Parets d’Emporda ist ein Dorf in der Gemeinde Vilademuls am rechten Ufer des Fluvià. Es gehört zum Gemeindeverband Pla de l’Estany in der Provinz Girona. In dieser Gegend ist der ursprüngliche Charakter der Dörfer erhalten geblieben.

Weingut Baronia de Vilademuls
Hier liegt das Weingut von Joaquim Reig und seiner Frau Montserrat Torrens. Joaquim produziert seit 12 Jahren Wein. Zunächst begann alles als Hobby nach seiner Pensionierung. „Wenn ich Tennis spiele gebe ich nur Geld aus und habe keinen Wein zum Trinken“ sagt er scherzhaft.

Er bewirtschaftet ca 2000 Rebstöcke, davon sind 40 % Cabernet, 30 % Tempranillo, 30 % Grenache Noir mit einem Ertrag von ca 2200 l/Jahr.

Im Jahr 2008 wurden 1.200 Flaschen produziert, zwei Jahre später bereits 2300.
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Mehr InformationenIm Weinkeller erfahren wir mehr über die Produktion des Baronia de Vilademuls.
Im September werden die Trauben per Hand gelesen und gepresst. Nach 10 Tagen Fermentierung in Alutanks, wird in Eichenfässer umgefüllt. Mitte März wird der Wein vom Bodensatz gezogen, dies geschieht immer bei Vollmond oder Neumond (Luna Vella). Nach mindestens 10 Monaten in Eichenfässern ruht der Wein anschließend noch 2 Jahre in der Flasche. Auch das Abfüllen, Verkorken und etikettieren ist Sache der Familie. Mit 4 Leuten schafft man ca. 500 Flaschen pro Stunde.
Zunächst verkaufte Joaquim nur im kleinen Kreis. Heute ist der Wein in lokalen Spitzenrestaurants, aber auch in Belgien und in die Niederlanden zu finden. In 2012 begann er die produzierten Weine auch über D.O Katalonien zu vermarkten.

In seinem Keller zeigt uns Joaquim stolz ein Fass aus dem Jahre 1957, welches von seinem Großvater stammt. Bei Erweiterungsarbeiten entdeckten sie einen versiegelten Keller, eine Verbindung zur damaligen Burg. Die Geschichte geht bis ins 10. Jahrhundert zurück. Damals war das Dorf eine alte Siedlung, die von einer Burg beherrscht wurde. Der Standort war günstig, denn eine Furt im Fluss erlaubte es Maut zu erheben.
Die Burg Vilademuls wurde vom Grafen Wilfried von Besalú gebaut, um die Grenzen der Grafschaft gegen die Grafen von Barcelona zu verteidigen. Im Jahr 957 wurde Wilfried von Rebellen ermordet. Die Grafschaft Besalú wurde von seinem Bruder Sunifred II übernommen. Aus Rache eroberte er die Burg und beschlagnahmten alle Waren der Rebellen. Er lies die Steine von seiner Armee mit Salz bedecken, um sie für einen Wiederaufbau unbrauchbar zu machen.
Doch der Tramontana und Regen entfernten das Salz und so wurde der Ort im 13ten Jahrhundert mit den Steinen der Burg wiederaufgebaut. Trotz des trockenen Klimas beklagen sich die Bewohner heute noch über Feuchtigkeit in den Häusern, was wohl dem Salz geschuldet ist.

Seit 1783 ist das Haus im Besitz von Joaquims Vorfahren. In seinem kleinen Museum hat er sämtliche Dokumente ausgestellt, die die Historie des Dorfes belegen.
Im Video sieht man in der Garage ein altes Auto, verstaubt und halb mit einer Plane bedeckt. Es gehörte einst Lluís Llach, einem bekannten katalanischen Liedermacher, der während der Franco-Diktatur ins Exil gehen musste.

Natürlich durften wir den Wein auch verkosten. Durch den Keller gelangen wir zu einem Raum mit einer Tonnengewölbedecke aus Ziegel und Fliesen. Hier kredenzt uns Joaquim seinen guten Wein. Seine Frau Montserrat verwöhnt uns mit dem typischen Tomatenbrot, einer Auswahl an Wurst und Schinken, Käse und Oliven.

Wir bedanken uns bei Joaquim und Montserrat für die Gastfreundschaft und die Einblicke in ihr Weingut. Anschließend fahren wir mit dem Bus weiter nach Banyoles.

Restaurant Can Xabanet – Banyoles
Im Anschluss daran wurden wir in das Restaurant Can Xabanet eingeladen. Es ist auf katalanische Speisen spezialisiert und wird von Einheimischen und Fremden gleichermaßen gerne besucht.

Josep Cullell Renart, der Eigentümer, hatte bei unserer Ankunft einige scherzhafte humorvolle Worte auf den Lippen, die bei uns mangels Sprachkenntnis abprallten. Doch unsere Guides nahmen die Stimmung auf.

Stolz zeigte er Bilder aus seinen jungen Tagen.

Der Kellner mit mehr als 40 Jahren Berufserfahrung und 15 Jahren im Dienst des Hauses versorgte uns weiter mit guter Laune, aber vor allem mit nicht nur geschmackvollen, sondern auch optisch köstlich zubereiteten Speisen. Auch das moderne Ambiente hat uns sehr angesprochen.

Schade nur, dass wir das Essen nicht wirklich genießen konnten, dank der eben erst durchgeführten Weinprobe. Aber die berühmte Katalanische Creme zum Dessert, sowie ein lokaler Digestif durften nicht fehlen.

Dennoch kann Can Xabanet von uns nur ohne irgendwelche Vorbehalte weiter empfohlen werden.
Wir gingen diesen Abend ins Bett mit der Gewissheit, dass in Katalonien bestimmt noch kein Gast verhungert ist.
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Hinweis: Wir danken Costa Brava Tourist Board und Consell Comarcal Pla de l’Estany für die Enladung. Alle Eindrücke und Meinungen sind unsere eigenen!
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