Unmittelbar nach unserer Ankunft in Brügge machten wir uns auf den Weg einen ersten Eindruck von der Stadt zu erhalten.
Geschichtliches
Brügge gewann schon frühzeitig überregionale Bedeutung in Europa als Zentrum der Textilindustrie und des Fernhandels. Durch das Flüsschen Reie ist die Stadt und das Kanalsystem direkt mit dem Meer verbunden.
Enge Handelsbeziehungen wurden auch mit der deutschen Hanse unterhalten.
Unter der Herrschaft der Herzöge von Burgund wurde Brügge eine der reichsten Städte des damaligen Europas. Der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich hatte als Hintergrund die Vorherrschaft über Flandern.
1369 wurde Brügge Teil des Herzogtums Burgund und Sitz der burgundischen Herzöge. Der letzte Herzog Karl der Kühne hatte nur eine Tochter als Erbin und war deshalb auf der Suche nach einem Ehemann für sie. Monatelang verhandelte er in Trier mit Kaiser Friedrich III über eine Heirat mit dessen Sohn Maximilian von Habsburg. Doch Karl der Kühne wollte als Lohn die Königskrone.
Friedrich konnte auf diese Forderung nicht eingehen, da er den daraus resultierenden Konflikt mit König Ludwig XI, von Frankreich scheute. In einer Nacht- und Nebelaktion verließ Friedrich und Maximilian Trier und kehrten nach Österreich zurück.
Kurze Zeit später verlor Herzog Karl der Kühne in der Schlacht bei Nancy sein Leben. Maximilian nutzte die Gelegenheit und reiste nach Brügge um nun Maria von Burgund zu heiraten. In Köln gingen ihm aber die finanziellen Mittel aus und seine zukünftige Schwiegermutter musste ihn und sein Gefolge auslösen.
Kurz darauf heirateten Maximilian und Maria. Dadurch wurde Flandern Teil des Habsburger Hausbesitzes. Maria starb aber bereits 5 Jahre später bei einem Jagdunfall. Dennoch blieb sie zeit seines Lebens die große Liebe von Maximilian.
Kurz vor ihrem Tod erklärte sie ihren vierjährigen Sohn Philipp zum Herzog, dadurch wurde er auch Erbe des Herzogtums Burgund. Die Vormundschaft über Philipp und seine Schwester Margarete durch Maximilian, die Maria verfügt hatte, anerkannten die Stände aber nicht.Nach einer weiteren Schlacht mit dem König von Frankreich wurde das Herzogtum Burgund zwischen König Ludwig XI und Erzherzog Maximilian von Habsburg aufgeteilt.
1988 wurde Maximilian, der bereits römisch-deutscher König geworden war, fünf Monate in Brügge inhaftiert, als er eine neue Steuer einführen wollte. Erst als sein Vater ein Heer schickte, wurde er wieder freigelassen. Die Verantwortlichen der Rebellion wurden vor Maximilians Augen auf dem Grote Markt gefoltert und enthauptet.

Die Vormundschaft über seinen Sohn, der in Gent gefangen gehalten wurde konnte Maximilian erst nach der Niederschlagung der Städte Ypern, Gent und Brügge, die mit Unterstützung des französischen Königs rebellierten, 1493 wieder erlangen.
Auf unseren diversen Reisen haben wir bereits einige Wirkungsstätten von Maximilian kennengelernt.
Dazu zählen die Hofburg und das goldene Dachl in Innsbruck, sowie die , mit dem ihm zu Ehren errichteten Grabmal. Ferner die Burg in Wels wo er verstarb, sowie seine Residenz, die Burg in Wiener Neustadt. Hier ist er in der St. Georgs-Kapelle begraben.
Erste Schritte
Wir starten unsere Erkundung der Stadt am Jan van Eyck Platz, wo in der Vergangenheit die Schiffe anlandeten und entladen wurden.

Dominiert wird der Platz von der Bürgerloge, der Poortersloge mit ihrem spätgotischen Steinturm. Es war einst der Treffpunkt der Brügger Bürger, die Stadtrecht besaßen (poorters).

Poorterslodge
Zwischenzeitlich diente sie als Trainingszentrum für den Fechtclub, als Kunstakademie, als Filiale des Nationalarchivs und neuerdings als Ausstellungsraum für zeitgenössische Kunst.
Schräg gegenüber in nördlicher Richtung, befindet sich das ehemalige Zollhaus mit dem herrlichen Wappen über dem Eingang.

Altest Zollhaus
Wir gehen weiter die Academiestraat in westlicher Richtung und stoßen auf die Vlamingstraat. Direkt vor uns liegt nun der Alte Börsenplatz, Oude Beursplein. In den Gebäuden um den Platz befanden sich einst die internationalen Handelsniederlassungen.

Friet Museum
Eines der Häuser beherbergt heute das Friet Museum. Hier dreht sich alles um die Kartoffel.

Direkt rechts daneben das 1246 erbaute Haus der Familie Van der Beurze. Es war die erste Börse der Welt.
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Mehr InformationenWir folgen der Vlamingstraat in südlicher Richtung bis wir auf den Marktplatz , dem Grote Markt, mit Jan Breydel and Pieter de Coninck Denkmal im Mittelpunkt treffen.

Breydel, von Beruf Metzger und der Weber de Cornick waren die Anführer der Brügger Zünfte im Freiheitskampf gegen die französische Besatzung im Jahre 1302.

Überragt wird der Grote Markt vom Belfried, dem Glockenturm von Brügge mit 366 Stufen. An seiner Spitze ist ein Carillon (Glockenspiel) mit 47 Glocken. Er wurde im 13. Jahrhundert errichtet und diente als Brandwache.
Der Markt diente zu Zeiten Maximilians auch als Turnierplatz und Gerichts- und Hinrichtungsstätte.

Wir wenden uns wieder in östliche Richtung und passieren die Breidelstraat bis wir de Burg (den Burgplatz, das Gelände der ehemaligen Burg) erreichen.

An seiner südlich gelegenen Seite wird er durch das Stadhuis (Rathaus begrenzt. Es besticht durch seine herrlich verzierte Fassade. In der südwestlichen Ecke des Platzes befindet sich die Heilig-Blut-Basilika, einem Wallfahrtsort, der eine Ampulle mit dem angeblichen Blut von Christus aufbewahrt.
Beeindruckt von der beeindruckenden Architektur der Stadt kehren wir zurück zu unserer Unterkunft, dem Hotel Bryghia.

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Soundtracks im Video:
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