Neben vielen architektonischen Besonderheiten hat Lübeck auch kulturell einiges zu bieten. Heute werden wir versuchen, den südlichen Teil der Altstadt zu erkunden. Hervorzuheben sind hier der Dom und das Museumsquartier. Zum Abschluss des Tages besuchen wir die Schiffergesellschaft.
Von unserem Hotel, dem Hotel Jensen, gehen wir die Straße „An der Obertrave“ entlang bis zur Marlesgrube. Besonders sehenswert finden wir die Passage Nr. 56. Durch die „Düstere Querstraße“ erreichen wir die „Hartengrube“.

Das „Alte Strecknitzfahrer Amtshaus“ erinnert daran, wie die Schiffer einst das Salz von der Lüneburger Saline über den Strecknitzkanal nach Lübeck transportierten. Entlang der Trave geht es vorbei an der Effengrube und durch den Kleinen Bauhof zum Dom.

Neben dem Dom befindet sich das Museum für Natur und Umwelt, das uns durch ein davor ausgestelltes Walskelett auffällt. Es stammt von einem 14 Meter langen Pottwal, der 1997 vor der dänischen Insel Römö gestrandet ist.

Wir umrunden den Dom und kommen zur Domschule. Beeindruckend, wie viele Fahrräder hier abgestellt sind. Schließlich ist es der 5. Februar und sehr kalt!

Der Lübecker Dom ist mit 131 Metern eine der längsten Backsteinkirchen. Er wurde von Heinrich dem Löwen erbaut und 1247 eingeweiht.

Der Dom wurde auf weichem Baugrund errichtet. Obwohl die Türme bereits einmal hydraulisch angehoben, tiefer verankert und stabilisiert wurden, sind derzeit erneut umfangreiche Sanierungsmaßnahmen erforderlich, die erst 2033 abgeschlossen sein sollen.

Sehenswert sind das Triumphkreuz und der Lettner (Schranke, die den Raum der Priester und Mönche von dem der Laien trennte) sowie eine Reihe von Flügelaltären.
Nach einem Blick auf die „Parade“ mit ein paar Sonnenstrahlen geht es weiter durch das „Fegefeuer“ zum Museumsquartier St. Annen. Gleich nebenan steht eine Synagoge.

Das Museumsquartier umfasst das St. Annen-Museum und die Kunsthalle St. Annen.

Das Museum besitzt die größte Sammlung mittelalterlicher Flügelaltäre in Deutschland und den einzigen gotischen Hochaltar aus einer Lübecker Kirche. Lübecker Gold- und Silberschmiedearbeiten, Musikinstrumente und Einblicke in die Wohnkultur der Stadt ergänzen die Ausstellung.

Im Nordischen Weinhaus in der Fleischhauerstraße finden wir den Rotspon, eine Lübecker Besonderheit. Rotwein aus Frankreich wird in Fässern angeliefert, gereift und abgefüllt und dann als Rotspon angeboten. Daneben gibt es natürlich noch viele andere Raritäten.

Durch die Lübecker Innenstadt kommen wir wieder zur Schiffergesellschaft. Die Schiffergesellschaft wurde bereits 1229 erstmals urkundlich erwähnt und 1401 als Nikolausbruderschaft gegründet. Um 1530 wurde die Mitgliedschaft für alle Lübecker Schiffer verpflichtend. Seit fast 150 Jahren steht die Gaststätte der Öffentlichkeit zur Verfügung.

Der historische Saal ist reich mit Schiffsmodellen geschmückt. Das Essen ist hervorragend und die Bedienung sehr freundlich und hilfsbereit.


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