Bad Kreuznach ist ein Kurort in Rheinland-Pfalz mit ca 50.000 Einwohnern.

Geschichtlicher Überblick
Bereits unter den Kelten lag Bad Kreuznach am Knotenpunkt verschiedener Fernstraßen der Römer. Später bauten die Römer die Stadt zu einer wichtigen Grenzbefestigung gegen die Germanen aus. Im Jahr 500 wurde Bad Kreuznach Königshof des fränkischen Reiches.
Im Mittelalter wurden salzhaltige Quellen entdeckt, die später für die Salzgewinnung genutzt wurden und heute die Basis für Heilkuren bilden. Nach der Entdeckung von Radon wird ein ehemaliger Bergwerkstollen als Therapieraum genutzt.

Im Mittelalter bildeten sich die ersten Handwerkszünfte, die noch heute ihren Niederschlag in Straßennamen finden. Der architektonische Stil der alten Neustadt ist noch stark vom Mittelalter geprägt. Pest, Lepra und Ruhr forderten in der Stadt viele Opfer. Erbstreitigkeiten unterschiedlichster Grafen bestimmten die Zeit. Damals gab es bereits einen signifikanten Anteil von 5-6% der Bevölkerung, die jüdischen Glaubens war. Aber auch erste Übergriffe fanden statt.
Am Beginn der Neuzeit trat Magister Faust, der von Goethe verewigt wurde, in Bad Kreuznach auf den Plan. Er wurde als Rektor an der Kreuznacher Lateinschule eingesetzt, floh aber nach Missbrauchsvorwürfen an Jungen aus der Stadt. Sein gut erhaltenes Wohnhaus dient heute als Weinstube.

Im dreißigjährigen Krieg wurde Bad Kreuznach immer wieder wechselseitig eingenommen. Die Bevölkerungszahl sank von 8000 auf 3500 Bürger.
Dem pfälzischen Erbfolgekrieg folgten der spanische und österreichische Erbfolgekrieg. Immer wieder verursachten Hochwasser der Nahe schwere Schäden an der Stadt.
Während des Übergangs vom 18. zum 19. Jahrhundert besetzten die Franzosen weitestgehend Bad Kreuznach, nur kurz unterbrochen von preußischen und österreichischen Truppen. Auch Napoleon Bonaparte besuchte die Stadt. 1814 während des Befreiungskriegen schlug Feldmarschall Blücher sein Hauptquartier hier auf. Bis zum Wiener Kongress stand das Land unter der Herrschaft einer Bayerisch-österreichischen Landesadministrationskommission. Danach wurde es dem Königreich Preußen zugeordnet.
1843 heiratete Karl Marx hier. Im ersten Weltkrieg verlegte 1917 Kaiser Wilhelm II sein Hauptquartier nach Bad Kreuznach. In der Weimarer Republik herrschten wieder die Franzosen hier. Im zweiten Weltkrieg war Bad Kreuznach erneut Sitz eines Armeeoberkommandos. Alle jüdischen Bürger in der Stadt wurden nach Theresienstadt deportiert. Trotz heftiger Bombardierungen wurde die vollständige Zerstörung durch eine kampflose Kapitulation gegenüber der US Armee verhindert.

Seither erholt sich die Stadt wieder von allen wirtschaftlichen Rückschlägen. 2009 verlieh die Bundesregierung Bad Kreuznach den Titel „Ort der Vielfalt“. Drei katholische Bistümer und drei evangelische Landeskirchen haben hier ihren Sitz.
Unser Rundgang in Bad Kreuznach
Leider entsprach das Wetter während unserem Besuch nicht unseren Erwartungen. Dennoch haben wir einen Eindruck von der toleranten Vielfalt in der Stadt, die durch die Kurgäste und Flüchtlinge mitbestimmt wird, gewonnen. Die alte Neustadt präsentiert sich architektonisch wie eine mittelalterliche Kleinstadt, die aber bereits über viele öffentliche WLAN Zonen, wie z.B am Eiermarkt verfügt.
Wir beginnen unseren Rundgang am Kornmarkt, der direkt an die Fußgängerzone anschließt. Es ist gerade Markttag und die Stände sind gefüllt mit rischem Obst, Gemüse und weiteren landwirtschaftlichen Produkten. Das reichhaltige Warenangebot stammt überwiegend aus regionaler Produktion.

In der Verlängerung der Fußgängerzone ist die Brücke über die Nahe mit ihren berühmten Brückenhäusern, die direkt auf die Pfeiler gebaut wurden. Die Brückenhäuser sind das Wahrzeichen der Stadt, etwas ähnliches dürfte es kaum noch einmal geben. Die verschiedenen Arme der Nahe und kleiner Kanäle dazwischen haben diesem Ort den Beinamen „Little Venedig“ eingebracht.

Über der Nahe erheben sich die Reste des ehemaligen Schlosses, das heute Tagungshotel und ein Restaurant mit Aussichtsterrasse beherbergen. Am gegenüber liegenden Ufer begrenzen wunderschön erhaltene Fachwerkhäuser die Straßen.

Die alte Neustadt wird durch den Ellerbach getrennt. Beidseitig des Baches sind eine Reihe sehenswerter Häuser, die sich durch vorspringende Obergeschosse auszeichnen. Wir spazieren durch die engen Gassen und bewundern immer wieder die Architektur, bis wir das Fausthaus erreichen.
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Mehr InformationenÜber die Brücke in der Wilhelmstraße überqueren wir nochmals die Nahe und werden mit einem schönen Blick auf die Brückenhäuser belohnt. An der Kreuzung Mühlenstraße und Fährgasse wurde eine kleine Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus errichtet. Es befindet sich an der Stelle der Synagoge, die zerstört wurde.

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