Das Kolosseum in Rom ist das Sinnbild für die architektonischen Leistungen des antike Roms und gleichzeitig Wahrzeichen der Stadt.
Die Tour dauert 4 – 5 Stunden, wobei diese nicht nur das Kolosseum, sondern auch den Palatin und das Forum Romanum beinhaltet. Dieses Video zeigt nur den ersten Teil. In einer kleinen Gruppe mit vier Teilnehmern, hatten wir nicht das Gefühl an einer Führung teilzunehmen.

Unser Tourguide war Frau Livia Galante, die früher hier selbst als Archäologin gearbeitet hatte. Diese Ausbildung befähigte sie, nicht nur alle Details des Bauwerkes zu erläutern, sondern auch jede Frage präzise in jeglicher Tiefe zu beantworten.
Zusätzlich hatte sie einen dicken Stapel an Ausdrucken bei sich, die die Bauwerke und deren Lage anschaulich, teilweise als 3-D Modell, in allen Epochen zeigte. Weitere Bilder konnte sie auf ihrem Tablet in die Führung mit einbringen. Dadurch gestaltete sich der Rundgang lebhaft und kurzweilig.

Das Kolosseum wurde zwischen 72 und 80 n. Chr. von Kaiser Vespasian errichtet, nachdem das alte beim großen Brand von Rom abgebrannt war.
Als Standort wurden die Gärten und ein künstlicher See zwischen Esquilin und Palatin ( zwei der sieben Hügel Roms) aus Neros Palast gewählt, um dem Volk wieder ein Stück dieser riesigen Palastanlage zurückzugeben. Zur Einweihung wurden 100-tägige Spiele veranstaltet.
Hier sehen Sie das 4K UHD Video
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Mehr InformationenDas Gebäude besaß 80 Eingänge, von denen 4 der oberen Bevölkerungsschicht vorbehalten waren. Damit konnte die Arena in fünf Minuten geräumt werden. Der Kaiser hatte einen eigenen direkten Zugang vom Palatin aus, so dass er wie aus dem nichts in der Arena erscheinen konnte.
Das Kolosseum fasste ca. 50000 Zuschauer und war 450 Jahre lang in Betrieb. Die Außenmauern wurden mit massiven Steinblöcken errichtet, die über Aufzüge bis in 54 m Höhe auf die dritte Ebene gewuchtet werden mussten.
Die Außenwand ist von Torbögen durchbrochen, andernfalls wäre das Bauwerk unter seinem eigenen Gewicht kollabiert. Es verfügte über ein Zeltdach, das je nach Witterung geschlossen werden konnte.
Das Untergeschoss, in dem sich Kerker Zugänge, Käfige für wilde Tiere und die komplexe Bühnentechnik verbarg, wurde erst später errichtet, nachdem am Anfang hier Seeschlachten abgehalten wurden.
Der Dichtungszement war aber von minderer Qualität, so dass man vermutet, dass das Kolosseum nicht dicht genug gewesen sein. Genauso wurde das oberste Mauerwerk mit minderwertigen Ziegel errichtet – von unten konnten sie ja nicht gesehen werden.
Wir lernten von Frau Galante, dass die Römer auch dreieckige Ziegel verwendeten und die Römer bereits Graffiti in die Wände ritzten, die von Gladiatorenkämpfen berichteten. Außerdem wurde viel Farbe für die Wandgestaltung und bei Skulpturen verwendet, von der heute leider nichts mehr zu sehen ist.
Kreuzförmige Vertiefungen an den Wänden hatte nichts mit dem Christentum zu tun, sondern waren für die Wandhalterungen von Brunnen vorgesehen. Auch wie die Toilettenanlagen funktionierten, wurde uns erläutert. Die Toiletten hatten keine Abtrennungen und der Stuhlgang wurde als kommunikatives Ereignis wahrgenommen.
Beeindruckt von den gigantischen Ausmaßen dieses Bauwerks und von der erdrückenden Fülle an Informationen verließen wir das Kolosseum, in dem zwar auch Christen starben, aber nicht wegen ihres Glaubens.
Bitte lesen Sie weiter > Die Caracalla Thermen
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Hinweis: Auch wenn die Führung auf Einladung von Context Travel erfolgte, sind die Eindrücke und Meinungen unsere eigenen.
Text, Fotos und Video: Copyright © myVideoMedia


