden und Ghaznawiden. Damals zählte sie zu den grüßten Städten Zentralasiens. Danach wurde sie von den Seldschuken zerstört. Eine mächtige Zitadelle war Teil der Stadt. Lesen Sie mehr über die Besichtigung der Zitadelle.
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