Von den Seven Bulls fahren wir direkt nach Karakol. Im Besucherzentrum treffen wir Amann von Destination Karakol.
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Mehr InformationenEr wird uns die kulinarischen Spezialitäten der unterschiedlichen Nationalitäten und angesagte Restaurants näher bringen.

Erste Station ist ein Restaurant im Bazar in Karakol. Hier findet man Menschen unterschiedlichster Ethnien, wie Dunganen, Kirgisen oder Uiguren. Die Dunganen sind im 18. und 19 Jahrhundert aus China gekommen, ursprünglich waren sie Hui Chinesen.

In einem von Dunganen geführten Restaurant probieren wir Ashlyan-Fu, ihr Nationalgericht. Es besteht aus dicken Reisnudeln und dünneren Weizennudeln, gemischt mit einer Essig-Chili-Sauce. Manchmal ist es scharf, so dass es gut ist, es zusammen mit Piroshky, dem mit Kartoffeln gefüllten gebratenen Brot zu essen.

Zweite Station ist das Cafe Zarina, ein uigurisches Restaurant. Die Uiguren kommen ursprünglich aus China und sind eine der ältesten Nationalitäten in dieser Region, sogar älter als die Kirgisen. Die Uiguren sind die drittstärkste Ethnik, nach Kirgisen und Russen.
Wir genießen Laghman, das Nationalgericht der Uiguren. Laghman besteht aus langen Nudeln, was soviel wie langes Leben bedeutet. Die Nudeln werden mit einer speziellen Soße aus Gemüse serviert. Manchmal ist die Soße scharf. Es gibt verschiedene Arten von Laghma. Nur die Nudeln sind immer gleich, manchmal gekocht, manchmal gebraten. Jedoch kann die Soße und das Gemüse variieren. Wir probieren die gebratene Version, den Boso Laghman.

Dritte Station ist das Kafe Kaynar. Hier gibt es Tatar Azuu. In tatarischer Sprache bedeutet es Essen, in persischer Sprache bedeutet es Fleischscheiben. Unser Tatar Azuu besteht aus Pommes frites mit marinierten, gebratenen Fleischscheiben, Salzgurken und Zwiebeln. Ursprünglich wurde es ohne Kartoffeln zubereitet, weil die Kartoffeln erst vor 200 Jahren in diese Region kamen. Es ist ein tatarisches Nationalgericht. Aman, unser Guide, ist Tatar und Tatar Azuu ist sein Lieblingsessen.

Während des Essens erzählt er uns mehr über die Geschichte der Tataren. Die Tataren sind eigentlich Protobulgaren, deren Wurzeln auf Attilas Hunnen zurückgehen. Als Attila starb, zerbrach sein Imperium in drei Teile. Ein Teil kam zu Zentralasien, einer zum zentral russischen Territorium. Der dritte Teil blieb in Osteuropa, dem heutigen Ungarn, Bulgarien und der Balkanhalbinsel.
In der Zeit von Dschingis Khans Herrschaft, gab es einen chinesischen Volksstamm nahe der chinesischen Mauer mit dem Namen Tatar. Dschingis Khan hat den ganzen Stamm ausgerottet. Viele andere Stämme schlossen sich dem mongolischen Reich an. Um echte mongolische Stämme von den anderen zu trennen, ordnete Dschingis Khan an sie Tataren zu nennen.
Zu Zeiten Marco Polos kam der Name über die Seidenstraße nach Europa. Die Bedeutung wandelte sich später zum griechische Wort Tatar, was soviel heißt, wie Menschen aus der Hölle. Und die Leute glaubten dies, weil sie Angst vor den mongolischen Eindringlingen hatten.

In Frankreich herrschte König Ludwig IX. Er war sehr religiös und dachte, die Franzosen würden die Invasion nicht überleben. Er sagte zu seinem Volk, es solle zu Gott um Hilfe beten. Später sagte er, dass ein Wunder geschehen ist, weil der mongolische König Batu Khan zu dieser Zeit verstarb und die ganze Armee nach Zentralasien zurückkehren musste.
Das war der Grund dafür, dass sein Volk glaubte, dass die Mongolen, bzw. die Tataren aus der Hölle kamen und Gott ihnen half zu überleben. Manchmal sind Menschen noch heute beleidigt, wenn sie Tataren genannt werden. Sie sagen sie sind Bulgaren, Tatar sei nur ein Name.
Die ursprüngliche Definition des Wortes Tatar bedeutet, die Sehne eines Bogens spannen. Vermutlich waren die Krieger dieses Stammes gute Bogenschützen. Sie waren eine der ersten Nationalitäten, die während des Russischen Reiches in diese Region einwanderten. Die Tataren bauten hier die erste Schule, die erste Moschee und die erste Bibliothek. Sie hatten großen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Heute sind 3-4% der Bevölkerung in Karakol Tataren und sprechen Tatarische Sprache, die der türkischen Sprache ähnelt. Ursprünglich hatten sie blonde Haare und blaue Augen, wie Europäer.

Im Kochevnik Cafe probieren wir ein kirgisisches Nationalgericht namens Oromo, was soviel bedeutet wie „gewickelt“. Oromo ist ein mit Fleischstücken, Fett und Karotten gefüllter Teig. Manchmal wird es mit auch mit anderem Gemüse oder mit Kartoffeln gemacht. Man serviert uns die Oromo in schöner Form einer Rose, zusammen mit Kaymak, saurer Sahne. In Amans Familie wird dieses Gericht an speziellen Festtagen zubereitet.

Zum Abschluß besuchen wird das Fat Cat Karakol, das erste sozial verantwortliche Unternehmen in Karakol. Hier kann man Frühstücken, Mittag- und Abendessen.

Zhamilia Sydygalieva, die Besitzerin, gibt uns einige Einblicke in ihre Arbeit. Neben dem Restaurant engagiert sie sich für wohltätige Zwecke, wie die Speisung von Obdachlosen, Unterstützung von Familien mit geringem Einkommen durch Essensfahrten und Fundraising für verschiedene Veranstaltungen.

Das ganze Jahr über führen sie Kleiderfahrten durch. Manche Leute bringen Kleidung in gutem Zustand, die dann an Bedürftige verteilt wird.

Zhamilia erklärt uns: „Die Idee von Fat Cat Karakol besteht nicht darin, all dies alleine zu tun, sondern die Einheimischen zu ermutigen, ihre Einstellung zu ändern und sich sozial zu engagieren.“

Aber nach all dem wunderbaren Essen wollten wir nur einen Kaffee. Am Ende konnten wir dem herrlichen Schokoladenkuchen aber nicht widerstehen.
Wir möchten diese Gelegenheit nutzen, um Aman für diese interessante und köstliche Tour zu danken, die wir sehr empfehlen können.
Die Karakol Food Tour ist eine perfekte Möglichkeit, mehr über die Kultur und die Nationalitäten zu erfahren. Und Sie lernen die besten Restaurants der Stadt kennen. Aber seien Sie hungrig, denn es gibt viele leckere Gerichte zu probieren.
Sie möchten mehr über die Spezialitäten von Karakol erfahren?
Unter Food and Drink in Karakol finden Sie weitere Informationen über typischer Gerichte, Touren, Restaurants und Buchungen.
Lesen Sie weiter > Karakol aus der Vogelperspektive
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Hinweis: Unsere Reise wurde in Zusammenarbeit mit Discover Kyrgyzstan organisiert und durch die Unterstützung der United States Agency for International Development (USAID) ermöglicht. Alle Meinungen sind unsere eigenen.
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