In Serpentinen führt die Straße 700 m zum Talgrund des Pandsch. Die Straße ist nach wie vor sehr gut ausgebaut, abgesehen von kleinen Baustellen. Wir kommen rasch voran und erreichen die Brücke über den Pandsch, die gleichzeitig Grenzübergang nach Afghanistan ist.
Immer wieder stößt man im Land auf Kontrollposten, von denen nicht so genau ersichtlich ist, welchen Zweck sie erfüllen. Ursprünglich wurden sie eingerichtet um den Drogenhandel zu unterbinden. Auch hier stoßen wir auf einen, obgleich diese nie gefilmt werden dürfen. Hier beginnt die autonome Region Berg-Badachschan.
Die Berge rechts und links des Tales erreichen mittlerweile Höhen bis zu 4500 m. Es gibt nur wenige Stellen auf dieser Erde, wo sich die Gestaltung der Erdoberfläche durch Naturgewalten so anschaulich beobachten lässt. Die Bergflanken sind extrem steil, da die Gebirge nach wie vor rasch angehoben werden. Dadurch kommt es ständig zu Hang-Rutschungen oder Schlamm- und Gerölllawinen durch Bäche.
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Es ist sehr schwierig hier zu siedeln. Unter den Felswänden ist man vom Steinschlag bedroht, in den kleine Tälern dazwischen von den Gerölllawinen. Die Menschen leben hier mit sehr hohem Risiko.
Die kleinen Dörfer, speziell auf Afghanischer Seite sind nur durch schmale Straßen, eher schon Wegen, verbunden. Wir habe den Eindruck, dass dort die Menschen sehr isoliert in ihren Dörfern wohnen.
Auf tadschikischer Seite ist es etwas besser, hier existiert zumindest eine breite Straße. Doch auch diese ist ständig gefährdet.
Bis eine Woche vor unserer Ankunft war sie 4 Wochen wegen eines Hangrutsches gesperrt. Die Fahrer mussten über die nördliche Verbindung nach Duschanbe fahren.
Sehr gut können wir beobachten, wie der Pandsch einmal ein reißendes Gewässer und dann wieder ein ruhiges gemächlich fließendes Wasser ist.
Spätestens als wir Bäume sehen, die im Wasser stehen, wird uns der Prozess klar. Gerölllawinen werden durch Bäche in den Pandsch geschwemmt oder Felsstürze treffen direkt das Wasser.
In beiden Fällen bildet sich eine kleine natürliche Staumauer. Flussaufwärts wird das Wasser aufgestaut. Dies birgt natürlich die Gefahr, dass die flussaufwärts liegenden Dörfer eventuell überschwemmt werden.
Bricht sich das Wasser durch den kleinen Staudamm zu rasch ein Bett werden die Dörfer flussabwärts überschwemmt.
Leider wird die Straße immer schlechter, je mehr wir uns Kalaikhum nähern. Liegengebliebene LKWs gehören zum normalen Straßenbild. Als Fortbewegungsmittel scheint es mehr Esel als Fahrräder zu geben, was durchaus nachzuvollziehen ist. Ein Esel kann auch bergauf laufen.
Als wir in Kalaikhum ankommen, erfahren wir, dass einige der reservierten Zimmer bereits vermietet wurden. Wir haben Glück und bekommen ein anderes Zimmer in der Ortsmitte.
Ab nun sind wir auf dem Rest der Reise ständig unter Stress, ob wir es bis zum nächsten Morgen schaffen all unsere Batterien wieder aufzuladen. Wir haben 3 Kameras dabei, einen Laptop, ein Tablet und zwei Mobiltelefone. Manchmal gibt es nur stundenweise Strom oder nur aus einem Akku, der an Solarzellen angeschlossen ist. Selten gibt es einen Internetzugang und manchmal gibt es keine Dusche oder nur eine mit kaltem tröpfelndem Wasser.
Etwas unklar ist uns, wovon die Menschen hier in den Tälern leben. Wir erfahren, dass ein Teil von staatlichen Geldern lebt (Behörden, Polizei, Grenzschutz, etc), ein zweiter Teil vom Handel (Nahrung, Kleidung, Haushaltsgeräte, etc), ein dritter Teil von der Landwirtschaft (primär Tierhaltung, aber auch ein wenig Ackerbau) lebt. Der vierte Teil geht illegalen Geschäften nach (Drogenschmuggel, etc.).
Aber die großartige Landschaft entschädigt uns für alle Unzulänglichkeiten.
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