Schon lange haben wir uns auf den Besuch unserer sympathischen Bloggerfreundin Mandy gefreut. Als auch noch die Sonne scheint nutzen wir die Gelegenheit ihr einen kleinen Überblick über Trier zu geben. Die Stadt an der Mosel ist die älteste Stadt Deutschlands.
Historischer Überblick
Bereits 3000 Jahre vor Christus siedelten die ersten Menschen aus der Jungsteinzeit im heutigem Stadtgebiet von Trier.
Der Name der Stadt Trier ist abgeleitet vom keltischem Volksstamm der Treverer. Die Treverer ließen sich bereits Jahrhunderte vor den Römern auf dem heutigen Stadtgebiet von Trier nieder. Im Zuge der Eroberung Galliens durch Julius Caesar, Gallischen Kriege, wurden die Treverer unterworfen und das Gebiet besetzt. 16 v. Chr. wurde unter Kaiser Augustus die Stadt Augusta Treverorum, zu Deutsch: Stadt des Augustus im Land der Treverer, gegründet.
Nicht zuletzt durch die strategische Lage, wichtige Nord-Südverbindung zum Rhein, wurde die Römerstadt zur Metropole der Provinz Gallia Belgica ausgebaut und befestigt. Mit den Römern kam auch der Weinbau, der Reichtum in die Region brachte.

Die Stadt war von mächtigen Mauern umgeben. Zeugnisse dieser Zeit sind das Amphitheater und die Porta Nigra. Von 293 bis 392 war Trier Residenz römischer Kaiser. Kaiser Konstantin, der Große, hatte einige Jahre seinen Regierungssitz hier. Während dieser Zeit wurden gewaltige Gebäudekomplexe errichtet, die die Zeit bis heute zumindest fragmentarisch überdauerten, wie z.B. die Konstantinbasilika und die Kaiserthermen.
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Mehr InformationenVon 367 bis 392 nach Christus war Trier, mit weit über 80.000 Einwohnern, die größte Stadt nördlich der Alpen und Metropole des weströmischen Reiches. Nachdem Konstantin seine Residenz nach Konstantinopel verlegt hatte, blieb Trier Sitz der gallischen Präfektur, praktisch die Hauptstadt Galliens.
Später herrschten Vandalen, Hunnen und Franken hier. Auch die Wikinger zerstörten Trier zwei mal. Danach übernahmen Kurfürsten und Bischöfe die Macht. Im 30-jährigen Krieg fielen Spanier und Franzosen ein.
Die Auseinandersetzungen mit den Franzosen hielten bis 1797 an, bis Trier endgültig französisch wurde. Erst 1814 wurde Trier von preußischen Truppen eingenommen. Von 1918 bis 1930 herrschte wieder eine französische Besatzung in der Stadt. Später übernahmen Nationalsozialisten und Amerikaner die Macht. 1945 löste Frankreich die Amerikaner als Besatzungsmacht ab und in den folgenden Jahrzehnten wurde Trier zum wichtigsten französischen Militärstützpunkt in Deutschland. Mit bis zu 21 000 Soldaten, war Trier nach Paris die zweitgrößte französische Garnison weltweit. Im August 1999 zogen die letzten französischen Soldaten aus Trier ab.
Seit 1946 gehört Trier zum Bundesland Rheinland-Pfalz. Universität und Fachhochschule bilden heute ein wichtiges Rückgrat der Infrastruktur.
Stadtrundgang mit Mandy in Trier
Wir beginnen unseren Rundgang mit Mandy auf dem Petersberg, ein Hügel östlich der Innenstadt. Von der Besucherterrasse hat man den besten Überblick über die Stadt. Neben den berühmten Sehenswürdigkeiten erlaubt sie auch einen Einblick in das römische Amphitheater.

Danach fahren wir in das Zentrum der Stadt und beginnen am Hauptmarkt. Seit der Errichtung des Säulenkreuzes im Jahre 958, wurde dieser Platz als Marktplatz benutzt. Im Mittelalter entstand um das Marktkreuz der trapezförmige Marktplatz. Die malerische Kulisse der mittelalterlichen Hausfassaden prägen sich rasch in das Gedächtnis ein.

Auf dem Weg zur Porta Nigra durch die Simeonstraße passieren wir die Judengasse, einer der ehemaligen Zugänge zum Judenviertel.

Wenige Meter weiter, auf der gegenüberliegenden Seite, sticht das Dreikönigenhaus hervor. Es wurde 1230 von einem Trierer Schöffen als Wohnturm gebaut. Der Haupteingang war im Obergeschoss und war über eine Zugbrücke erreichbar.


Die Porta Nigra, das nördliche Stadttor der Römer, ist das einzig fast vollständige erhaltene Stadttor. Die Porta Nigra ist Wahrzeichen von Trier und besticht durch seine riesigen Dimensionen, 36 m breit, 29,3 m hoch und an den Türmen 21,5 m tief. Das Tor wurde ohne Mörtel gebaut. Die großen Weißsandsteinquadern waren nur durch Eisenklammern verbunden.
Im Mittelalter wurde es zu einer doppelstöckigen Stiftskirche umgebaut. Um 1060 wurde daneben ein Stiftsgebäude errichtet, das Simeonstift. Der Kreuzgang im Innenhof ist der älteste Kreuzgang Deutschlands. Heute beherbergt das Simeonstift einen Teil des Trierer Stadtmuseums.
Durch die Simeonstraße gehen wir zurück in Richtung Hauptmarkt und besuchen den Dom, die älteste Bischofskirche Deutschlands. Der heutige Dom ist jedoch nur noch ein Teil der ehemaligen römischen Kirchenanlage, die auf den Fundamenten der Privatgemächer der kaiserlichen Familie gebaut wurde. Der Bau geht vermutlich auf Helena zurück, der Mutter Kaiser Konstantins. Sie ließ sich bereits frühzeitig taufen und Trier bildete ihren Lebensmittelpunkt, bevor sie im Alter von 76 Jahren nach Jerusalem reiste um dort Grabungen vorzunehmen. Ihr Haupt wird heute im Trierer Dom als Reliquie verehrt.
Im Laufe der Jahre wurde die Kirchenanlage mehrfach zerstört und wieder aufgebaut.

Unmittelbar daneben befindet sich die Liebfrauenkirche, die 1260 über dem Ostteil der antiken Südkirche erbaut wurde. Sie gilt als eine der ältesten gotischen Kirchen in Deutschland.
Nach einem kurzen Mittagessen besuchen wir die Konstantinbasilika, die ehemaligen Audienzhalle Kaiser Konstantins. Heute ist sie eine evangelische Kirche.

Daneben schließt sich das Kurfürstliche Palais, im 17.Jh Residenz der Trier Kurfürsten, mit dem Palastgarten an.

Am Ende des Palastgartens liegen die Kaiserthermen. Es sind die Überreste einer großflächig geplanten spätantiken römischen Badeanlage, die jedoch später als Reiterkaserne umgebaut wurde.

Auf dem Rückweg werfen wir noch einen Blick auf die römischen Ausgrabungen am Viehmarkt und schließen unseren Rundgang mit dem Besuch des Karl Marx Geburtshauses ab, in dem sich heute ein Museum befindet.

Aber Trier hat noch viel mehr zu bieten. Insgesamt zählen 9 der römischen und mittelalterlichen Kulturdenkmäler in und um Trier zum UNESCO-Weltkulturerbe. Ein weiterer Besuch lohnt sich auf jeden Fall.
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